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«Türli & Flidari, das sind nicht wir»

Am 1. Juni erscheint das zweite Bilderbuch von Jürg Loser und Patrick Steiger – «Türli & Flidari auf dem Bahnerlebnisweg Albula». Die erfolgreichen Altstätter haben nun sogar mit dem Unesco-Welterbe Rhätische Bahn zusammenspannen dürfen.
Im Atelier bei der Besprechung verschiedener Bilderbuchszenen: Jürg Loser (links) ist Autor und Verleger, der ebenfalls in Altstätten lebende Künstler Patrick Steiger hat auch im zweiten Band alles gezeichnet. (Bild: Ramona Schories)

Im Atelier bei der Besprechung verschiedener Bilderbuchszenen: Jürg Loser (links) ist Autor und Verleger, der ebenfalls in Altstätten lebende Künstler Patrick Steiger hat auch im zweiten Band alles gezeichnet. (Bild: Ramona Schories)

Die Bahnstrecken Albula und Bernina bilden die Kernzone des Unesco-Welterbes Rhätische Bahn. Seid Ihr deshalb ans neue Buchprojekt anders herangegangen als beim ersten Band, der im Schollenriet spielt?

Jürg Loser: Nein, wir haben uns wie beim ersten Buch die ganze Gegend genau angesehen, wobei uns jemand vom Unesco-Welterbe Rhätische Bahn und jemand von Bergün Filisur Tourismus begleitet hat.

Ich hoffe, Ihr seid nicht vor Ehrfurcht erstarrt, sondern so unbeschwert geblieben wie Türli & Flidari.

Jürg Loser: Dass wir mit Unesco zusammenarbeiten durften, empfinden wir natürlich als eine grosse Ehre, aber keine Sorge: Wir haben gearbeitet wie immer, es war richtig cool. Dies auch darum, weil unsere Ansprechpartner völlig unkompliziert sind. Sie haben uns stark unterstützt.

Wie ist es denn zur Zusammenarbeit mit Unesco gekommen?

Jürg Loser: Die Initiative war von uns ausgegangen. Wir hatten die Idee, eine Geschichte über das Unesco-Welterbe Rhätische Bahn – Albulatal und Bergün – zu machen. Im Gegenzug kam der Wunsch nach einem Bilderbuch zum Bahnerlebnisweg.

Wie gut kennt Ihr selbst diesen Bahnerlebnisweg Albula?

Patrick Steiger: Wir waren zweimal dort, haben viel fotografiert und erkundet, was speziell ist.

Das heisst, Sie beide sind dort viel gewandert?

Patrick Steiger: Ja, wir sind mit dem Zug wie im Buch Türli und Flidari von Bergün nach Preda gefahren und haben uns zu Fuss viel Zeit gelassen. Schliesslich hatten wir den Anspruch, viele Originalschauplätze ins Buch aufzunehmen.

Zum Beispiel?

Jürg Loser: Zu erkennen sind der Landwasserviadukt, der Bahnhof von Filisur, das Dorf, das Restaurant Bellaluna zwischen Filisur und Bergün, die Berge Piz de la Blais, Schimles und Muchetta, das Isla-Bächlein und der Bach Ava Cuetschna oder der Weiler Naz zwischen Bergün und Preda.

Ich nehme an, es wimmelt im Buch nur so von Brücken und Tunnels.

Patrick Steiger: Es hat natürlich schon einige solcher Bauwerke. Sowohl das Bahnerlebnis als auch das Welterbe spielen im Buch eine wichtige Rolle.

Jürg Loser: Aber die Brücken der Albulastrecke nennt man, wie man uns gesagt hat, Viadukte.

Bringen die Bilder zum Ausdruck, dass es sich um eine der spektakulärsten Schmalspurbahnen der Welt handelt?

Jürg Loser: Ja, ich finde, das hat Patrick Steiger mit seinen detailreichen Zeichnungen wunderbar hingekriegt.

Was hat Euch denn besonders fasziniert?

Jürg Loser: Die Vorstellung, wie es vor so langer Zeit gelungen ist, all die Bauwerke zu errichten. Kommen Touristen hierher, in deren eigenem Land es keine Berge hat, so müssen die vor Begeisterung ja regelrecht ausflippen, wenn sie die Gegend zwischen Bergün und Preda sehen.

Patrick Steiger: Was auch für die einzigartige Bahnstrecke gilt!

Jürg Loser: Für mich war das Bündnerland immer Bergün. Das ist noch heute so. Bergün ist von Bausünden verschont geblieben, ein richtig authentisches Dorf.

Im ersten Band haben Türli und Flidari Angst, als eine ungefährliche Schlange auftaucht. Wird es im neuen Band einmal richtig gefährlich?

Patrick Steiger: Die Buben albern im Tunnel herum und verlieren Flidaris Hut, den sie auf abenteuerliche Weise wieder beschaffen. Doch gefährlich wird es nicht.

Immerhin gehören Lawinen und Steinschlag zur Albulalinie.

Jürg Loser: Ja, richtig! Auf den Info-Tafeln des Bahnerlebnisweges ist das natürlich ein Thema. Auf jeder dieser Tafeln befindet sich ein Bild mit Türli und Flidari und sie zeigen, wie man sich bei Steinschlag oder in anderen heiklen Situationen richtig verhält.

Patrick Steiger: Und die Szene, als der Zug mit dem Aussichtswagen, in dem die Lausbuben sitzen, durch ein Tunnel fährt, hat einen gewissen Gruseleffekt. Im Dunkeln stechen viele Augen leuchtend hervor.

Seid Ihr schon gefragt worden, ob Ihr selbst Türli und Flidari seid?

Jürg Loser: Schon oft, ja.

Patrick Steiger: Furchtbar oft.

Und? Seid Ihr nun Türli und Flidari?

Beide: Nein, ein für allemal.

In Eurem ersten Buch ist die Moral der Geschichte die, dass man Tieren ihre Freiheit lassen sollte. Und im zweiten Band?

Patrick Steiger: Uns ist wichtig, dass wir den Kindern, aber auch Jugendlichen und Erwachsenen eine besondere Gegend näherbringen. Nach dem Motto: Schaut her, was für ein wunderbares Welterbe wir fast vor der Haustür haben.

Ist es denn nicht sowieso schon bekannt?

Jürg Loser: Erstaunlicherweise noch viel zu wenig. Gerade jungen Familien ist der Begriff Unesco oft nicht geläufig, wie wir erfahren haben. Da scheint wichtiges Wissen zu schwinden, das gepflegt und weitervermittelt werden sollte.

Das Buch eigne sich für den Schulunterricht, sagen Sie. Enthält es denn Wissenswertes oder ist es mehr ein Anstoss, sich Wissen anzueignen?

Jürg Loser: Beides. Es ist natürlich ein Anstoss, ein kräftiger sogar. Aber wie gesagt finden sich im Bilderbuch zahlreiche Originalschauplätze und interessante Anmerkungen. Ausserdem tragen die erwähnten Info-Tafeln vor Ort dazu bei, dass sich die Gegend für eine Schulreise lohnt.

Sind Türli und Flidari zwei Naturburschen, die nie eine Grossstadt kennenlernen werden?

Jürg Loser: Das kann man nicht sagen. Vielleicht sind sie ja irgendwann sogar einmal in New York, in einem späteren Band.

Das wäre dann der beste Grund für eine Studienreise ganz nach Patrick Steigers Geschmack, nehme ich an.

Patrick Steiger: Aber klar. Natürlich würden wir New York zuerst erkunden, bevor wir Türli und Flidari dorthin reisen liessen.

Meine Tochter möchte wissen, wieso in Patrick Steigers Bildern oft auch Gegenstände ein Gesicht haben, Häuser beispielsweise, oder ein Wecker.

Patrick Steiger: Es geht darum, den Gegenständen Leben einzuhauchen. Damit ein Haus nicht mehr einfach ein Haus ist. Lebt auch ein Haus, steckt in der ganzen Geschichte plötzlich mehr Leben.

Interview: Gert Bruderer

Das Bilderbuch «Türli & Flidari auf dem Bahnerlebnisweg Albula» erscheint am 1. Juni. ISBN 978-3-9523920-1-0

Einsteigen bitte! Türli und Flidari auf dem Bahnhof Filisur.

Einsteigen bitte! Türli und Flidari auf dem Bahnhof Filisur.

Unterwegs auf der Albulastrecke, im Aussichtswagen. (Bild: Hubert Jahn)

Unterwegs auf der Albulastrecke, im Aussichtswagen. (Bild: Hubert Jahn)

Detailverliebt und unverkennbar: Patrick Steigers Kunst.

Detailverliebt und unverkennbar: Patrick Steigers Kunst.

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