Troxler ist jetzt die Favoritin

In Balgach kommt es zu einem zweiten Wahlgang. Die besten Karten hat dabei die parteilose Kandidatin Silvia Troxler, sie verfügt über mehr als zweihundert Stimmen Vorsprung. Wer im November gegen sie antritt, ist noch offen.

Samuel Tanner
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Mit dem besten Resultat: Silvia Troxler nahm in der «Weinstube» die Resultate entgegen. Hier zusammen mit ihrem Mann Hans-Ruedi. (Bild: Samuel Tanner)

Mit dem besten Resultat: Silvia Troxler nahm in der «Weinstube» die Resultate entgegen. Hier zusammen mit ihrem Mann Hans-Ruedi. (Bild: Samuel Tanner)

BALGACH. Als die Resultate aller Kandidaten für das Gemeindepräsidium bekannt wurden, sangen in der «Weinstube» zwei Mädchen für die Bestklassierte.

Es war eine spontane Einlage – eines der Lieder hiess «Up in the Sky». Silvia Troxler stand im Publikum und schaute zufrieden in die Welt. Im politischen Himmel war sie zwar nicht, aber immerhin zufrieden. «Ich freue mich über ein gutes Resultat», sagte sie.

Was sie damit meinte: Die Parteilose holte gestern 687 Stimmen. Und rangierte damit klar vor ihren Verfolgern Thomas Halter von der CVP und Christoph Auerswald, der für die FDP antrat.

Weiteres Vorgehen ist offen

Halter wurde mit 372 Stimmen Letzter. Er und seine Partei trafen sich für die Wahlanalyse auf dem Eichhof – darunter Ernst Metzler, der bisherige Präsident. Als Metzler kam, konnte er einigen Personen gratulieren. Etwa Nigg Weber und Urs Lüchinger, sie wurden als neue Gemeinderäte gewählt. Oder Orlando Ferrari, der als bester der Bisherigen abschnitt.

Nicht gratulieren konnte er aber Thomas Halter. Die CVP analysierte kritisch und kam dann zu dem Schluss, dass man trotzdem einen guten Wahlkampf geführt habe.

Der Kandidat sagte derweil: «Es hat mich gefreut, dass mich so viele Balgacher gewählt haben. Unzufrieden bin ich nicht und den dritten Rang schaue ich nicht als solchen an. Es fehlen nur wenig Stimmen zum Zweiten. Ob ich im zweiten Wahlgang antrete, weiss ich im Moment nicht.»

Die Parteileitung trifft sich nun am Mittwoch – dann wird sie das weitere Vorgehen besprechen. Ein CVP-Mitglied sagte: «Die Parteien müssen sich jetzt einigen, sonst ist das Rennen gelaufen.»

Dies, weil auch der zweite Parteivertreter klar hinter Silvia Troxler zurückblieb: Christoph Auerswald holte 418 Stimmen; 269 weniger als die Parteilose.

Der FDP-Mann sass am späten Nachmittag im Bronco-Saloon. Er sagte: «Ich habe mir klar mehr erhofft.» Wie es zum Rückstand kam, kann Auerswald noch nicht sagen. «Ich könnte nur werweissen – aber das will ich nicht.»

Auch die FDP will sich nun beraten, bevor sie über ihr weiteres Vorgehen entscheidet.

Erfolgreich waren die Freisinnigen dafür bei den Gemeinderatswahlen: Da setzte sich Martin Ammann als Neuer durch, Veith Zäch wurde im Amt bestätigt. – Sie leiten die Gemeinde ab nächstem Jahr mit Petra Konrad (SP), die klar wiedergewählt wurde und den drei CVP-Vertretern Ferrari, Lüchinger und Weber. Chancenlos war hingegen Karin Sieber-Amacker, die von der SVP portiert wurde.

FDP und CVP sind nun also im Gemeinderat in der Mehrheit, haben aber noch ein Sorgenkind, wie Nigg Weber, Präsident der CVP, es formulierte – das Gemeindepräsidium.

Möglich scheint derzeit fast alles: Vom Rückzug einer der beiden Parteienvertreter über eine Allianz bis hin zu einem neuen Kandidaten. Fest steht nur, dass Silvia Troxler jetzt nicht weiss, wer am 25. November gegen sie antritt.

Troxler: «Es ist ein langer Weg»

Sie sagte gestern in der «Weinstube» den Freunden und Sympathisanten: «Es war ein langer Weg und er wird jetzt noch länger.»

Damit sie das richtige Rezept für den zweiten Wahlgang findet, bekam sie eine kleine Figur aus Eisen – es war ein Koch.

Troxler kommentierte: «Ja, es ist halt nicht so einfach wie bei Betty Bossi.»

Auf die Frage nach dem Grund für ihr gutes Resultat, sagte sie: «Es kam vielleicht so zustande, weil ich einen neuen Weg symbolisiere.»

Da war Silvia Troxler wieder bei ihrem Weg, der lang ist; den sie nun aber als Favoritin geht.

Urs Lüchinger

Urs Lüchinger

Nigg Weber

Nigg Weber

Martin Ammann (Bild: PETER ROTH)

Martin Ammann (Bild: PETER ROTH)