Trotz Skepsis nur geringe Absturzgefahr für die Ölpreise

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Am nächsten Donnerstag treffen sich die Opec-Staaten zu ihrer Herbstsitzung. Viele Marktbeobachter erwarten, dass die Kartellmitglieder die auslaufende Förderbeschränkung um weitere zwölf Monate verlängern werden. Es sind in erster Linie diese Hoffnungen, welche den Ölnotierungen insgesamt frischen Aufwind verschafft haben.

Doch trotz dieser Preissteigerung bleiben wir skeptisch, was ein weiteres Aufwärtspotenzial für die Ölpreise betrifft. Denn ob die Opec die eingepreisten Erwartungen erfüllen kann, bleibt ungewiss. Zumal von Russland – das zwar nicht Kartellmitglied ist, jedoch unabdingbarer Partner einer jeglichen Förderbeschränkung ist – ungewöhnlich zurückhaltende Signale ausgesendet wurden.

Ebenfalls dämpfend erscheint, dass der November-Marktbericht der Opec keine zusätzlichen Impulse geben konnte, obwohl das Kartell darin überraschenderweise von einem verstärkten Lagerabbau im nächsten Jahr ausgeht. Demnach würde 2018 ein täglicher Angebotsunterhang von rund 800 Tausend Fass resultieren. Dies, weil das Kartell für 2018 von einem Anstieg der globalen Ölnachfrage um rund 1,5 Mio. Fass pro Tag ausgeht.

Diese Prognose zum Lagerabbau erscheint uns jedoch deutlich zu optimistisch. Denn neben einem steigenden globalen Ölbedarf und einer gleichbleiben­- den Opec-Produktionsmenge unterstellt das Kartell gleichzeitig, dass die Produktion bei den Nicht-Opec-Staaten im nächsten Jahr lediglich um 220000 Fass pro Tag zunehmen wird. Doch alleine die USA – neben Russland der bedeutendste Ölförderer ausserhalb der Opec – haben im laufenden Jahr ihr tägliches Fördervolumen um mehr als 432 Tausend Fass ausgeweitet und befindet sich damit immer noch unter ihrem bisherigen Produktionsmaximum von 2015. Dass gerade die amerikanischen Fracker mit den seit dem Preiszerfall deutlich erholten Notierungen wieder frischen Rückenwind verspüren, zeigt sich auch darin, dass die EIA für die nächsten zwölf Monate alleine für die Schieferölproduktion einen Anstieg um täglich knapp 1 Mio. Fass auf ein neues Allzeit-Fördermaximum voraussagt. Vor diesem Hintergrund erwarten wir, dass selbst bei einem enttäuschenden Ergebnis der Opec-Sitzung zwar ein erneut drastischer Ölpreis­zerfall wenig wahrscheinlich ist. Gleichzeitig erachten wir ein weiteres Aufwärtspotenzial aber als äusserst limitiert.

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