Trotz Coronagefahr ins Skilager? – Kantonsräte aus Rebstein und Altstätten wollen von der Regierung wissen, ob das verantwortbar ist

Der Rebsteiner CVP-Kantonsrat Sandro Hess hat der Regierung eine einfache Anfrage zu den Risiken von Schulreisen und Schullagern zur Beantwortung ein­gereicht. Nach seiner Ansicht – und deren zwei anderer Kantonsräte – besteht eine gewisse Unsicherheit darüber, was in Ordnung ist und was nicht.

Max Tinner
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Stecken sich Kinder im Skilager mit Corona an, bringen sie das Virus nach Hause. Zeigen sie keine Symptome, tragen die Eltern das Virus möglicherweise an ihre Arbeitsstelle weiter, fürchten die Kantonsräte Sandro Hess, Claudia Graf und Andreas Broger.

Stecken sich Kinder im Skilager mit Corona an, bringen sie das Virus nach Hause. Zeigen sie keine Symptome, tragen die Eltern das Virus möglicherweise an ihre Arbeitsstelle weiter, fürchten die Kantonsräte Sandro Hess, Claudia Graf und Andreas Broger.

Bild: Depositphotos/Cppzone

Seit dem Frühling, als die Schulen wegen Corona geschlossen wurden und die Kinder daheim lernen mussten, hat sich dank funktionierender Schutzkonzepte an den Schulen vieles wieder eingependelt, auch wenn man auch dort noch weit von dem entfernt sind, was vor einem Jahr noch normal war. Deswegen besteht nach Ansicht dreier Kantonsräte aus dem oberen Rheintal weiterhin eine gewisse Unsicherheit darüber, was verantwortbar ist und was nicht.

Der Rebsteiner CVP-Kantonsrat Sandro Hess, der beruflich Schulleiter am Oberstufenzentrum Feld in Altstätten ist, hat darum der Regierung eine einfache Anfrage zu den Risiken von Schulreisen und Schullagern zur Beantwortung ein­gereicht. Weitere Erstunterzeichner des Vorstosses sind die Rebsteiner FDP-Kantonsrätin Claudia Graf und der Altstätter CVP-Kantonsrat Andreas Broger. Schulreisen innerhalb der Schweiz seien derzeit zwar erlaubt, trotz in manchen Kantonen erhöhter Infektionsrate, schreiben sie. Es stelle sich aber die Frage, wie verantwortungsvoll dies sei.

Vom Schullager in die Unternehmen

Sie beziehen sich auf Studien, nach denen Schülerinnen und Schüler im Volksschulalter ebenso häufig wie Erwachsene an Corona erkranken, im Gegensatz zu jenen aber oft kaum eindeutige Symptome zeigen. Hess, Graf und Broger gehen davon aus, dass damit eine erhöhte Gefahr besteht, dass Kinder die Krankheit weiter­verbreiten. Und stecken die Kinder ihre Eltern an, tragen diese das Virus möglicherweise an ihre Arbeitsstellen weiter: «Damit können Schulreisen und Schullager auch ein Risiko für die Unternehmen darstellen», schreiben die drei Kantonsräte aus dem Oberrheintal.

Jetzt entscheidet jede Schule nach eigenem Ermessen

Weil zum einen die Wirtschaft nach wie vor unter den Auswirkungen der Pandemie und der ergriffenen Schutzmassnahmen leidet und zum anderen jede Schule nach unterschiedlichen Massstäben über die Durchführung ihrer Klassenanlässe entscheidet, wünschen sich Hess, Graf und Broger von der Regierung eine Entscheidungshilfe für die Verantwortlichen in den Schulen. Sie möchten wissen, wie die Regierung das von Schulreisen und Schullagern ausgehende Risiko einschätzt und ob eine einheitlichere Praxis, mithin neue, verbindlichere Weisungen zu erwarten sind.

Letztlich gelte es, nicht nur die Familien und mit ihnen die Bevölkerung von Jung bis Alt zu schützen, sondern wo immer möglich auch die Unternehmen mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, halten Sandro Hess, Claudia Graf und Andreas Broger fest.