Traum von dritter Medaille

Ab morgen Sonntag starten in Göteborg 3200 OL-Senioren zu ihren Weltmeisterschaften. Die Berneckerin Monika Ammann gehört in ihrer Altersklasse im Sprint-OL zu den Favoritinnen.

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Monika Ammann kennt die letzten, leicht ansteigenden Meter vom Sprint-OL in Göteborg. (Bild: pd)

Monika Ammann kennt die letzten, leicht ansteigenden Meter vom Sprint-OL in Göteborg. (Bild: pd)

ORIENTIERUNGSLAUF. Weltmeisterschaften im Orientierungslauf für die Senioren gibt es seit 1996. Die 20. Titelkämpfe finden nächste Woche in Schweden statt. Aufgeteilt in je zwölf Alterskategorien laufen 2000 Senioren und 1200 Seniorinnen aus 38 Nationen in den Disziplinen Sprint-OL und Langdistanz-OL um die Medaillen. Teilnehmen kann, wer mindestens 35 Jahre alt ist.

Offene Meisterschaften

Auch in Schweden ist die Altersgruppe zwischen 60 – 69 mit 35 Prozent am besten vertreten. Monika Ammann gehört zwar noch nicht dazu. Für sie liegt aber die starke Präsenz dieser Kategorien auf der Hand: «In diesem Alter sind die Leute ungebunden. Sie sind pensioniert oder können wenigstens ihre Ferien grosszügiger planen.» Die Wettkämpfe seien aus eigener Erfahrung sehr hochstehend. Zudem liessen sich Sport und Ferien sowie Reisen ideal kombinieren.

Die Berneckerin hat erstmals im 2010 in der Schweiz an einer Senioren-WM teilgenommen. Seither gehört der Anlass schon fast zum Pflichtprogramm. Die WM 2014 in Brasilien musste sie allerdings auslassen. Auch Neuseeland 2017 sei kein Thema: «Für Übersee-Reisen muss man deutlich mehr Zeit einplanen können.» Im Moment denkt Monika Ammann aber nur an die Wettkämpfe von Göteborg. Nach ihrem Doppelerfolg von 2012 im deutschen Goslar und von 2013 im italienischen Sestriere peilt sie erneut ein Top-Ergebnis an.

Qualifikationslauf

Die Wettkämpfe beginnen am Sonntag mit dem Qualifikationslauf im Sprint-OL. In der Altersklasse D55 sind 165 Starterinnen gemeldet. Sie sind in drei Gruppen aufgeteilt, von denen die Ränge 1 bis 27 am Montag im A-Final starten können. «Die Hälfte der Teilnehmer pro Kategorie, aber maximal 80, qualifizieren sich für die Entscheidung», ergänzt Ammann zum Verfahren. Sie ist seit Mittwoch in Göteborg und hat im Rahmen des Erlaubten das Gebiet vom Sonntag schon besichtigt. «Die Laufgebiete sind klar bezeichnet. Man darf sich darin ohne Karte bewegen, aber keine möglichen Routen austesten», erklärt sie. Es gehöre zur Fairness im OL, dass man sich daran halte. Wichtiger sei, die gewonnenen Eindrücke nachher zu verarbeiten und das Gelände mit den Augen des Bahnlegers zu betrachten. «Das Ziel ist bekannt. Ich kenne auch die Distanz von dort zum Start. Das gibt Raum für gewisse Überlegungen.» Am Ende zählt aber nur die Planung des Veranstalters.

Monika Ammann hatte sich 2011 an der WM in Ungarn als Fünfte erstmals an die Spitze herangetastet. Nach ihren Siegen 2012 und 2013 steht sie in Göteborg vor einer spannenden Herausforderung. Die Medaillengewinnerinnen seit 2010 sind fast vollständig am Start. «Ich hoffe auf einen guten Qualilauf. Das gibt mir die Zuversicht, dass ich nicht nur läuferisch, sondern auch technisch mit den anderen mithalten kann.» Als Einzelstarter sei der OL-Läufer aber irgendwie einsam, weil die endgültige Position erst nach dem letzten Zieleinlauf feststehe. (pd)