Traum erfüllt: Lizenz zum Panzerfahren

WIDNAU. Elke Amlacher und Rolf Sonderegger aus Widnau sind fasziniert von alten Fahrzeugen mit ihrem herben Charme und ihrer raffinierten Mechanik. Nun haben sie in Berlin die Panzerfahrschule absolviert – ein einmaliges Erlebnis für die beiden.

Bea Sutter
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Freude herrscht nach bestandener Panzerfahrprüfung bei Elke Amlacher, Panzerfahrlehrer Daniel und Rolf Sonderegger (vorne). Die beiden Rheintaler erfüllten sich in Berlin-Brandenburg diesen lang gehegten Traum. (Bild: pd)

Freude herrscht nach bestandener Panzerfahrprüfung bei Elke Amlacher, Panzerfahrlehrer Daniel und Rolf Sonderegger (vorne). Die beiden Rheintaler erfüllten sich in Berlin-Brandenburg diesen lang gehegten Traum. (Bild: pd)

Dass jemand den Führerschein fürs Autofahren oder Motorradfahren hat, ist alltäglich. Für praktisch alle Fahrzeuge werden Prüfungen absolviert. Wer kann aber schon Panzer fahren? Im Militär gibt es das natürlich, aber privat die Lizenz zu haben, mit einem Panzer herumzukurven, ist speziell. Elke Amlacher und Rolf Sonderegger sind seit dem 25. März stolze Besitzer des Ausweises zum Führen eines russischen Panzers. «Es ging uns um den Koloss. Seine Grösse ist beeindruckend», sagt der gelernte Mechaniker.

Panzer fahren – die Krönung

Diese Liebe zu erdigen, alten mechanischen Fahrzeugen lässt Rolf Sonderegger und seine Partnerin Elke Amlacher immer auf dem Laufenden halten, wo es Interessantes auf diesem Gebiet zu sehen, erleben oder zu kaufen gibt. So erfuhren die beiden aus dem Internet, dass man in Berlin das Panzerfahren erlernen kann. Die beiden sind sofort Feuer und Flamme gewesen. So machte sich das Paar aus Widnau daran, die Reise nach Berlin zu organisieren. Die beiden erfuhren, dass auch Ferdi Rohner aus Au und Giuseppe Bovienzo aus Walzenhausen sich für diese Panzerfahrprüfung in Berlin-Brandenburg angemeldet haben. Die vier reisten Ende März in die Hauptstadt Deutschlands und verbrachten dort vier erlebnis- und lehrreiche Tage.

Hühnerhaut bekommen

«Die ganze Ausbildung war ein Spass ohne Ende», blickt Elke Amlacher zurück. «Zuerst bekamen wir etwas Theorie. Dann sassen wir bereits im Feld auf dem Panzer. Die Instruktionen gab es im Panzer, wo es sehr eng war.

Zwei Stunden fuhren die Prüfungsabsolventen dann mit dem Panzer durch das Gelände. «Es hat gedröhnt und gerohrt, ich bekam richtig Hühnerhaut.»

Dass Panzerfahren eine sehr sportliche Tätigkeit ist, zeigte sich beim Kupplungsdruck, der 15 Kilogramm beträgt. «Wir haben den Wadenspanner bekommen.» Das Gefühl, mit 600 PS und 34 Tonnen durch den Schlamm zu fahren, bleibt unvergessen.

Freude an raffinierter Mechanik

Die beiden haben ein Faible für alte Dinge und ihre Funktionsweise. «Sie müssen einfach mit Mechanik zu tun haben. Wir mögen und sammeln alles in dieser Richtung, von der Spieldose bis zu Motorrädern», sagte Rolf Sonderegger. «Es ist für mich ein umwerfendes Gefühl, die raffinierte Mechanik zu steuern, die knatternden Motoren zu hören und den öligen Geruch zu riechen.» Die beiden angefressenen Technik-Fans haben ihre alten Triumph-Motorräder mit Kollegen aus der «British Bikes Scene» selber zusammengesetzt. Diese wertvollen Raritäten sind der Stolz des Paares. Die beiden gehen auch an die «Engländer»-Treffen, welche die Black Shadow British Bikes Rüthi organisieren. «Dieses Szene gefällt mir, sie findet nicht auf der Hauptstrasse statt, sondern man muss sie kennen, finden und lieben.» Zu den Motorrädern sagt der Technik-Freak: «Man muss die Technik spüren. An diesen Öfen ist noch was dran. Da muss man noch ankicken, schalten, hebeln, nicht einfach ein Knöpfchen am Board-Computer drücken. Die Lenkmechanik braucht bei alten Fahrzeugen noch mehr Kraft als die heutigen Servo-Lenkungen.»