Wohnraum
Containergebäude in Altstätten nimmt Form an: Transportraum ist schon als Wohnung erkennbar

Eine Woche nach der Lieferung der Container ist in ihrem Innern bereits ein Wohnraum zu erkennen.

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Es geht rasch vorwärts: lnnerhalb einer Woche sind die überflüssigen Containerwände entfernt worden.

Es geht rasch vorwärts: lnnerhalb einer Woche sind die überflüssigen Containerwände entfernt worden.

Bild: pd

Das Zweifamilienhaus, das neben dem Altstätter Waldpark aus sieben Schiffscontainern entsteht, hat Aufsehen erregt. Auf der Onlineplattform rheintaler.ch zählte der Beitrag zu den am meisten beachteten Publikationen des Monats März.

Erstaunen mag, wie schnell es auch innen vorwärts geht. Bereits ist aus den drei nebeneinander angeordneten Containern des ersten Stockwerks ein grosser Raum geworden. Die Containerwände im Innern sind alle entfernt und rundherum sind bereits die Öffnungen für Türen und Fenster zu sehen.

Meinungen zu Container-Gebäude sind geteilt

In der Bevölkerung sind die Meinungen zu einem Gebäude aus Schiffscontainern erwartungsgemäss geteilt. So kommentierte ein Leser den am Samstag erschienenen, leicht ironischen Text «Bunte Containerwelt» in der Rubrik «Stichwort» mit den Worten: «Sau-schöni Roscht- hüüfa. Schämed eu!» Andererseits sollen sich beim Bauherrn aber schon mehrere Interessenten gemeldet haben, die sich vorstellen können, in das Containerhaus einzuziehen.

Nachhaltigkeit ist dem Bauherrn sehr wichtig

Speziell ist der Wunsch von Bauherr Urs Felber, ein ressourcenschonendes Projekt zu verwirklichen und möglichst gebrauchtes Material zu verwenden. Ausserdem wurde das benötigte Holz 200 Meter vom Bauplatz geholt und in der Sägerei in Hinterforst geschnitten.

Architekt Roger Graf meldete sich nach Erscheinen des «Stichworts» vom Samstag amüsiert zu Wort. Zur Aussage, vielleicht werde das Containerhaus ja in zehn, zwölf Jahren ins Inventar für schützenswerte Bauten aufgenommen, meinte er: Tatsächlich sei es schon vorgekommen, dass ein Gebäude schon bald nach der Fertigstellung unter Schutz gestellt worden sei. So etwa die berühmte Therme Vals, die Peter Zumthor entworfen hat – ein Architekt, der einst als Denkmalpfleger in Graubünden gewirkt hatte.

Mit dem Containerprojekt hat der Zumthor-Bau sogar eine Gemeinsamkeit: Auch für die Therme war örtliches Material verwendet worden, natürlich in einem weit grösseren Umfang. Nicht ein bisschen Holz aus dem Wald kam in Vals zum Einsatz, sondern 60000 je einen Meter lange Steinplatten aus dem nahe gelegenen Steinbruch.

Eröffnet wurde die Therme 1996, und schon 1998 stand sie unter Schutz. Bei gleichem Tempo könnte Altstätten somit schon im Jahr 2023 sein erstes unter Denkmalschutz gestelltes Container-Zweifamilienhaus haben.