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Traktor gestohlen, gekifft, eingebrochen

Gestern hat sich ein 20-Jähriger wegen einer ganzen Liste von Straftaten und Vergehen vor dem Kreisgericht Rheintal verantworten müssen. In allen Punkten geständig – wurde er zu zehn Monaten Haft auf Bewährung und einer hohen Busse verurteilt.
Kurt Latzer
Ende Juni 2015 hat der 20-Jährige vom Vorplatz einer Melser Landmaschinenfirma einen dort ausgestellten Traktor gestohlen und wollte damit zu Bekannten nach Chur fahren. In Bad Ragaz hat die Polizei das Fahrzeug ohne Nummernschilder angehalten. (Symbolbild: depositphoto/zafra)

Ende Juni 2015 hat der 20-Jährige vom Vorplatz einer Melser Landmaschinenfirma einen dort ausgestellten Traktor gestohlen und wollte damit zu Bekannten nach Chur fahren. In Bad Ragaz hat die Polizei das Fahrzeug ohne Nummernschilder angehalten. (Symbolbild: depositphoto/zafra)

Der junge Erwachsene war 19 Jahre alt, als er alle ihm zur Last gelegten Taten beging. Bereits 2014 war er im Ausserrhodischen wegen des Verstosses gegen das Betäubungsmittelgesetz zu 150 Tagessätzen zu 80 Franken auf Bewährung verurteilt worden.

Die Liste der Gaunereien, die sich der Beschuldigte 2015 geleistet hat, ist lang. Im Juni 2015 hat er in Mels vom Vorplatz einer Landmaschinen-Firma einen Traktor gestohlen und wollte damit zu Kollegen nach Chur fahren. In Bad Ragaz wurde der 20-Jährige von der Polizei angehalten. Der Traktor hatte keine Nummernschilder, einen Fahrausweis hat der junge Ausserrhoder nicht vorweisen können. Zu alledem stand der Mann unter Einfluss von Betäubungsmitteln. Einen Monat später hat er sich das Töffli seiner damaligen Freundin geliehen und frisierte dieses mit einem Rennbausatz und einem grösseren Vergaser. In der Altstätter Badi hat er Mobiltelefone, Bargeld und weitere Gegenstände gestohlen, bei einem Mehrfamilienhaus in Altstätten mehrere Briefkästen verbogen. Aus einem Personenwagen hat der Angeklagte ein Portemonnaie mit einem eher geringen Geldbetrag mitgehen lassen. Zwischen Juli und August 2015 hat der 20-Jährige das Motorrad seines Bruders entwendet, das nicht eingelöst war. Er fuhr damit nach Altstätten, stellte das Fahrzeug an der Stossstrasse ab und meldete es später als gestohlen. In dieser Zeit ist der Angeklagte in eine Altstätter Bäckerei eingestiegen und hat dort 600 Franken gestohlen. Bei der Polizei lastete er diese Tat einer anderen Person an, zog diese Aussage jedoch später zurück.

Taten teils aus Blödsinn verübt

In der Anklageschrift ist weiter vermerkt, dass der Beschuldigte zwischen März 2013 und Dezember 2015 täglich Marihuana konsumiert hat. Der 20-Jährige hat keine Ausbildung abgeschlossen, hat als Hilfskraft gearbeitet und sich im Laufe von 2015 dazu entschlossen, auf dem Hof seines Vaters zu arbeiten. «Ich möchte einmal den Hof übernehmen», sagte er, nachdem sich der Richter nach seiner heutigen Tätigkeit und seinen Zukunftsplänen erkundigte. Der Beschuldigte ist ohne Verteidiger zur Verhandlung im Altstätter Rathaussaal erschienen, einzig von seinem Vater begleitet. Weder Gäste noch einer der neun Privatkläger haben die Verhandlung besucht, die Staatsanwaltschaft war auch nicht anwesend.

Der Angeklagte war ruhig, beantwortete die Fragen des Richters leise, oft verunsichert. Vom Aussehen her würde man den Beschuldigten eher als Teenager, nicht aber als Erwachsenen einstufen. Klare Antworten auf die Fragen, was ihn zu den Taten bewogen habe, gab der Ausserrhoder nicht: «Ich weiss nicht, warum ich das getan habe» oder «Ich habe das aus Blödsinn gemacht», sagte der Angeklagte mehrfach. Der Richter verdeutlichte dem jungen Mann einige Male, dass es sich bei der Liste von Straftaten um weit mehr handle als um Bagatellen.

Staatsanwaltschaft stellt keine gute Prognose

«Meiner Meinung nach steckt da schon ein gerüttelt Mass an krimineller Energie dahinter», sagte der Richter. Der 20-Jährige kommentierte diese Ausführungen nicht. Auf das, was ihn erwarten würde, reagierte er eher gelassen. Er war in allen Punkten geständig, versprach, nicht mehr straffällig zu werden und betonte, nun mit dem Hof eine Perspektive zu haben.

Die Staatsanwaltschaft stellte dem 20-Jährigen keine gute Prognose, zumal er bereits ein Jahr vor den neuen Straftaten verurteilt worden war. Deshalb forderte die Anklagekammer eine unbedingte Gefängnisstrafe von zehn Monaten und eine Geldstrafe von 2500 Franken. Dazu kommen die Verfahrenskosten von fast 5500 Franken und Kosten aus Zivilklagen von gut 1200 Franken.

Nach einer halbstündigen Beratung verurteilte der Richter den Beschuldigten zu zehn Monaten Gefängnis mit einer Bewährungszeit von drei Jahren, einer Geldbusse von 150 Tagessätzen zu 80 Franken (12 000 Franken) sowie den Verfahrenskosten von 5435 Franken. Die Privatkläger hat der 20-Jährige mit insgesamt 1265 Franken zu entschädigen. Nach der Urteilsverkündigung stellte der Richter klar, dass dies die letzte Chance sei. «Das nächste Mal wird die Strafe und das, was allenfalls noch dazu kommt, abgesessen. Das dann ohne wenn und aber», sagte der Richter.

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