Traditionshaus Haubensak verkauft

Die Nachfolge ist rechtzeitig geregelt: Das Traditionshaus Haubensak bleibt in einheimischer Hand. Die neu gegründete «Altstätter Reben und Wein AG» übernimmt den Rebbau und die Weinkellerei der Einzelfirma Heini Haubensak.

Hansruedi Wieser
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Im Weinbaubetrieb Heini Haubensak in Altstätten beginnt mit dem Besitzerwechsel eine neue Ära – von links: Jürg Mächler, Heini Haubensak, Eduard Tanner und Hugo Kaufmann. (Bild: Hansruedi Wieser)

Im Weinbaubetrieb Heini Haubensak in Altstätten beginnt mit dem Besitzerwechsel eine neue Ära – von links: Jürg Mächler, Heini Haubensak, Eduard Tanner und Hugo Kaufmann. (Bild: Hansruedi Wieser)

ALTSTÄTTEN. Der 1880 von Wilhelm Schachtler gegründete und seither in Familienbesitz gebliebene Weinbaubetrieb Heini Haubensak wechselt den Besitzer. Mitte März wurde im Handelsregister des Kantons St. Gallen die Aktiengesellschaft Altstätter Reben und Wein AG eingetragen. Sie übernimmt den Rebbau und die Weinkelterei der bisherigen Einzelfirma Heini Haubensak, Altstätten, Rebbau und Weinkellerei. Bei den neuen Besitzern handelt es sich um die drei Altstätter Jürg Mächler, Kaufmann, Verwaltungsrats-Präsident, sowie Hugo Kaufmann, Bauunternehmer, und Albert Mächler, Kaufmann und Tierfotograf (nicht auf dem Bild), beide Mitglieder des dreiköpfigen Verwaltungsrates. Dank ihres Engagements bleibt das Traditionshaus in Altstätter Händen.

Nahtlosen Übergang sichern

Es sind verschiedene Faktoren, welche für diese frühzeitige Nachfolgeregelung sprechen. So hat der bisherige Besitzer keine Nachfolger, und zurzeit zeichnet sich auch keine familieninterne Gesamtlösung ab. Für Heini Haubensak drängt sich der Erhalt des Rebbau- und Keltereibetriebes als Einheit auf. «Nur das ist für mich eine nachhaltige und gleichzeitig zukunftsweisende Lösung», betont er. Dieser Meinung sind auch die neuen Besitzer, denen sehr daran liegt, dass die Trauben aus dem oberen Rheintal weiterhin in Altstätten gekeltert werden. Ein weiterer wichtiger Faktor für die Übernahme mit nahtlosem Übergang sind die anstehenden grossen Investitionen in den Rebanlagen und im Keltereibetrieb sowie in der unter Heimatschutz stehenden Liegenschaft Rorschacherstrasse 22. Diese Massnahmen erfordern grössere finanzielle Mittel.

Name Heini Haubensak erhalten

Die Altstätter Reben und Wein AG, die am bekannten Brand «Heini Haubensak» festhält, hat die Federführung des Betriebes trotz derzeit noch laufenden Abklärungs- und Bewilligungsverfahren bereits übernommen.

Mitarbeitende können bleiben

Der bisherige Besitzer Heini Haubensak, Ing. FH Oenologie, bleibt dem Haus für die fachtechnische Beratung in den Rebbergen und in der Weinkelterei erhalten. Alle Mitarbeitenden werden weiterbeschäftigt. Als neuer Geschäftsführer ad interim tätig ist der in Balgach aufgewachsene Eduard Tanner. Der frühere Direktor des EW Buchs hat nach seiner Pensionierung verschiedenste Weinbaukurse an der Zürcher Fachhochschule Wädenswil absolviert und bewirtschaftet im Tessin einen stattlichen Rebberg mit Merlot-Trauben. Tanner soll unter anderem die sich aufdrängenden verstärkten innovativen Massnahmen im Rebbau und Produktionsprozess, im Marketing und Kundendienst sowie in der Kommunikation in die Wege leiten.

Kulturgut und Aushängeschild

Der Name Heini Haubensak hat unter Weinkennern weit über die Ostschweiz hinaus einen überdurchschnittlich guten Ruf für innovativen Rebbau und eine hohe Qualität in der Weinbereitung. Den drei neuen Besitzern geht es in erster Linie um einen Erhalt des Unternehmens als Ganzes. Kommt diese Lösung nicht zustande, wird der Altstätter Weinbaubetrieb wohl in Einzelteile zerrissen. Damit verlöre Altstätten ein bedeutendes Kulturgut und Aushängeschild.

Heini Haubensak übernahm den elterlichen Betrieb 1983 nach Abschluss seines Studiums zum Önologen. Nach einem tragischen Unfalltod seines Vaters im Jahre 1979 führten zuerst die beiden Schwestern und die Mutter den Betrieb mit heute sieben Hektaren eigenem und rund sieben Hektaren gepachtetem Rebgelände. Dazu kommen in der Verarbeitung die Trauben zahlreicher Lieferanten aus der Region.

Pionier für neue Traubensorten

Besonders bekannt ist Heini Haubensak für seine Begeisterung, im St.Galler Rheintal neue Traubensorten heimisch zu machen. Unverkennbar sind seine Eigenbauweine vom Eichberger Hoch-Chapf, vom Altstätter Süssberg sowie vom Forst mit dem «Spitöler» – zurückgehend auf den ursprünglichen Besitzer Heiliggeistspital St.Gallen. Dazu kommen Eigenkelterungen wie die Portaser Spätlese von der Porta Romana in Pfäfers und der Rebsteiner Kirchenwein Sankt Sebastian und viele weitere Weinspezialitäten. Insgesamt umfasst das Haubensak-Angebot 28 Weine aus der Region sowie das Rheintaler Traubenkernöl und den Altstätter Grappa.