Tore, Karten und Gewitter

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Fussball Ein echtes Cupspiel mit vielen Zutaten erlebten die Fussballer vom FC Widnau bei ihrem Gastspiel beim Viertligisten CB Lumnezia im grössten Seitental der Surselva auf über 1200 m Seehöhe.

Vier gelbe und zwei rote Karten, obwohl fairer Match

Ein enger, gerade noch dem Reglement entsprechender Platz mit Hangtribüne. Ein Berggewitter, das für einen viertelstündigen Unterbruch sorgte.

Ein Gegner, der sich zumindest eine Spielhälfte lang geschickt wehrte und sich mit zehn Mann hinten einmauerte. Vier gelbe und zwei rote Karten, obwohl es ein fairer Match war. Und nicht zuletzt acht Tore, die man dem Underdog aus Graubünden einschenkte.

Ein Gewürge am Anfang

«Es war am Anfang ein einziges Gewürge», schildert Widnaus spielender Co-Trainer Daniel Lüchinger die Umstände. «Auf dem kleinen, engen Spielfeld haben wir uns zunächst gegen die massierte Abwehr sehr schwer getan.»

Allerdings, hätte Daniel Lässer seine hundertprozentige Chance wenige Sekunden nach Spielbeginn verwertet, wer weiss, wie hoch der Sieg der Rheintaler dann ausgefallen wäre. So dauerte es bis zur 20. Minute, bis Jasmin Abdoski per Kopf – nach Flanke von rechts – den Führungstreffer erzielte. Und wenig später traf Daniel Lässer mit einem Prachtschuss aus 25 Metern Entfernung direkt in den Winkel. Kurz vor der Halbzeitpause kam aus einem Getümmel und Gestocher vor dem Wid­nauer Tor heraus der Anschlusstreffer der Gastgeber, die zu diesem Zeitpunkt bereits eine gute Viertelstunde mit einem Mann weniger spielen mussten, da Alig nach einer Notbremse die rote Karte gesehen hatte.

Hutter mit gutem Start nach Verletzung

Nach dem Pausentee begann das Widnauer «Bestschiessen», frei nach dem Motto «wer will nochmal, wer hat noch nicht». Sechs Tore in 45 Minuten sind Beleg für die grosse Überlegenheit der Sonderegger-Schützlinge. Was auch daran lag, dass Lumnezia nach einer gelb-roten Karte für Collenberg die letzten 25 Minuten nur mehr mit acht Feldspielern agieren konnte.

De Almeida, Gröber, Abdoski aus einem Penalty, zweimal Hutter und Nüesch waren die Glücklichen, die jeweils den Ball hinter die Torlinie spedieren durften. Auffallend die Leistung des Zweifachtorschützen Sandro Hutter: Nach drei Monaten Verletzungspause in der 60. Minute des Cupspiels erstmals wieder eingewechselt, spielte er in überzeugender Manier, als ob er nie weg gewesen wäre. (gh)

Schweizer Cup, 1. Vorrunde

Lumnezia (4.) – Widnau (2.) 1:8 (1:2)

Tore: 20. Abdoski 0:1, 25. Lässer 0:2, 45. Demont 1:2, 50. De Almeida 1:3, 55. Gröber 1:4, 64. Abdoski 1:5 (Penalty), 67. Hutter 1:6, 87. Hutter 1:7, 88. Nüesch 1:8.