Toni's Freunde: Debbie und Sämi

BERNECK. «Toni hat gerne Kinder», sagte Markus Buschor. Jetzt habe er wieder zwei in seiner Nachbarschaft. Mit ihm freuen sich weitere Nachbarn: Pfarrer Josef Benz und Gemeindepräsident Andreas Zellweger. Gestern wurden die zwei Figuren enthüllt.

Monika von der Linden
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Der elfjährige Etienne Friolet hofft, dass ein Kind wie er und der gezeigte Film heisst. (Bild: Monika von der Linden)

Der elfjährige Etienne Friolet hofft, dass ein Kind wie er und der gezeigte Film heisst. (Bild: Monika von der Linden)

Angefangen hatte es es mit den MaiBlüten im letzten Frühling: Toni sass auf dem Rathausplatz und blickte interessiert und beobachtend auf zwei Kinder. Diese hockten oben auf der Mauer vor der Kirche. Toni durfte bleiben; die Kinder mussten wieder ihres Weges ziehen.

«Die MaiBlüten waren der Beginn dieser Erfolgsgeschichte», sagte gestern Abend July Thurnheer. «Den Rest der Spendengelder für Toni haben wir mit weiteren Spenden aufgestockt.» Dank der Zusammenarbeit der IG Toni, der Katholischen Kirchgemeinde und der Politischen Gemeinde Berneck konnte Bildhauer Markus Buschor beauftragt werden, zwei neue Kinder-Skulpturen zu schaffen.

Während des Winters genoss Toni Asyl unter den Rathausbögen. Gestern trugen einige Männer ihn auf seinen angestammten Platz vor dem Rathaus zurück. Kaum richtete er seinen Blick wieder Richtung Kirche, enthüllte Pfarrer Josef Benz die beiden Kinder aus Holz. «Die Figuren steckten bereits im Holz. Markus Buschor hat sie aus der Eiche heraus geholt», sagte Benz. «Die Kinder strahlen vor dem Hintergrund der Kirche etwas aus. Sie sagen uns still, nur durch ihr Dasein: Mensch auch du strahlst als Ebenbild Gottes aus.» Benz sprach den Segen über die beiden Kinder und die Menschen, auf die sie hinab blicken.

Er sei froh, dass Toni und die beiden Kinder nun wieder miteinander reden, sagte Präsident Pius Heilig. Er dankte im Namen des Kirchenverwaltungsrates dafür, dass dies gelungen sei.

Den Rathausplatz beleben

Er sei überwältigt von den eindrücklichen Worten, sagte Markus Buschor. «An den MaiBlüten wollte ich den Rathausplatz beleben. Das ist uns allen gelungen. Die beiden Kinder stehen mitten im Alltag. Sie sind still und nicht provozierend.»

Sie sähen etwas anders aus als die beiden Mädchen im letzten Mai. Debbie sei selbstbewusst und etwas keck. Ihre gekreuzten Hände zeigen jedoch ein wenig ihrer Verlegenheit. Der Bub, Sämi, hocke im Schneidersitz und sei etwas selbstvergessen. So wie Kinder eben sind. Er habe viele Emotionen in die beiden Skulpturen gearbeitet, sagte Buschor. Nun hoffe er, beim Betrachter etwas auszulösen, sowohl im Sommer als auch im Winter. Anders als Toni sind sie auf einem Betonsockel fixiert.

Weil das Wetter alles andere als frühlingshaft war, blieben Toni, Debbie und Sämi unter sich – im angezuckerten Berneck. Die Gäste gingen ins Lokal von Wein Berneck oder in der Pfarrsaal. Dort wurde der Film «Etienne aus der Eiche» gezeigt – eine Dokumentation von Ueli Bietenhader über das Schaffen von Markus Buschor. Der Film war ein Grund, warum Etienne Friolet zum zweiten Toni-Fest gekommen war. Insgeheim wünschte er sich, der Bub wäre ein Namensvetter von ihm.

Grosse Freude: In Tonis Blickweite sitzen nun zwei Kinder. (Bild: Monika von der Linden)

Grosse Freude: In Tonis Blickweite sitzen nun zwei Kinder. (Bild: Monika von der Linden)

Markus Buschor (2. v.r.) gibt Acht, dass Toni sanft abgesetzt wird. (Bild: Monika von der Linden)

Markus Buschor (2. v.r.) gibt Acht, dass Toni sanft abgesetzt wird. (Bild: Monika von der Linden)

Debbie und Sämi: Jetzt hocken sie für immer vor der Kirche. (Bild: Monika von der Linden)

Debbie und Sämi: Jetzt hocken sie für immer vor der Kirche. (Bild: Monika von der Linden)

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