«Toggenburger Passion» mit Geschwister Küng

Walzenhausen. Der Chor über dem Bodensee hat die «Toggenburger Passion» zusammen mit der Original Appenzeller Streichmusik Geschwister Küng einstudiert und führt das Werk am Sonntag auf.

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Walzenhausen. Der Chor über dem Bodensee hat die «Toggenburger Passion» zusammen mit der Original Appenzeller Streichmusik Geschwister Küng einstudiert und führt das Werk am Sonntag auf. Die aussergewöhnliche Passionsmusik lehnt sich formal und stilistisch an die Tradition der Passionen aus der Zeit des Barocks an: Rezitative, Arien und Choräle entstammen der damaligen Tradition. Demgegenüber werden in manchen Chorteilen des Werks die rhythmischen Muster der Tanzmusik aus dem Alpstein hörbar, die Melodien erinnern an die vertrauten Volkslieder am Säntis. Immer wieder erahnt man den Naturjodel, die Resonanz der Sennenschellen, und man nimmt den silbernen Klang des Hackbretts wahr. 1982 liess sich Peter Roth durch die Passionsbilder des Schweizer Malers Willy Fries zur Komposition dieses Werkes anregen. Die 18 Bilder des Zyklus «Grosse Passion» gelten als Hauptwerk des Künstlers. Er schuf sie während der Schreckensherrschaft der Nazis. Damals war für ihn «die Gegenwart erneut im Begriff, Christus ans Kreuz zu schlagen». Im Bewusstsein, dass solch unrühmliche Ereignisse überall geschehen können, siedelte Fries in seinen Bildern die Passionsgeschichte im Toggenburg an, was ihm prompt den Vorwurf eintrug, er betreibe Geschichtsfälschung und beleidige die Armee. Peter Roth überträgt die zwiespältige Rolle des Volkes dem Chor. Seine Passionsmusik endet aber nicht bei der Kreuzigung, sondern leitet über zur Auferstehung und Himmelfahrt Jesu und spannt den Bogen bis zum versöhnlichen Pfingstfest.

Die Konzertdaten – Walzenhausen: Sonntag, 17. April, evangelische Kirche ,17 Uhr; Amriswil: Karfreitag, 22. April, evangelische Kirche, 17 Uhr. Infos: www.chorueberdembodensee.ch oder Telefon 071 888 29 27. (pd)

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