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Tigerschnecke hält Gärten schneckenfrei

Die Tigerschnecke, die auch im Rheintal weit verbreitet ist, ernährt sich von den Eiern anderer Nacktschnecken.
Gerhard Huber
Ein in Berneck gesichteter, knapp zwanzig Zentimeter langer Tigerschnegel. (Bild: Ulrike Huber)

Ein in Berneck gesichteter, knapp zwanzig Zentimeter langer Tigerschnegel. (Bild: Ulrike Huber)

Schnecken, vor allem die Spanische Wegschnecke, sind ein altbekanntes Problem für alle Hobbygärtner. Kein Salatblatt, kein Gemüse ist vor ihnen sicher. Und keine Gartenzeitschrift, keine Zeitung, die das Thema der Schneckenplage nicht schon abgehandelt hätte. Was gibt es da für eine Fülle an mehr oder weniger ökologischen Tipps. Schneckenzäune, Bierfallen, Asche, Sägemehl, Eierschalen oder Schneckenkörner zählen da noch zu den harmloseren. Für weniger zartbesaitete Gartenfreunde wird das Überbrühen, Zerschneiden, Zerhacken oder Vierteilen der schleimigen und hungrigen Besucher empfohlen.

Feinschmecker mit Vorliebe für Basilikum

Sicher wird sich die eine oder andere Methode als effizient erweisen. Doch, Hand aufs Herz, wussten Sie schon, dass es Schneckenarten gibt, die sich nicht am mühsam aufgezogenen Gemüse und den Salaten gütlich tun, sondern die sich von den Eiern und Jungtieren anderer Schnecken, vorzugsweise denen der Spanischen Wegschnecke ernähren? Das sind diese dicken, roten Exemplare, die sich vor allem nach Regen auf Wegen und in Gärten tummeln. Die nicht nur Vielfrasse, sondern auch wahre Feinschmecker sind und sich mit Vorliebe über besonders gut riechende Leckerbissen wie Basilikum hermachen. Da die Spanische Wegschnecke von der Iberischen Halbinsel eingeschleppt wurde, stösst sie in Mitteleuropa nur auf wenige natürliche Fressfeinde.

Die hiesigen Kröten, Igel und Störche verschmähen diesen Schädling, dessen Schleim sehr bitter ist und diese Nacktschnecke praktisch ungeniessbar macht. Und da kommt die Tigerschnecke, auch Tigerschnegel genannt, ins Spiel. Eine zehn 
bis zwanzig Zentimeter lange Nacktschnecke, deren Rückenteil auffallend mit Tupfen, die an ein Tigermuster erinnern, gezeichnet ist. Der Tigerschnegel ist nachtaktiv und versteckt sich tagsüber. Er ernährt sich nicht nur von Pilzen, welken Pflanzenteilen, sondern vor allem auch räuberisch von anderen Schnecken und deren Eiablagen.

In Österreich Weichtier 
des Jahres

Die Tigerschnecke kann dabei Exemplare überwältigen, die so gross sind, wie sie selbst. Sozusagen das ideale «Haustier», um den eigenen Garten schneckenfrei zu halten; abgesehen vom Tigerschnegel natürlich. Was wahrscheinlich auch der Grund dafür ist, dass im Internet sogar ausgewachsene Tigerschnegel gekauft werden können. Die Tierchen können zweieinhalb bis drei Jahre alt werden. Wegen der Schönheit seiner Zeichnung und seiner Nützlichkeit wurde diese Schnecke bei unseren Nachbarn in Österreich gerade zum Weichtier des Jahres gewählt.

Erblickt man eines dieser Kriechtiere im Garten, sollte es deshalb keinesfalls vernichtet werden. An diesem kleinen Wunder der Natur kann man sich nur erfreuen.

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