Tiere, Tod und Tränen

Das Connyland sorgt für Schlagzeilen – und zwar nicht erst seit dem Drama um zwei innert weniger Tage verstorbene Delphine. Ein Streifzug durch die bewegte Geschichte des Freizeitparks.

Daniel Walt
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Das Connyland ist immer wieder in den Schlagzeilen. (Bild: ky/Alessandro Della Bella)

Das Connyland ist immer wieder in den Schlagzeilen. (Bild: ky/Alessandro Della Bella)

LIPPERSWIL. «Prinzessin kommt ins Connyland», «Ja, ich hatte Sex mit der 13-Jährigen» oder «Delphine haben keinen Sonnenbrand»: Das sind drei von ungezählten Schlagzeilen, die der Thurgauer Freizeitpark in den 28 Jahren seines Bestehens produziert hat. Viele von ihnen sind positiver Natur. Mindestens ebenso viele bringen aber persönliche Dramen oder Streitereien um den Freizeitpark auf den Punkt.

Das blaue Wunder

«Thurgauer erleben ihr blaues Wunder», titelt der «Blick» im Juni 2002. Anlass der Geschichte: die Einweihung der Delphin-Lagune. Bauchredner Kliby rührt an diesem Anlass die Werbetrommel fürs Connyland. Er habe bei einer Kreuzfahrt in Südamerika beobachtet, wie Delphine in einem Hafenbecken voller Klärschlamm und Abfällen um Luft gerungen hätten, sagt er – und bedauert, dass er für die Gegner des Delphinariums kein Foto davon gemacht habe. Ein paar Jahre später bietet die Lagune ein weiteres Mal Anlass zum Feiern: Eine unabhängige Organisation namens Freizeitpark-Tester-Team zeichnet das Connyland für die Lagune und die Show aus. Ein Höhepunkt in der Geschichte des Parks ist der Besuch von Prinzessin Stéphanie von Monaco im Jahr 2004: Sie tauft zwei Delphine. Im Juni 1996 kommt es im Vergnügungspark zu einem Drama: Bei einem Werkstattbrand verliert ein 28-jähriger Angestellter aus Polen sein Leben. Der Connyland-Chef lässt sich in der «SonntagsZeitung» wie folgt zitieren: «Ich habe den Angestellten gut gekannt und bin schockiert. Wir sind eine grosse Familie.» Dass diese Gemeinschaft immer wieder Zerreissproben ausgesetzt ist, liegt unter anderem an den permanenten Vorwürfen wegen Tierquälerei im Connyland. So titelt beispielsweise der «Beobachter» 2000: «Delphine und Seelöwen führen ein Hundeleben». Ex-Mitarbeiter berichten, dass ein Trainer Delphine mit den Füssen traktiert habe. Zudem sei Seelöwe Adolph mit einem Besenstiel geschlagen und wochenlang in einen Transportwagen gesperrt worden. Derselbe Seelöwe sei einmal aus einem Transporter auf die A7 bei Frauenfeld gestürzt.

Zehn Monate Gefängnis bedingt

Die Attacken aus Tierschutzkreisen bringen mit sich, dass sich das Connyland immer wieder in juristischen Verfahren wiederfindet. Dabei obsiegt in den allermeisten Fällen der Freizeitpark. Besonders was die Delphinhaltung anbelangt, erhält das Connyland von den Ämtern immer wieder einen Persilschein. Zuletzt vor wenigen Tagen, als bekannt wurde, dass eine entsprechende Untersuchung eingestellt worden ist.

Für den Juniorchef des Connylands geht im Jahr 2003 ein Prozess allerdings negativ aus: Er fasst wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit einem Kind zehn Monate Gefängnis bedingt.

Nicht nur Menschen und Tiere, sogar die Bahnen des Connylands sind schlagzeilenträchtig. So beispielsweise Cobra. Jahrelang steht sie halbfertig im Freizeitpark, weil die Firma aus Moskau die Teile nicht liefert. Als die Bahn in Betrieb genommen wird, bleibt sie ein Sorgenkind: Besucher beklagen sich, sie holpere zu stark – frisch renoviert nimmt sie in der Saison 2011 ihren Betrieb wieder auf. Die Saison wird nun allerdings vom Tod der beiden Delphine überschattet.