Theo Frey stellt sich zur Wahl

WALZENHAUSEN. Am Donnerstagabend fand in Walzenhausen die Orientierungsversammlung der Gemeinde statt, in der neben dem Voranschlag 2015 auch die Neuwahl in die Geschäftsprüfungskommission Thema war.

Gerhard Huber
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Nach der Orientierungsversammlung waren die Zuhörer zu einem «versöhnlichen» Apéro eingeladen. (Bild: Ulrike Huber)

Nach der Orientierungsversammlung waren die Zuhörer zu einem «versöhnlichen» Apéro eingeladen. (Bild: Ulrike Huber)

In urlaubsbedingter Abwesenheit von Gemeindepräsident Hansruedi Bänziger stellten an der Orientierungsversammlung der Gemeinde Walzenhausen Gemeinderat Roger Rüesch sowie Finanzverwalter Markus Keel den am 30. November zur Abstimmung kommenden Voranschlag 2015 vor. Bei einem Aufwand von 12 538 300 Franken und einem Ertrag von 12 542 680 Franken schliesst dieser mit einem Überschuss von 4380 Franken ab.

Kandidatur gibt zu reden

Hauptsächlich aufgrund des kantonalen Sparpakets und der dadurch verursachten Mehrkosten für die Gemeinden wird die Pro-Kopf-Verschuldung in den kommenden Jahren zwar steigen, sich aber durchaus im Rahmen der Empfehlungen des Kantons halten, wie Markus Keel ausführte. Der Steuerfuss in Höhe von 3,8 Einheiten soll unverändert beibehalten werden.

Während der Voranschlag für 2015 wenig Stoff für Diskussionen bot, sah dies bei der Vorstellung der beiden Kandidaten für die Geschäftsprüfungskommission, die zur Wahl stehen, schon anders aus. Natürlich erhielten die beiden Bewerber Roger Mathys und Theo Frey die Möglichkeit, sich vorzustellen und Fragen aus dem Publikum zu beantworten. Die Aufgabe der GPK besteht darin, den Gemeinderat auf Einhaltung aller Vorschriften zu kontrollieren und in seiner Amtsführung auch begleitend zu unterstützen.

Da es sich aber bei Theo Frey um jenen «Behördenschreck» handelt, der vor einigen Jahren vor der Abstimmung eines neuen Entschädigungsreglements, die mit Ausnahme eines geringen Sitzungsgeldes und einer Spesenpauschale ehrenamtlich arbeitenden Gemeinderäte in einem Flugblatt als «Abzocker» bezeichnete. Worauf er von sechs der sieben Gemeinderäte eine Privatklage wegen Ehrverletzung erhielt.

Frey wurde freigesprochen

In einer vieldiskutierten und -kommentierten Entscheidung wurde Theo Frey dann sogar vom Kantonalgericht Appenzell-Ausserrhoden freigesprochen. Begründung: Der Begriff «Abzocker» werde so inflationär gebraucht, dass er keine Ehrverletzung mehr darstelle.

Konstruktive Arbeit möglich?

Angesichts des durch diese Aktion wohl nicht mehr vorhandenen gegenseitigen Vertrauens zweifelten Besucher der Orientierungsversammlung daran, dass Frey mit dem Gemeinderat künftig konstruktiv zusammenarbeiten könnte. Doch das wird der Abenteurer Theo Frey, der in jüngeren Jahren als Buschpilot Hilfsgüter zu einem kleinen Volk in West-Neuguinea flog, in einer kleinen Cessna samt Familie vor dem indonesischen Militär über den Ozean nach Australien flüchtete und in Papua-Neuguinea auch schon mal wegen illegalen Grenzübertritts monatelang im Gefängnis sass, nicht von der Kandidatur abhalten.

Der Präsident der aktuellen GPK bestätigte im Übrigen, dass die vom gesamten Gemeinderat 2011 und 2012 beanspruchten Spesen in Höhe von 235 Franken und 478 Franken nochmals geprüft wurden und als gerechtfertigt anzusehen sind. Angesichts der Geringfügigkeit dieser Beträge scheint Theo Frey mit seiner «Abzocker»-Kampagne wohl mit Kanonen auf Spatzen geschossen zu haben.