Teurer Rückschlag für Illkraftwerk

FELDKIRCH. Ein Hochwasser der Ill verursachte in der Nacht zum Mittwoch einen herben Rückschlag für den Kraftwerksbau der Feldkircher Stadtwerke. Die Wassermassen zerstörten die neu angelegte Spiersbach-Mündung.

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Die Ill hat die linksseitige Baustelle gründlich abgeräumt. Ein Trenndamm wurde weggerissen, die Spundwand aus Eisenlarsen am Spiersbach versank in den Fluten. (Bild: gg)

Die Ill hat die linksseitige Baustelle gründlich abgeräumt. Ein Trenndamm wurde weggerissen, die Spundwand aus Eisenlarsen am Spiersbach versank in den Fluten. (Bild: gg)

Verursachte vor einigen Tagen das Hochwasser des Rheins mit rund 1300 Kubikmeter Durchflussmenge pro Sekunde nur einen kurzen Baustop, hatten die Wassermassen der Ill, die infolge der starken Niederschläge um Mitternacht am Dienstag auf 300 Kubikmeter pro Sekunde anstiegen, für den laufenden Bau des Kraftwerks am Illspitz ernsthaftere Folgen.

Die Naturgewalt der grauen Flut verbog eine tief eingeschlagene Spundwand aus Eisenlarsen wie Spielzeug und liess sie schliesslich in den Fluten versinken, riss einen aufgeschütteten Damm mit und zerstörte die neu angelegte Mündung des Spiersbachs. Das für das Turbinenhaus vorgesehene Gelände war gestern noch von reissendem Wasser überströmt. Menschen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden, auch die Baugeräte und -maschinen wurden nicht in Mitleidenschaft gezogen.

Nach ersten Auskünften der Stadtwerke Feldkirch werfen die Hochwasserschäden, die nun wieder mit viel Aufwand saniert werden müssen, um mindestens vier Wochen zurück. Die Bauarbeiter waren gestern wortkarg und damit beschäftigt, vorläufig weitere Abschwemmungen zu verhindern.

Die Schadenshöhe konnte unmittelbar nach dem Hochwasser noch nicht genau beziffert werden, wird aber nach Auskünften der Feldkircher Stadtwerke «bis zu 300 000 Euro» betragen. Trotzdem wollen die Stadtwerke am Fertigstellungstermin festhalten, 2014 sollen die Turbinen anlaufen und 6000 Haushalte mit Strom versorgen. Von den Fluten der Ill überschwemmt wurde nur das Gelände links des Flusses, wo für das geplante Krafthaus mit der Verlegung des Spiersbachs Platz geschaffen wurde.

Dort abgestellte Geräte wurden nicht betroffen, sie konnten rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Von den Wassermassen unberührt blieb die Baustelle rechts der Ill, wo gegenwärtig die Pfahlgründung für die beiden Wehrfelder des Kraftwerkes im Gange ist. (gg)

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