Teure Hochwassersicherheit

OBERRIET/RÜTHI. Die Aufweitung des Binnenkanals bei Rüthi ist um fast 370 000 Franken teurer ausgefallen, als man kalkuliert hatte. Dies vor allem wegen nötiger Bodenkäufe und Pachtauflösungen.

Max Tinner
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Ein Bijou: Die Binnenkanal-Erweiterung bei Rüthi kostete fast 4 Mio. Franken. (Bild: Max Tinner)

Ein Bijou: Die Binnenkanal-Erweiterung bei Rüthi kostete fast 4 Mio. Franken. (Bild: Max Tinner)

Oberriet/Rüthi. Statt 3,6 Mio. Franken kostete die Aufweitung und Renaturierung des Binnenkanals bei Rüthi in den Jahren 2006 bis 2008 letztlich 3,97 Millionen Franken. Die Delegiertenversammlung des Zweckverbands Rheintaler Binnenkanalunternehmen – er besteht aus den Anrainergemeinden von Sennwald bis St. Margrethen – nahm an seiner Sitzung am Mittwoch im Restaurant Adler in Oberriet die Schlussabrechnung lediglich noch zur Kenntnis. Der Verwaltungsrat hat sie bereits im November genehmigt.

Mehr Geld für Bodenablösung

Teurer als erwartet, nämlich um 200 000 Franken, sind im Besonderen die Kosten für den Kauf von Boden und für die Auflösung von Pachten im Projektabschnitt ausgefallen. Um 130 000 Franken teurer kam die Brücke Unterfurt zu stehen. Demgegenüber konnte der Bauabschnitt Stöcken um 137 000 Franken günstiger gebaut werden, als man im Kostenvoranschlag noch angenommen hatte, was verschiedene weitere Mehrkosten kompensierte. Für einen Teil der Mehrkosten sind Bund und Kanton aufgekommen. Letztlich blieben Restkosten von 63 000 Franken, die sich der Zweckverband und die Politische Gemeinde Rüthi teilen.

Bemerkenswert an der Finanzierung des Projekts ist, dass über 770 000 Franken von Gönnern und Sponsoren wie Versicherungen und Stiftungen beigetragen worden sind. Auch die Informationstafeln, die nun noch aufgestellt werden sollen, werden von Sponsoren finanziert.

Erst der Anfang

Die knapp 4 Mio. Franken zur Verbesserung der Hochwassersicherheit in Rüthi dürften für die Gemeinden allerdings erst der Anfang gewesen sein. Zurzeit erarbeitet der Zweckverband ein Hochwasserschutzkonzept für die ganze Länge des Rheintaler Binnenkanals. Im Fokus hat man vor allem das untere Rheintal: Weil der Kanal dort durch dicht besiedeltes Gebiet führt, könnte ein extremes Hochwasserereignis enorme Schäden verursachen. Derzeit wird die Wirksamkeit der in Frage kommenden Massnahmen anhand von Modellen geprüft. Noch in diesem Sommer soll das Konzept vorliegen.