Tennis-Ass leitet neu Vitalis

LÜCHINGEN. Myriam Casanova, die einst den 45 weltbesten Tennisspielerinnen zugehörte, wird Geschäftsführerin des Vitalis-Sportcenters in Lüchingen.

Gert Bruderer
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Myriam Grob-Casanova löst ihre Eltern Leo und Lucia Casanova als neue Leiterin von Vitalis Sports ab. (Bild: Gert Bruderer)

Myriam Grob-Casanova löst ihre Eltern Leo und Lucia Casanova als neue Leiterin von Vitalis Sports ab. (Bild: Gert Bruderer)

Myriam Casanova löst ihre Eltern Leo und Lucia Casanova ab, die das Center 34 Jahre lang geleitet haben. Die Geschichte dieses Centers ist bewegt. Das gilt auch für die jüngere Vergangenheit der Casanovas. Nur sechs Tage zurück liegt das letzte schöne Ereignis: In Lüchingen hat Myriam Casanova kirchlich geheiratet. Die Leitung von Vitalis Sports wird sie vom Vater als Myriam Grob-Casanova im Herbst übernehmen. Sie ist dafür bestens gerüstet. Ihre Lehre mit Berufsmatura absolvierte sie in der Altstätter Stadtverwaltung, nun hat sie ihr Wirtschaftsstudium an der Fachhochschule erfolgreich beendet.

Experte Schüler bleibt

Auf dem Papier ist Leo Casanova seit drei Jahren im Ruhestand. Schon lange vor der Pensionierung hatte er an die Zukunft des Sport- und Fitnesscenters gedacht – und eine gute Lösung finden können. Als Sportwissenschaftler und Tennislehrer Dominic Schüler 2008 die Arbeit für das Fitnesscenter aufnahm, gingen alle davon aus, dass der perfekte Nachfolger gefunden war. Doch dann kam die Altstätter Stadtpolitik diesem Plan in die Quere. Denn das nahe Hallenbad der Stadt hat keine klare Zukunft. Es ist offen, ob zu einem neuen Bad ein Wellnessangebot gehören wird. Sportfachmann Schüler bleibt zwar gern im Vitalis-Sportcenter tätig, allerdings als rechte Hand von Casanovas Tochter Myriam.

Einst einziges Sportcenter

Als das Center 1981 mit einem Grundangebot (Tennis, Squash, Restaurant) den Betrieb aufnahm, war es das einzige der Region. Fünf Dutzend Altstätter hatten mit der Gründung der Tennis- und Squashhallen Bohl AG den Bau einer Halle ermöglicht, die der Allgemeinheit dienen sollte und nicht primär viel Profit erzielen musste. Dazu passte, dass in dieser Halle eine grosse Sache ihren kleinen Anfang nahm: Die Rheintalmesse Rhema. Über ein Jahrzehnt war ihr das Center Bohl ein guter Standort.

1988 wurde schon ausgebaut. Hinzu kamen ein Fitness- und ein Wellnesscenter, ausserdem die Wohnung, in der Leo Casanova und die Gattin noch immer zu Hause sind. Weitere sieben Jahre später, 1995, entstand die Badmintonhalle. Die Rhema hatte mehr Fläche beantragt, sie dann aber – Ironie des Schicksals – nie benutzt. Was insofern nicht weiter schlimm war, als die neue Halle so geplant war, dass sie ohne Rhema auskam.

2002 wurden der Eingangsbereich und der Empfang verlegt und als eine Art Wintergarten völlig neu gestaltet.

Tochter beginnt im Herbst

Myriam Grob-Casanova kann im Herbst einen Betrieb übernehmen, in den auch in jüngster Zeit viel investiert wurde, vor allem in hochmoderne Fitnessgeräte. Sie sagt, für sie komme der Wechsel zur rechten Zeit. Bis im Mai 2011 war sie als Tennisspielerin unterwegs gewesen, erst mit dem Studium schlug sie erstmals Wurzeln. Nach drei Jahren in der Stadt St. Gallen zog sie letztes Jahr nach Au.

Myriam Grob-Casanova sagt, die neue, topmoderne Infrastruktur habe ihren Entscheid, künftig das Vitalis-Sportcenter zu leiten, entscheidend beeinflusst. Zudem kenne sie das Geschäft seit langem. Sie hat nicht nur weit über hundert Fitnesscenter im Laufe der eigenen Sportkarriere kennengelernt, sondern während der Lehre eineinhalb Tage pro Woche im Lüchinger Sport- und Fitnesscenter mitgearbeitet. Seit zehn Jahren ist sie zudem Fitness-Instruktorin. Als erfolgreiche Tennisspielerin und sportbegeisterte Rheintalerin verfolgt Myriam Grob-Casanova künftig ein Ziel, das nahe liegt: Noch mehr Menschen für Sport zu begeistern.