Tempo 30 kurz vor der Realisierung

Gegen das Planverfahren für vier Tempo-30-Zonen in Au und Heerbrugg sind sechs Einsprachen eingegangen. Fünf beziehen sich auf das Gebiet Blattacker und eine auf das Gebiet Emseren. Keine Vorbehalte zu Tempo 30 gab es im Gebiet Nefen und Bahnhof Heerbrugg.

Susi Miara
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Das Gebiet Neudorf und Walzenhauser-/Fränzerenstrasse wird geprüft. Im Gebiet Emseren steht man kurz vor der Ausführung. (Bild : pd)

Das Gebiet Neudorf und Walzenhauser-/Fränzerenstrasse wird geprüft. Im Gebiet Emseren steht man kurz vor der Ausführung. (Bild : pd)

au. An verschiedenen Informationsanlässen hat der Gemeinderat bereits über die Einführung der Tempo-30-Zonen im Gebiet Bahnhof Heerbrugg; Nefen, Heerbrugg; Blattacker, Heerbrugg, und Emsersen, Au, informiert. Seit 2. Juni lag der Planerlass öffentlich auf. Am 4. Juli ist die Einsprachefrist abgelaufen. «Es sind sechs Einsprachen eingegangen, wobei nur wenige die Zone 30 grundsätzlich bestreiten», sagte Gemeindepräsident Walter Grob auf Anfrage. Das Schwergewicht (fünf Einsprachen) liege im Gebiet Blattacker. «Es sind keine unlösbaren Probleme», so Walter Grob. Die Einsprecher möchten zum Beispiel, dass das Eingangstor weiter vorne steht oder dass die Erhöhung der Strasse weiter weg von der Hauseinfahrt gebaut wird. Der Gemeinderat habe ausserdem einige Anregungen erhalten, wie zum Beispiel den Einbezug der Gutenbergstrasse in die Tempo-30-Zone. «Wir werden mit den Einsprechern und der Kantonspolizei persönlich vor Ort diese Probleme zu lösen versuchen», erklärt Walter Grob. Er ist überzeugt, dass alle sechs Einsprachen bereinigt werden können.

Aufwendiges Projekt

Die Tempo-30-Zone zwischen der Auerstrasse und dem Bahnhof Heerbrugg bezeichnet Walter Grob als das aufwendigste Projekt. Obwohl dort keine Einsprachen erhoben wurden, werde die Umsetzung noch etwas Zeit brauchen. «Die Streckenführung muss teilweise geändert und die SBB-Parkplätze verlegt werden», erklärt Grob. Auf diese Art könne auch der Radweg hinter den SBB-Parkplätzen geführt werden. Verschwinden werden auch die Trapez-Elemente und Schwellen im Kreuzungsbereich. Mit Bäumen und erhöhten, eingefärbten Flächen soll dort die Geschwindigkeit gedrosselt werden. Das Projekt werde abgestimmt auf die Neugestaltung des Schmidheiny-Parks.

Nur Auer Gemeindegebiet

Zuerst will Au die Tempo-30-Zone im Gebiet Nefen in Angriff nehmen. Grob bedauert, dass die Loostrasse und die Rietstrasse nicht in ganzer Länge, sondern nur auf dem Auer Gemeindegebiet beruhigt werden können. «Der Gemeinderat hat auf Anraten seiner Verkehrsplaner der Gemeinde Widnau vorgeschlagen, die Tempo-30-Zone auf das ganze Quartier auszuweiten», so Grob. Widnau habe jedoch abgelehnt. Wie der Widnauer Gemeinderat kürzlich informierte, will er den Verkehr an exponierten Stellen mit massgeschneiderten Lösungen ohne Tempo-30-Zonen beruhigen.

Keine Mode-Erscheinung

Walter Grob ist überzeugt, dass die wenigen Vorbehalte gegen die Tempo-30-Zonen ein Beweis dafür seien, dass die Bevölkerung diese Verkehrsberuhigung wünscht. Tempo-30-Zonen in Quartieren sind ein wichtiger Beitrag für sichere Strassen. Die reduzierte Geschwindigkeit vermindert den Durchgangsverkehr, führt zu ruhigerem Fahrverhalten und erhöht die Sicherheit. Dabei steigt die Wohnqualität in den Quartieren. Der Vorteil von Tempo 30 in Bezug auf die Sicherheit von schwächeren Verkehrsteilnehmern, lasse sich eindrücklich mit dem Bremsweg darstellen. Während sich ein Auto bei Tempo 30 auf 13 Meter stoppen lasse; stehe es bei Tempo 50 erst nach 27 Metern. Ein Kind, das in 14 Meter Distanz auf die Strasse rennt, hat also bei Tempo 30 nur einen Schrecken. Bei Tempo 50 wird es mit 50 km/h umgefahren, da der Bremsvorgang aufgrund der Reaktionszeit noch gar nicht begonnen hat.

Das Gebiet im Unterdorf könne nur mit Widnau realisiert werden. Auf dem Plan fehlt das Gebiet beim Bahnhof Heerbrugg. (Bild: pd)

Das Gebiet im Unterdorf könne nur mit Widnau realisiert werden. Auf dem Plan fehlt das Gebiet beim Bahnhof Heerbrugg. (Bild: pd)

Keine Vorbehalte gegen Tempo-30-Zone beim Bahnhof Heerbrugg. Hier handelt es sich auch um das aufwendigste Projekt. (Bilder: Susi Miara)

Keine Vorbehalte gegen Tempo-30-Zone beim Bahnhof Heerbrugg. Hier handelt es sich auch um das aufwendigste Projekt. (Bilder: Susi Miara)