Tempo 30, alles andere ist Beilage

In Balgach informierte der Gemeinderat gestern über den Stand diverser Projekte. Man kann die Traktandenliste mit einem Menu vergleichen: Strategieziele als Vor-, Bauprojekte als Hauptspeise – und zum Dessert eine Erfolgsmeldung.

Samuel Tanner
Merken
Drucken
Teilen
Möglichst ohne Umwege: Der Gemeinderat will verschiedene Projekte vorantreiben, so etwa den Umbau des Rathauses (im Bild). (Bild: Samuel Tanner)

Möglichst ohne Umwege: Der Gemeinderat will verschiedene Projekte vorantreiben, so etwa den Umbau des Rathauses (im Bild). (Bild: Samuel Tanner)

BALGACH. Wenn man den Infoabend der Gemeinde tatsächlich mit einem Menu vergleichen will, hatten die Besucher gestern von der Vorspeise nicht gegessen. Präsidentin Silvia Troxler sprach über die Strategieziele des neuen Gemeinderats – es waren Sätze, so luftig wie ein gutes Süppchen.

So will Balgach «weiterhin eine attraktive, lebenswerte Gemeinde bleiben», es will «weiterhin qualitativ wachsen», es will «alles unternehmen, damit die Firmen und Arbeitsplätze vor Ort bleiben» und es will sich in den Bereichen Verkehr, Energie oder Soziales den Herausforderungen der Zukunft stellen. Als Silvia Troxler fertig war mit ihrem Referat, bemerkte sie selbst: «Das sind schöne Worte; für uns geht es nun darum, sie mit Leben zu füllen.»

Rebhüttli wird wieder aufgebaut

Nahrhafter wurde die Angelegenheit, als es um aktuelle Projekte ging – der Hauptgang, wenn man so will.

Der Umbau des Rathauses und die Technik-Sanierung im Hallenbad befinden sich laut Troxler auf gutem Weg. Klar ist nun zudem, dass das abgebrannte Rebhüttli wieder aufgebaut wird: «Es gehört zum Bild unserer Rebhänge», sagte Silvia Troxler. Der Wiederaufbau befindet sich derzeit in Planung. Ebenfalls erst auf Papier existieren folgende Bauprojekte: Die Überbauungen Wiesental (vis-à-vis des Rathauses), Ländern West (bei der Gerbe) sowie Wiesenstrasse (bei Victoria Druck). «Bei diesen Vorhaben spielen raumplanerische Überlegungen eine Rolle», so Troxler. Verdichtung nach innen, heisst das im Politikerjargon. Oder anders ausgedrückt: Möglichst keine weitere Zersiedelung. Wichtig sei es aus dem Grund auch, sich bei der Arbeit am Teilzonenplan Bad genug Zeit zu lassen, fand die Gemeindepräsidentin.

Aus Sicht des Publikums (oder eben: der Gourmets) waren diese Projekte jedoch nur Beilage. – Viel eher zu beissen hatten sie an den Tempo-30-Zonen. Erst sagte Silvia Troxler: «Es wird weitere 30er-Zonen geben. Wir sprechen aber noch über die genaue Ausstattung.» Dann gab es diverse Wortmeldungen und Kritik an diesen Zonen: «sie sind gefährlich», «sie werden vergoldet». Bis Silvia Troxler am Ende sagte: «Wir müssen – was die 30er-Zonen angeht – wohl noch einmal über die Bücher.»

Darauf präsentierte Gemeinderat Urs Lüchinger einige Gedanken zur Energiezukunft – und sagte, dass Balgach das Label «Energiestadt» weiterhin behalten könne. Die sogenannte Rezertifizierung schaffe man. Es war eine Art süsses Dessert.

Im Anschluss an die Gemeinde-Infos gab es einen zweiten Hauptgang: Ein Vertreter der Ortsgemeinde präsentierte eigene Ideen zum Hochwasserschutz am Binnenkanal. Darüber berichtet unsere Zeitung (auch der leichteren Verdaulichkeit zuliebe) in einer ihrer nächsten Ausgaben.