Teilerfolg für IG in Eichberg: Swisscom prüft Standort am Hoch-Chapf als Alternative zum Eichpark

Letztes Jahr hat man sich gegen die Mobilfunkantenne im Eichpark, jetzt gibt es eine Alternative. Das Baugesuch für die Antenne im Eichpark wurde allerdings lediglich sistiert.

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Statt im Eichpark wird die Swisscom-Antenne nun wohl auf dem Reservoir Kapf über dem Dorf gebaut.

Statt im Eichpark wird die Swisscom-Antenne nun wohl auf dem Reservoir Kapf über dem Dorf gebaut.

Bild: Max Tinner

An der letztjährigen Bürgerversammlung in Eichberg hat sich alt Gemeinderatsschreiber Gregor Kaiser im Namen besorgter Anwohner gegen eine Mobilfunkantenne gewehrt, die auf eines der Mehrfamilienhäuser in der Eichpark-Überbauung zu stehen kommen sollte. Der Gemeinderat solle der Swisscom das Reservoir am Hoch-Chapf als alternativen Standort vorschlagen, schlug Kaiser damals vor.

Die Swisscom ist offenbar darauf eingegangen. Der Mietvertrag sei – vorbehältlich der Realisierung der Antenne – unterzeichnet, schreibt die Gemeinde in der Ende letzter Woche veröffentlichten April-Ausgabe ihres Mitteilungsblattes. Die Partner der Swisscom arbeiteten zurzeit an der Planung für den neuen Standort und bereiteten die Baueingabe vor.

Das Baugesuch für die Antenne im Eichpark wurde allerdings nicht zurückgezogen, sondern lediglich sistiert. Ob die Swisscom nicht doch noch auf jenen Standort zurückkomme, liege an ihr.

Käme es so weit, müsste der Gemeinderat das Gesuch wohl bewilligen. Dies hatte Ge­meindepräsident Alex Arnold letztes Jahr an der Bürgerversammlung angedeutet. Das liegt auch daran, dass die Überbauung Eichpark als Wohn- und Gewerbezone ausgeschieden ist und nicht als reine Wohnzone.

Der damals beim Bau des Eichparks getroffene raumplanerische Entscheid ist für Gregor Kaiser heute unverständlich. Er fände es sinnvoll, die Überbauung mit ihren 32 Wohnungen in der laufenden Ortsplanungsrevision in eine reine Wohnzone zu überführen.

Kaiser wünschte sich auch, die Gemeinde würde dem Beispiel von Gemeinden wie Oberriet und Rebstein folgen und für die reinen Wohnzonen ebenfalls eine Planungszone für Mobilfunkantennen erlassen, um im Zuge der Ortsplanungsrevision den Bau von Antennen dort möglichst auszuschliessen.

Kleinfunkzellennetz macht Antennen nicht überflüssig

An der Bürgerversammlung 2019 hatte Gregor Kaiser ausserdem die Installation eines Kleinfunkzellennetzes gefordert, wie es die Stadt St.Gallen realisieren will. Für ein solches wäre zwar mehr als nur eine Antenne nötig; die Antennen kämen aber mit einer geringeren Sendeleistung aus, womit auch die Strahlenbelastung kleiner wäre.

Davon sieht der Gemeinderat Eichberg nun nach ersten Abklärungen ab. Ein Kleinfunkzellennetz entlaste die Mobilfunkantennen von Datenverkehr, ähnlich einem WLAN-Netz in einem Haus, wird im Mitteilungsblatt der Gemeinde erklärt. Ersetzen könne es die grossen Antennen aber nicht, weil sie im Besonderen für die Telefonie nach wie vor nötig seien. Deswegen und auch weil sich der Bau eines Kleinfunk­zellennetzes in einem Dorf wie Eichberg kaum lohnen würde, werde der Gemeinderat die Idee nicht weiterverfolgen.

Interessengemeinschaft will dran bleiben

Gregor Kaiser zweifelt an der Stichhaltigkeit der Argumentation. Der Gemeinderat habe sich da zu schnell zufriedengegeben. Er will die Interessengruppe gegen den Bau der Antenne im Eichpark zu einem Treffen einberufen, um das weitere Vorgehen zu besprechen, sobald das Corona-Versammlungsverbot gelockert wird.