Tango nach dem Samba

FAUSTBALL. Nach dem von Widnau gewonnenen Weltpokal blickt die Faustball-Welt bald wieder nach Südamerika: Vom 14. bis 21. November finden in Argentinien die Weltmeisterschaften statt.

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Weltcupsieger im Schweizer WM-Aufgebot: Anschläger Cyrill Schreiber (vorne) und Mittelspieler Mario Kohler von Faustball Widnau. (Bild: Emmy Kohler)

Weltcupsieger im Schweizer WM-Aufgebot: Anschläger Cyrill Schreiber (vorne) und Mittelspieler Mario Kohler von Faustball Widnau. (Bild: Emmy Kohler)

Wenn Widnau als erstes Schweizer Team den Weltpokal gewinnt, sollte die Schweiz in Cordoba auch erstmals Weltmeister werden können. Mit Angreifer Cyrill Schreiber und Mittelspieler Mario Kohler stehen zwei Widnauer im Aufgebot von Nationaltrainer Oliver Lang. Das Gros des Kaders stellt aber der SVD Diepoldsau, der in Argentinien mit Lukas Lässer, Fabian Marthy, Malik Müller und Raphael Schlattinger vertreten ist.

WM 2011 war blamabel

An der WM spielen 15 Nationen mit. Der Modus ist wieder mal eine Wissenschaft für sich. Klar ist, dass alles andere als die Halbfinalqualifikation eine Blamage für die Schweizer wäre. Allerdings ist genau dieses Worst-Case-Szenario an der letzten WM vor vier Jahren eingetroffen: Die Schweiz wurde noch hinter Argentinien nur Fünfte. Den WM-Titel gewann zum zehnten Mal Deutschland. In den drei WM-Turnieren zuvor konnten erstmals andere Nationen gewinnen (2007 Österreich sowie 2003 und 1999 Brasilien).

Im Medaillenspiegel aller 13 Weltmeisterschaften seit 1968 rangiert die Schweiz mit einer erstaunlich bescheidenen Ausbeute (nur je eine Silber- und Bronzemedaille) auf dem vierten Rang. Nur noch eine weitere Nation hat überhaupt einmal WM-Edelmetall gewonnen, die inzwischen nicht mehr existierende DDR sicherte sich an der ersten WM die Bronzemedaille. Die Schweiz gewann ihre zwei Medaillen 1982 in Hannover (Bronze) und 1995 in Windhoek (Silber).

Letzte Medaille vor 20 Jahren

Das Ziel der Schweiz ist deshalb die erste WM-Medaille seit 20 Jahren. Darauf ist die Vorbereitung ausgerichtet worden. Zurzeit weilt das Schweizer Nationalteam in einem Trainingslager in der Türkei.

Widnaus Triumph im Weltcup-Final in Porto Alegre war für das Selbstvertrauen der Schweizer sicher hilfreich – gerade auch, weil die Nati mit Cyrill «Fausto» Schreiber auf denselben Teamleader wie Widnau zählt. Mario Kohler, der andere Weltpokal-Sieger im Schweizer Aufgebot, bestreitet erstmals eine WM. Der 27-Jährige hatte bis anhin wegen seines Studiums auf WM-Kampagnen verzichtet. (ys)

Bisherige Weltmeister: Deutschland (10 Titel), Brasilien (2), Österreich (1).