Talentschule heisst nicht: Weniger Schule

«Rebstein ärgern die Talentschulen», «Rheintaler» vom 10. Februar Die Verärgerung der Oberstufe Rebstein-Marbach über die Talentschule für Musik und Gestaltung Altstätten ist unbegründet.

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«Rebstein ärgern die Talentschulen», «Rheintaler» vom 10. Februar

Die Verärgerung der Oberstufe Rebstein-Marbach über die Talentschule für Musik und Gestaltung Altstätten ist unbegründet. Die Talentschule bedeutet Aufwand für die Lernenden und den Schulträger und rechtfertigt eine Kostenbeteiligung.

An der Bürgerinformation vom 9.

Februar hat der Schulratspräsident der Oberstufe Rebstein-Marbach seinen Ärger über die Talentschulen geäussert («Rheintaler» vom 10. Februar). Der Unmut der Oberstufe Rebstein-Marbach über die Schwierigkeiten mit der Klassenplanung ist teilweise verständlich. Im vergangenen Jahr war der Anmeldeschluss für die Talentschule Musik in Altstätten in der Tat relativ spät gesetzt worden.

Dies wurde im laufenden Jahr korrigiert; für die Abteilung Musik ist die Anmeldefrist bereits abgelaufen und für die Abteilung für Gestaltung endet sie am 17. Februar. Der Aufnahmeentscheid für beide Abteilungen erfolgt im März. Damit bleibt den Schulgemeinden genügend Zeit für die Klassenplanung.

Ärgerlich mag für die Wohnortschulgemeinde eines Talentschülers oder einer Talentschülerin auch sein, dass für die Talentschule Schulgeld zu entrichten ist.

Dieses wird aber vom Bildungsdepartement vorgegeben und beträgt für die Talentschule für Musik und Gestaltung, Altstätten, 6750 Franken pro Semester für den gesamten Schulunterricht. Das Schulgeld liegt damit unter den durchschnittlichen Kosten von Oberstufenschülern. Aus der Sicht der Oberstufe Altstätten ist schliesslich im Besonderen der Vorwurf unberechtigt, die Talentschule für Musik und Gestaltung mache nichts anderes, als die begabten Schüler um 15 Uhr in die Musikproben zu entlassen.

Die Talentschülerinnen und -schüler an der Oberstufe Altstätten besuchen den ordentlichen Unterricht und können sich – individuell und im Rahmen ihrer schulischen Fähigkeiten – von gewissen Schulstunden entlasten. Bedingung ist aber, dass sie den verpassten Stoff selber nacharbeiten. Abgesehen vom Instrumentalunterricht für die Talentschüler Musik erteilt sodann die Oberstufe Altstätten den gesamten Förderunterricht für die Talentschüler selber.

Dazu gehören die zusätzlichen Lektionen für Musiktheorie genauso wie der Unterricht in gestalterischem Handwerk, Ästhetik oder Kunsttheorie. Nicht vergessen werden darf auch, dass jeder Talentschüler und jede Talentschülerin von einer Mentorin begleitet und betreut wird. Die Mentorin hilft, den ordentlichen Schulstoff nachzuarbeiten, der durch die Entlastungen eventuell verpasst wird.

Auch in der Talentschule haben die Schüler und Schülerinnen nämlich den gleichen Lernstoff zu erarbeiten wie in der «normalen» Oberstufe.

Die Oberstufe Altstätten betreibt mit ihrer Talentschule für Musik und Gestaltung einen erheblichen Aufwand für die Begabungsförderung im Rheintal und bietet musisch begabten Kindern eine einmalige Plattform, sich auf weiterführende Schulen oder einen musikalischen oder kunsthandwerklichen Beruf vorzubereiten. Nicht umsonst hat sie als erste Schule im Kanton St.

Gallen die Bewilligung zum Führen einer Talentschule für Gestaltung erhalten.

Remo Maurer Schulratspräsident, Schule Altstätten

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