Talentförderung gebündelt

An der DV das St. Galler Fussballverbands erhielten 60 Vereine Einblick ins neue Nachwuchskonzept.

Drucken
Teilen

FUSSBALL. «Im ersten Halbjahr waren wir beim Projekt Nachwuchsförderung vor allem mit der Schaffung von Strukturen beschäftigt», sagte Roger Zürcher, Technischer Leiter des Future Champs Ostschweiz in Jona, «nun können wir mit der Umsetzung beginnen.» Vorgesehen ist, dass ab kommendem Sommer in Bürglen eine Fussballschule mit den besten Talenten aus der Region gebildet wird. Es handelt sich um sechs bis acht Junioren pro Jahrgang, die dort aufgenommen werden, maximal sind es 24 Nachwuchsleute, verteilt auf drei Jahrgänge. Das Projekt steht unter Federführung des FC St. Gallen und des FC Wil.

Zwei SL-Spieler pro Saison

Die Erfolge des regionalen Ausbildungszentrums wollen die Initianten an konkreten Zielen messen. So sollen in den nächsten zwei bis drei Jahren pro Jahrgang mindestens ein bis zwei Talente den Sprung in nationale U-Auswahlen finden, also U16 bis U21. Und in den nächsten drei bis fünf Jahren sollen pro Jahrgang mindestens drei bis fünf Nachwuchsleute Kader- oder Stammspieler in der Challenge League und ein bis zwei Talente Kader- oder Stammspieler in der Super League werden. Ziel ist es auch, einige junge Spieler an Grossclubs im In- und Ausland abzugeben, um auf diese Weise eine Ausbildungsentschädigung zu erhalten.

Der St. Galler Kantonal-Fussballverband (SGKFV) widmete einen grossen Teil seines Arbeitsaufwandes dem Nachwuchsprojekt. Wie Präsident Peter Witschi (Diepoldsau) ausführte, ist man nicht ganz zufrieden, dass sich das Aufgabenfeld des Verbandes bei der Talentförderung nur noch auf die Stützpunkte erstreckt. Ziel sei es, wieder im ganzen Kanton tätig zu sein. Der SGKFV war einst Initiant der Stützpunkt-Trainings für alle Vereine im Kanton. Erfreut äusserte sich Witschi darüber, dass im Future Champs alle Kräfte in der Ostschweiz für die Nachwuchsförderung gebündelt werden.

Weiter Fortschritte macht der Betrieb an den fünf Sportschulen im Kanton St. Gallen. Ebenso findet das Kinderfussball-Projekt im Rheintal und am Bodensee grosse Beachtung. Im Schulfussball verzeichnet der Kanton St. Gallen am nationalen CS-Cup nach wie vor die mit Abstand höchste Teilnehmerzahl, dank der Organisation durch den kantonalen Verband. Dessen Vereine sowie der Kantonalverband wurden via IG St. Galler Sportverbände mit nicht weniger als total 900 000 Franken für Kurse, Anschaffungen und Bauvorhaben unterstützt. Die Zahl der Fussballvereine im Kanton ist durch die Integration von Croatia Uzwil in den FC Uzwil auf 63 gesunken. Durch die Konkursanzeige des FC Barbaros dürfte die Zahl noch einmal sinken. Bei den Finanzen mit einem Jahresumsatz von 356 000 Franken wurde ein leichter Gewinn verzeichnet.

Schiedsrichter besser schützen

Beim üblichen Votum des Vertreters des Ostschweizer Fussballverbands wies Jürg Fritsch darauf hin, dass im vorletzten Jahr die Übergriffe gegen Schiedsrichter zugenommen hätten. Dass man sich nun aber auf dem richtigen Weg befände, indem die Schiedsrichter über Auffälligkeiten sofort berichten müssen. In 105 Fällen wurden Vereinspräsidenten darauf angeschrieben und die Situation besprochen. (fk)