Tablater Konzertchor: Theatralisch und mönchisch

WOLFHALDEN. «Jesu meine Freude» von J. S. Bach und das Requiem des Spaniers T. L. de Victoria: Der Tablater Konzertchor unter Ambros Ott bringt die beiden Werke dialogisch zur Aufführung – ein faszinierender Hör-Weg. Mitzuerleben ist er am Sonntag, 2. März, in der evangelischen Kirche Wolfhalden.

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WOLFHALDEN. «Jesu meine Freude» von J. S. Bach und das Requiem des Spaniers T. L. de Victoria: Der Tablater Konzertchor unter Ambros Ott bringt die beiden Werke dialogisch zur Aufführung – ein faszinierender Hör-Weg. Mitzuerleben ist er am Sonntag, 2. März, in der evangelischen Kirche Wolfhalden.

«Trotz dem alten Drachen. Trotz des Todes Rachen. Trotz der Furcht dazu»: Es sind Worte, die einen nicht mehr loslassen, erst recht, wenn der Musikprediger Bach sie vertont: mit sich aufbäumenden «Trotz»-Akkorden im fünfstimmigen Chorsatz. Der Tablater Konzertchor singt J. S. Bachs berühmte Motette «Jesu meine Freude» BWV 227 gemeinsam mit der Requiem-Messe, dem «Officium defunctorum» des spanischen Renaissance-Meisters Tomas Luis de Victoria (1548–1611).

Das Werk hat einen legendären Ruf – vielen gilt es als Inbegriff der spanischen Spiritualität schlechthin. Seine mystische Ausdrucksstärke führte oft zu Vergleichen mit religiösen Gemälden eines Velazques oder El Greco. In weit ausspannenden Bögen entwirft der Komponist sein Trauergemälde.

Trotz des Altersunterschieds von mehr als einem Jahrhundert stehen die beiden Werke in einem tiefen inneren Zusammenhang, geistlich und musikalisch. So erklingen sie denn auch in diesem Konzert ineinander verschlungen – ein faszinierender Hör-Weg, schillernd zwischen Theatralik und klösterlicher Meditation, entlang dem Thema des Sterbens und Auferstehens.

Der Tablater Konzertchor zählt zu den führenden Vokalensembles der Ostschweiz und hat in jüngerer Zeit unter anderem die h-Moll-Messe von Bach, ein englisches A-cappella-Programm oder Uraufführungen von Paul Giger und Wolfgang Mitterer in Co-Produktion mit dem Theater St. Gallen realisiert. In diesem Programm wird er begleitet von einem Trio ausgewiesener Ostschweizer Barockspezialisten: Bettina Messerschmidt (Cello), Marie-Louise Dähler (Orgel) und Francisco Obieta (Violone). (pd)

Sonntag, 2. März, 17 Uhr, ev. Kirche Wolfhalden; Eintritt frei, Kollekte.

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