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Suche nach dem Sterbe-Paradies

Am Freitagabend lud das Palliative Forum RhyCare zum Film «Sub Jayega» von Fabian Biasio und zur anschliessenden Podiumsdiskussion zum Thema Palliative Care in den Kulturraum Rhyboot ein.
Max Pflüger
Unter der Leitung von Ralph Dietsche (Mitte) diskutierten (von links) Heimleiter Laurent Déverin und Birgit Schwenk, Chefärztin Geriatrie, sowie Kantonsrat Michael Schöbi und der Filmschaffende Fabian Biasio. (Bild: Max Pflüger)

Unter der Leitung von Ralph Dietsche (Mitte) diskutierten (von links) Heimleiter Laurent Déverin und Birgit Schwenk, Chefärztin Geriatrie, sowie Kantonsrat Michael Schöbi und der Filmschaffende Fabian Biasio. (Bild: Max Pflüger)

Palliative Care, das ist die Betreuung schwerkranker, unheilbarer und sterbender Mitmenschen. Ihnen die letzten Tage zu erleichtern, ihre Leiden zu mildern und ihnen in der schweren Stunde des Abschieds beizustehen, das ist die Aufgabe und der Sinn dieses medizinischen Teilbereichs: Nicht dem Leben mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben zu geben.

Zum 30-Jahr-Jubiläum bestellte palliative.ch beim jungen Filmemacher Fabian Biasio einen kurzen Film. Unter dem Eindruck des Sterbens seines Vaters in einem einsamen Spitalzimmer der Uniklinik Zürich und dessen tristen Aussicht auf den Parkplatz machte er sich mit seiner Kamera auf die Suche nach dem Palliative-Care-Paradies auf Erden: Wo schenkt man den Sterbenden Mitmenschlichkeit und Wärme? Wo stirbt der Schwerkranke würdig, behütet und respektvoll? Seine Reise führte ihn zu unterschiedlichen Lösungsansätzen in Australien und in Indien. Es entstand ein berührendes Reisetagebuch mit erschütternd schönen Bildern und inspirierenden Einblicken in andere Kulturen. In Ipswich (Queensland, Australien) fand er komfortable, grossenteils vom Staat finanziell getragene Verhältnisse. Im eher ärmlichen Kerala (Südindien) genossen die Sterbenden die Geborgenheit im Schosse der Familie und der Gemeinschaft der Nachbarn. In Varanasi (Nordindien) starben die Menschen gestärkt vom hinduistischen Glauben und der Gewissheit, nach der Reinigung im Feuer vom Wasser des heiligen Ganges in die Ewigkeit getragen zu werden. Und immer wieder verglich Fabian Biasio seine Erlebnisse mit den Erinnerungen an das Sterben seines Vaters im Zürcher Unispital.

Keine einheitliche Antwort möglich

So verschieden die im Film gezeigten Ansatzpunkte sind, so unterschiedlich auch die Erwartungen der Menschen. Der Blick über die Grenzen und in andere Kulturen inspirierte die Zuschauer, ihren eigenen Umgang mit der Endlichkeit des Lebens und das Sterben neu zu reflektieren. Er ermöglicht, dem unausweichlichen Tod offener zu begegnen. Vor allem zeigt der Film auch: Den idealen Ort zum Sterben gibt es nicht, ein für alle gleichermassen einheitliches Sterbeparadies ist nicht denkbar.

Unter der Leitung von Moderator Ralph Dietsche diskutierten dann Heimleiter Laurent Déverin, Birgit Schwenk, Chefärztin Geriatrie, sowie Kantonsrat Michael Schöbi mit dem Filmschaffenden Fabian Biasio.

Freiwilligenarbeit hat grosse Bedeutung

In den Grundzügen waren sie sich einig: Palliative Care ist Nähe, Mitmenschlichkeit, Zeit haben für den Sterbenden, da sein. Daneben haben die Sterbenden wenig Bedürfnisse: Schmerzfreiheit und eine wärmende Bettdecke. Und doch ist es für jeden Einzelnen wichtig, in einer Patientenverfügung und im Gespräch mit Angehörigen heute schon festzulegen, welche Betreuung und welche medizinischen Massnahmen er im Ernstfall wünscht oder nicht mehr wünscht. Als wichtiges Element der Palliative-Pflege sprachen alle Diskussionsteilnehmer die grosse Bedeutung der ehrenamtlichen Freiwilligenarbeit an. Wie in der Jugendarbeit und in Vereinen, so sind Angehörige, Spitäler und Heime auch in der Sterbebegleitung auf das selbstlose Engagement vieler Menschen angewiesen.

Hinweis
Den gleichen Anlass organisiert das Palliative Forum Buchs am 16. Mai im Kino Kiwi Treff in Werdenberg.

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