Strom für Elektroautos bleibt gratis

BERNECK/AU. Kaum sind sie in Betrieb, schimpfen Stammtischler über die Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Es gibt sie bei den Gemeindehäusern in Balgach, Berneck und Au. Gewettert wird vor allem in Berneck und Au.

René Schneider
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Die öffentliche Ladestation auf dem Auer Kirchplatz. (Bild: René Schneider)

Die öffentliche Ladestation auf dem Auer Kirchplatz. (Bild: René Schneider)

Kaum sind sie in Betrieb, schimpfen Stammtischler über die Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Es gibt sie bei den Gemeindehäusern in Balgach, Berneck und Au. Gewettert wird vor allem in Berneck und Au. Weil angeblich «Wildfremde und Ausländer» mit Elektroautos «zum Gratistanken» kommen. «Auf Kosten der Steuerzahler!» Der Auer Gemeindepräsident Christian Sepin und der Bernecker Gemeindeschreiber Philipp Hartmann bestätigen: Die Ladestationen werden auch von Deutschen und Vorarlbergern genutzt. «Urner sind seltener», bemerkt Sepin. «Die Ladestation ist ein Beitrag an die Mobilität mit Elektroautos. CO2 und Abgase halten sich nicht an Landesgrenzen.» Die abgasfreien E-Autos könnten sich nur verbreiten, wenn ein Netz von Ladestationen aufgebaut wird. Wer letztlich sein Auto in Au, Berneck oder Balgach auflade, sei unerheblich. Bestimmt würden Rheintaler von diesseits der Grenze die Batterien ihrer E-Autos bei Bedarf genauso in Vorarlberg oder irgendwo laden. Aktuell ist das Netz an Ladestationen in Vorarlberg bereits dichter als jenes im St. Galler Rheintal. Im Moment kostet der Strom für das Laden eines Autos etwa zwei Franken. Münz- und Kreditkarten-Automaten sind teuer. Sobald sie günstiger sind und die Stromkosten «ins Geld gehen», will man in Berneck und Au etwas verlangen für den Strom. Wobei: Die Solarzellen auf dem Dach des Bauamtes in Berneck produzieren ein Mehrfaches des verschenkten Stroms an der Ladestation nebenan.