Streit um die Kehrichtsack-Deponie

Im Auer Oberfahr sind sich Nachbarn uneinig, wo die gefüllten Kehrichtsäcke stehen und auf das Müllauto warten sollen. Die von zwei Anwohnern angerufene Gemeindebehörde hält sich aus dem Spiel – und bietet trotzdem Hand.

René Schneider
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Zwei Dutzend Müllsäcke standen gestern an der Einmündung des Kamorwegs in die Oberfahrstrasse. Der ursprüngliche Kehricht-Lagerplatz war ein Holzverschlag (links), wo jetzt die weisse Wand mit den drei Thujen steht. (Bild: René Schneider)

Zwei Dutzend Müllsäcke standen gestern an der Einmündung des Kamorwegs in die Oberfahrstrasse. Der ursprüngliche Kehricht-Lagerplatz war ein Holzverschlag (links), wo jetzt die weisse Wand mit den drei Thujen steht. (Bild: René Schneider)

Au. Wohin mit dem Müll, bis ihn die Müllabfuhr abholt? Nicht nur in Mehrfamilienhäusern, auch in Einfamilienhaus-Quartieren gibt es immer wieder Zoff deswegen. Kommt dazu, dass immer häufiger «verdichtet» erschlossen, gebaut und gewohnt wird und dass Müllautos aus Sicherheitsgründen in keine Stichstrassen fahren. Oft liegen an solchen vorerst nur ein oder zwei Häuser, später kommen weitere dazu. Genau so verlief die Siedlungsentwicklung am (privaten) Kamorweg in Au. Die Bewohner der inzwischen etwa einem Dutzend Häuser in jenem Quartier müssen ihre Müllsäcke an der breiten, gemeindeeigenen Oberfahrstrasse abstellen.

Vor welchem Haus?

Beim Augenschein gestern Mittwoch (Bild) standen bis auf zwei, drei Ausnahmen alle Kehrichtsäcke aus dem Quartier vor dem vordersten Haus. Obwohl die Gemeinde nach Klagen aus der Siedlung den Anwohnern ein Plänchen mit fünf Plätzen entlang der Oberfahrstrasse zugestellt hat, wo die Müllsäcke («bitte nicht am Vorabend») am Morgen des Sammeltages abgestellt werden könnten. Jedoch wohnt immer jemand zuvorderst an der Strasse und hat niemand gern der Nachbarn Mülltüten vor seinem Haus. Auch kurzfristig nicht. Und wenn gar ab und zu ein Kehrichtsack reisst oder von einem Hund aufgerissen wird, fühlt sich niemand zuständig, aufzuräumen. Das Konfliktpotenzial ist gross.

Sammelplätzchen aufgehoben

Während einiger Jahre nach ihrem Hauskauf konnten die Bewohner der relativ neuen Einfamilienhaus-Siedlung am Kamorweg ihren Müllsack auf ein dafür reserviertes (auf ursprünglichen Bauplänen eingezeichnetes) Sammelplätzchen beim vordersten Haus stellen. Letztes Jahr wurde jenes Haus verkauft. Der neue Besitzer hob das von einer Holzwand umgebene Plätzchen kurzerhand auf und zäunte es für sich ein. Seitdem streitet vor allem ein Anwohner bei der Gemeinde um sein «Recht auf das Sammelplätzchen». Er behauptet, der Nachbar habe es ohne Bewilligung abgebrochen und aufgehoben. Das Plätzchen sei nicht Privatgrund sondern Allgemeingut der Siedlung gewesen, argumentiert er.

Gerichtsfall?

Da er sich in Nachbar-Streitigkeiten «nicht von einer Seite instrumentalisieren lassen will», habe er nicht recherchiert, ob eine privatrechtliche Abmachung bezüglich des Müllplätzchens besteht, sagt auf Anfrage der Auer Gemeindepräsident Walter Grob. «Wenn dem nämlich so wäre, ist für die Beurteilung der Streitsache nicht die Gemeinde zuständig, sondern das Gericht.»

Die Gemeinde biete aber im Rahmen ihrer Möglichkeiten Hand zu einer Entschärfung des Müll-Lagerproblems an der Ecke Kamorweg-Oberfahrstrasse. Geplant sei, dort die Strassenklassierung zu erweitern, damit dann das Kehrichtauto im Kreis durch das Quartier fahren kann. Dieses Projekt liegt aktuell im Gemeindehaus öffentlich auf.

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