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STREIT: "Katastrophe": Wie ein Rheintaler Bäcker gegen eine Parkanordnung der Gemeinde protestiert

Damit die parkierten Autos vor der Bäckerei Dörig die Fussgänger und Rollstuhlfahrer nicht mehr behindern, will der Kanton vor dem Geschäft sechs Pfosten anbringen. Dagegen wehrt sich Hanspeter Dörig.
Susi Miara
Hier sollen die Pfosten hinkommen - Hanspeter Dörig will dies mit seinem Fahrzeug verhindern. (Bild: mia)

Hier sollen die Pfosten hinkommen - Hanspeter Dörig will dies mit seinem Fahrzeug verhindern. (Bild: mia)

Als "Der Rheintaler" Anfang Feb­ruar über Hindernisse entlang der Bahnhofstrasse berichtete, versprach das Strassenkreisinspektorat Verbesserungen. Inzwischen wurden vor der "Back­stube" zwei Parkplätze eingezeichnet. Vor der Bäckerei Dörig hingegen sollen noch diese Woche sechs Pfosten angebracht werden, die das Parkieren auf dem Trottoir verhindern. Für Hanspeter Dörig, den Besitzer der Bäckerei Dörig, "eine Katastrophe". "Jetzt geht es um unser Überleben", sagt er.

Er habe von dieser Aktion zufällig am Freitag erfahren. Mitarbeiter des Bauamts hätten sein Verkaufspersonal informiert, dass am Montag die Pfosten kämen. Er könne nicht verstehen, warum der Kanton kein Gespräch mit ihm gesucht habe.

Ohne Werbetafeln bleibt genug Platz zum Parkieren

"Der Liegenschaftsbesitzer Clemens Büchel war über die geplanten Massnahmen informiert", sagt Strasseninspektor Titus Tob­ler und betont: "Wir wollen auf keinen Fall das Gewerbe kaputtmachen, aber die Situation dort kann man auch nicht einfach schönreden."

Eigentlich hätte der Liegenschaftsbesitzer seine Mieter da­rüber informieren sollen. Tobler ist jedoch überzeugt, dass die geplanten Massnahmen auch in Zukunft das Parkieren vor dem Geschäft erlauben werden, dies jedoch nicht mehr auf dem Trottoir, sondern hinter den Pfosten auf dem privaten Platz. Die Werbetafeln der Bäckerei Dörig und der Eggenberger Wohnen GmbH hätten dann vor dem Geschäft keinen Platz mehr. "Wir sind auch bereit, auf dem Platz hinter den Pfosten Parkfelder einzuzeichnen, damit die Kunden wissen, wie und wo sie parkieren können", sagt Tobler.

Über eine weitere Strassengestaltung, von der Binnenkanalbrücke bis zur Post, wurde auch schon diskutiert. Wann diese in Angriff genommen wird, konnte Tobler nicht sagen. "Wenn es so weit ist, können wir alle Anliegen der Geschäfte berücksichtigen."

Die Massnahmen funktionieren so nicht

Hanspeter Dörig ist überzeugt, dass die Situation mit den geplanten Pfosten sich nicht entschärfen lässt, sondern sie sich noch weiter zuspitzt. Werden die Parkplätze der Nachbarliegenschaften benutzt, sind weitere Probleme programmiert.

"Seit 39 Jahren führen wir in Widnau unser Geschäft und bis jetzt ist nie etwas passiert", sagt Dörig. Vor fünf Jahren habe er den Laden komplett erneuert und 300'000 Franken investiert. Dörig rechnet mit Einbussen von 50 Prozent. Zumal die Bäckerei in Widnau die höchsten Umsätze mit Backwaren erziele, seien Entlassungen im Verkauf und in der Produktion nicht auszuschliessen.

"Bei uns geht es nicht um ein paar Hundert Franken, sondern um Sein oder Nichtsein", sagt Dörig. Deshalb versucht er noch zu retten, was zu retten ist und blockiert mit seinem Fahrzeug den Platz vor seinem Geschäft. "Warum muss man jetzt etwas machen, um später festzustellen, dass es nicht funktioniert?", kritisiert er und weist darauf hin, dass mit den Massnahmen nur Autos hinter den Pfosten parkieren könnten. Die höheren Lieferwagen hätten unter dem Dach keinen Platz.

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