Sträucher und Streitereien

Oberriet tut etwas für die Natur. Man möchte sie aber auch geniessen. Was teils den Verbänden nicht recht ist.

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Im Herbst halfen Schüler des Oberstufenzentrums Oberriet, 3000 Sträucher zu setzen.

Im Herbst halfen Schüler des Oberstufenzentrums Oberriet, 3000 Sträucher zu setzen.

Bild: pd

Überall drohen Lebensräume verloren zu gehen. In Oberriet wirken Schüler der auf die Dauer verheerenden Entwicklung entgegen: Sie unterstützten diesen Herbst die Mitarbeiter der Rheinregulierung und pflanzten zusammen mit jenen aussen am Hochwasserdamm des Rheins 3000 einheimische Sträucher, vom Schützenhaus hinab bis in die Gegend Balanggen-Loseren. Die Rheinregulierung hat hier von Januar bis August den Hochwasserdamm verstärkt und am Dammfuss eine Interventionspiste gebaut.

Auch Erwachsene arbeiteten für die Natur: Auf dem Blattenberg wurde in einem Kurs der Naturschutzkommission eine lange Trockenmauer instandgestellt.

Verloren haben die Oberrieter hingegen ihre letzte Metzg: Lukas und Anita Zünd schlossen ihr Geschäft Ende März.

Wirbel gab es im Herbst um die Praxis von York Heidenreich. Der Kanton hat den Entzug seiner Bewilligung verfügt, unter anderem soll er gegen das Heilmittelgesetz verstossen haben. Heidenreich sieht sich zu Unrecht angeschuldigt und wehrt sich. Das Verfahren ist hängig.

Gestritten hat auch die Gemeinde, nämlich mit dem WWF wegen der Aussichtsplattform, die auf dem Blattenberg hätte gebaut werden sollen. Der WWF hatte verspätet Einsprache eingereicht. Es kam zu einem Hin und Her, das über das Baudepartement und das Verwaltungsgericht bis vors Bundesgericht ging. Das Verwaltungsgericht hatte dem WWF recht gegeben; das Baugesuch der Gemeinde sei unvollständig gewesen. In Lausanne blitzte die Gemeinde daraufhin ab; die obersten Richter traten gar nicht erst auf ihre Beschwerde ein.

Dem Ärger zum Trotz gab es auch einiges zu feiern: das fertig renovierte Rathaus, die Erweiterung des Feuerwehrdepots – und ja: sogar die Fertigstellung zweier Aussichtsplattformen, nämlich jener am Wichensteiner-See und jener auf dem Montlinger Bergli. (mt)