Strapazierte Fabrikfassade

Seit dieser Saison spielen die Widnauer Brüder Arbnor und Artan Papaj gemeinsam in der ersten Mannschaft der Gators. Arbnor ist Topskorer und das Vorbild seines jüngeren Bruders.

Yves Solenthaler
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Der 23-jährige Arbnor Papaj (links) hat in der abgelaufenen Regular Season 31 Goals erzielt, der zwei Jahre jüngere Artan feierte beim ersten Playoffspiel gegen Herisau seine Tor-Premiere. (Bild: Yves Solenthaler)

Der 23-jährige Arbnor Papaj (links) hat in der abgelaufenen Regular Season 31 Goals erzielt, der zwei Jahre jüngere Artan feierte beim ersten Playoffspiel gegen Herisau seine Tor-Premiere. (Bild: Yves Solenthaler)

UNIHOCKEY. Im Playoff-Heimspiel gegen Herisau hat der 21-jährige Artan Papaj vor eineinhalb Wochen sein erstes Tor fürs Fanionteam erzielt, seit er fix im Kader ist. Aufgelegt wurde ihm der Treffer von seinem um zwei Jahre älteren Bruder Arbnor. Dieser hatte schon in den 1.-Liga-Qualispielen mehr als 30 Tore erzielt, in den zwei Playoff-Spielen gegen die Ausserrhoder traf er sechsmal.

Training bei Gegner-Trainer

Arbnor Papaj galt als grosses Talent – er war bereits im Juniorenalter regelmässig einer der besten Torschützen der Gators. Angebote von höherklassigen Clubs blieben nicht aus, aber er ist ein Krokodil geblieben: «Die Distanz zum nächsten Nationalliga-Club ist ziemlich gross», sagt Arbnor Papaj. Inzwischen studiert er an der Uni Zürich Mathematik und Chemie. Deshalb kann er unter der Woche nicht mit der Mannschaft trainieren. In Übung bleibt Arbnor Papaj in der Uni-Trainingsgruppe: «Dort sind noch mehr 1.-Liga- und sogar NLB-Spieler, somit kann ich auf hohem Niveau trainieren.»

Leiter dieser Trainingsgruppe ist Marc Brändli, der auch Trainer des nächsten Playoff-Gegners Zürisee ist. Dass ihn Brändli deshalb in dieser Woche versucht zu destabilisieren, befürchtet er nicht: «Bis es im Match Ernst gilt, wird unser Verhältnis gut bleiben.»

Artan Papaj war letzte Saison noch im U21-Kader der Widnauer. Der ältere Bruder ist sein Vorbild. Früher hatten sie gemeinsam mit dem damaligen Nachbarn Marco Bösch – der inzwischen auch im Fanionteam spielt – in der Heldstrasse, wo sie aufgewachsen sind, Unihockey gespielt. «Auf dem Teer sind die Stöcke oft kaputt gegangen», berichtet Arbnor. Damals seien aber die Spielgeräte noch viel billiger gewesen als heute. So missfiel das Hobby der Papaj-Brüder weniger den Eltern als der benachbarten Fabrik: «Weil wir die Bälle jeweils an die Hauswand gespielt haben.»

Beide spielten schon als Junioren bei den Gators, Artan war zuerst noch im Fussballclub: «Aber nicht für lange. Ich schlug früh den Weg meines Bruders ein.» Seit dieser Saison spielen Papajs gemeinsam im Fanionteam der Gators. Meist im gleichen Block – wie früher als Kinder, allerdings in der Aegetenhalle statt auf dem Teer in der Heldstrasse.

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