Strahlendes Musikantenfest in Rüthi

Über das Wochenende feierte die Musikgesellschaft Rüthi ihren 125. Geburtstag und die Neuuniformierung zusammen mit dem Rheintaler Kreismusiktag. Rund 1500 Musikantinnen und Musikanten reisten dazu über den Hirschensprung in den südlichsten Teil des Musikkreises.

Max Pflüger
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RÜTHI. 16 Rheintaler Musikvereine und sechs Gastvereine haben sich vor der Jury in der Rüthner Mehrzweckhalle gemessen. Verschiedene Formationen unterhielten die Gäste im grossen Festzelt. Ein attraktives Rahmenprogramm rundete das Festgeschehen ab. Einer der Höhepunkte war für viele Besucher die Marschmusikkonkurrenz entlang der Hauptstrasse.

«Stolz auf Musikanten»

Grosse Anerkennung für die Musikgesellschaft und das Fest-OK gab es schon am Freitagabend anlässlich der Geburtstagsparty mit Neuuniformierung. Der Rüthner Gemeindepräsident und Nationalrat Thomas Ammann sagte zum Beispiel: «Musik begeistert und bewegt: Darum sind so viele Gäste gekommen. Drei Tage lang erlebt Rüthi ein Megafest. Die Macher des Vereins einst und heute verdienen Dank und Anerkennung. Sie leisteten und leisten immer noch einen wichtigen Beitrag zum Dorfleben. Zahlreiche Feste und kirchliche Anlässe haben sie begleitet. Wir sind stolz auf euch Musikanten. Wir danken dem OK, den Helfern und Sponsoren, die mit Herzblut und Leidenschaft das Fest organisiert haben.»

Mit ähnlichen Gedanken überbrachte die Kreispräsidentin Verena Federli die Grüsse und ein Geschenk des kantonalen Blasmusikverbandes. «Die Musikgesellschaft Rüthi ist eine echte Bereicherung für das Dorf, aber auch für die Musik im Kreis Rheintal. Ich habe mit den Organisatoren perfekt zusammengearbeitet.»

Anstrengende Probenarbeit

Wohl vorbereitet kamen die Rheintaler Musikvereine nach Rüthi. Ihre Vorträge kamen bei den Experten wie beim sachverständigen Publikum gut an.

Wohl zu Recht mit dem ersten Rang wurde der Musikverein Diepoldsau-Schmitter unter der Leitung von Roland Stillhard belohnt. «Iris», eine schwierige, aber lautmalerisch interessante Hymne auf die griechische Göttin des Regenbogens, erwies sich als schwer lastendes, modernes Stück. Ein melodischer Tanz der Sonnenstrahlen durch die Wassertropfen einer Regenschauer, die glitzern und bunt aufleuchten und hell erstrahlen. Musikanten und Zuhörer waren gleichermassen gefordert. Das Werk erfordert allerhöchste Präzision und grösste Sorgfalt im Klangausgleich. Diepoldsau ist eine hervorragende Interpretation geglückt.

Sogar mit Harfe

In der ersten Klasse siegte Diepoldsau vor Kriessern. Unter der Leitung von Norbert Frei trugen diese «Bonaparte» von Otto M. Schwarz vor, ein schönes Klangbild von siegreichen Schlachten und dunkleren Kapiteln aus dem Leben des grossen französischen Eroberers.

Mit der biblischen Geschichte von Noah und seiner Arche erspielte sich der Musikverein Marbach den ersten Rang in der zweiten Stärkeklasse. Das formschöne, aber nicht ganz leicht zu spielende Werk kam mit seiner tonalen Bilderwelt beim Publikum gut an. Mit ebenfalls einer gefälligen Lautmalerei überzeugte auch Berneck die Juroren und erspielte sich den zweiten Rang. Erwähnung finden darf auch der Vortrag von Widnau. In «La Quintessenza» erklang eine Harfe – in der Blasmusik ein eher selten eingesetztes Instrument.

Für das Publikum unterhaltender und leichter verständlich und verdaulich präsentierte sich der einzige U-Musik-Beitrag des Musikvereins Rebstein. Unter dem Titel «Rebstein hebt ab» liess der MVR aeronautische Bilder von den mutigen Männern in ihren fliegenden Kisten aus den Anfängen der Fliegerei bis zu Nenas «99 Luftballons» und Reinhard Meys «Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein» erklingen.

Sommerliche Marschmusik

Petrus muss wohl ein Blasmusik-Fan sein. Der Wettergott war den Rheintaler Musikvereinen gut gesinnt. Die Sonne schien warm und die Strassen waren dicht mit Zuschauern gesäumt. Ein besonderes Erlebnis waren die Evolutionen, die die Musikgesellschaft Konkordia Mels unter dem Titel «Heidi (deine Welt sind die Berge) salue Montreux (Smoke On The Water)» aus dem Sarganserland mitbrachte.

Wie Gemeindepräsident Thomas Ammann eingangs schon sagte: Rüthi erlebte ein Riesenfest. Und das OK hat für die perfekte Organisation Respekt und Dank verdient.

? OBERES RHEINTAL 26/27