Strafe für Journalisten bestätigt

Das Kantonsgericht St. Gallen hat die Berufungsklage eines «Blick»-Journalisten abgewiesen. Damit bleibt der erstinstanzliche Entscheid bestehen.

Claudia Schmid
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ST. GALLEN. Das Kreisgericht Wil hatte den Beschuldigten Mitte Mai 2013 wegen Anstiftung zur Verletzung des Amtsgeheimnisses schuldig gesprochen.

Aus illegaler Quelle

Er erhielt eine bedingte Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 120 Franken. Dem «Blick»-Journalisten wurde vorgeworfen, dass er über einen Privatdetektiv Bilder von Taxifahrern besorgt hat, die im Verdacht standen, betrunkene Kundinnen vergewaltigt zu haben. Der Beschuldigte habe gewusst, dass die Fotos aus einer illegalen Polizeiquelle stammten. Nach der Veröffentlichung der Bilder stellte sich heraus, dass einer der Taxifahrer nachweislich unschuldig ist. In der Berufungsverhandlung hatte der Verteidiger des «Blick»-Journalisten geltend gemacht, sein Mandant habe nur zum Privatdetektiv, nicht aber zum Polizisten Kontakt gehabt. Deshalb habe er nicht wissen können, dass die Bilder aus Polizeikreisen stammten.

In allen Punkten abgewiesen

Das Kantonsgericht St. Gallen ging auf diese Argumentation nicht ein. Es wies die Berufung in allen Punkten ab. Mit 4500 Franken muss sich der Journalist an den Kosten des Berufungsverfahrens beteiligen.