Strafbefehle gegen Basler Fussballfans

ST. GALLEN. Nach einem Fussballspiel in St. Gallen im März 2015 randalierten Anhänger des FC Basel. Die Staatsanwaltschaft suchte zehn Männer über eine Öffentlichkeitsfahndung im Internet. Nun sind die Verfahren abgeschlossen.

Andreas Kneubühler/sda
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ST. GALLEN. Nach einem Fussballspiel in St. Gallen im März 2015 randalierten Anhänger des FC Basel. Die Staatsanwaltschaft suchte zehn Männer über eine Öffentlichkeitsfahndung im Internet. Nun sind die Verfahren abgeschlossen.

Nach dem Spiel am 15. März 2015 war es vor dem Stadion und beim Bahnhof Winkeln zu Ausschreitungen von vermummten Anhängern des FC Basel gekommen. Unter anderem seien Schottersteine geworfen worden, teilte die St. Galler Staatsanwaltschaft gestern mit. Fünf Polizisten wurden dabei leicht verletzt. Nach der Auswertung der Videoaufnahmen konnten zwei Männer ermittelt werden. Sie erhielten unter anderem wegen Landfriedensbruch und Gewalt und Drohung gegen Beamte per Strafbefehl bedingte Geldstrafen in der Höhe von 120 und 150 Tagessätzen sowie Bussen von 600 und 800 Franken.

Zehn Männer konnten aufgrund der Videobilder nicht identifiziert werden. Die Staatsanwaltschaft liess die Polizei eine Öffentlichkeitsfahndung durchführen, bei der die Bilder zuerst verpixelt und in einem zweiten Schritt unverpixelt im Internet publiziert werden sollten. Nach dem ersten Schritt meldeten sich zwei Männer. Ein weiterer Anhänger reichte eine Beschwerde gegen die Veröffentlichung der Aufnahmen ein, blitzte aber bei der St. Galler Anklagekammer ab: Sie beurteilte die Öffentlichkeitsfahndung als verhältnismässig. Danach meldete sich auch der Beschwerdeführer bei der Polizei. Schliesslich wurden sieben Aufnahmen unverpixelt im Internet gezeigt. Die Bilanz der Aktion: Zwei Personen konnten nicht identifiziert werden, ihre Verfahren wurden sistiert. Aufgrund der Veröffentlichung der anderen Bilder erhielt die Polizei Hinweise von anderen Personen, die zu fünf Identifizierungen führten. Mit sechs Strafbefehlen wurden Fussballanhänger wegen Landfriedensbruch, Gewalt und Drohung gegen Beamte, qualifizierter Sachbeschädigung oder Vermummung zu bedingten Strafen von 120 bis 150 Tagessätzen sowie Bussen von 800 bis 1500 Franken verurteilt. Zwei weitere Verfahren wurden an andere Kantone abgetreten. Alle Strafbefehle sind rechtskräftig.