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Stolze Schönheit im tiefen Tobel – wie die Alte Mühle weiter aufgewertet werden soll

Die Alte Mühle gehört zu den schönsten historischen Bauwerken der Region. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude wird von Idealisten gepflegt und soll mit einem Wasserrad weiter aufgewertet werden.
Peter Eggenberger
Die Alte Mühle wird liebevoll gepflegt. (Bild: Peter Eggenberger)

Die Alte Mühle wird liebevoll gepflegt. (Bild: Peter Eggenberger)

Über ein Dutzend Mühlen befanden sich einst am Gstaldenbach, dem Grenzgewässer zwischen Wolfhalden und Heiden. Fast alle sind verschwunden. Überlebt aber hat die hart an der Heidler Grenze gelegene Alte Mühle in Wolfhalden, um deren Erhalt sich die im Verein Pro Alte Mühle Wolfhalden zusammengeschlossenen Idealisten mit grossem Einsatz kümmern.

Cleverer Wirt oder verbohrter Spinner?

Erbaut wurde die Mühle im Jahr 1789 und damit vor 230 Jahren von Müllermeister Hans Heinrich Zürcher. Herzstück und eigentliches Bijou im Innern des Gebäudes sind die farbenfrohen biblischen Wand- und Deckenmalereien sowie die Feuerwand mit der rätselhaften Inschrift. War Zürcher nun ein cleverer Wirt oder allenfalls ein verstockter Spinner? Führte eine religiöse Hirnwäsche zum einzigartigen Bilderbuch? Oder war er ein überaus geschäftstüchtiger Beizer, der möglichst viele Besucher in seine Gaststube locken wollte? Diese Fragen beschäftigen unter anderem immer wieder Andres Stehli, Heiden, der die Mühle bestens kennt und immer wieder zu Führungen einlädt.

Mit Mahlbetrieb, Bäckerei und Wirtschaft war die Alte Mühle einst ein rege frequentiertes Haus. Dann aber verschwanden die verschiedenen Betriebszweige. Das Gebäude stand lange leer und verlotterte. Als Anfang der 1980er-Jahre der Verkauf und die Demontage der schönsten Teile durch Spekulanten drohte, formierte sich 1984 der Verein Pro Alte Mühle Wolfhalden, der das Gebäude mit Hilfe von Stiftungen, der angrenzenden Gemeinden und zahlreicher Gönner kaufte. Seither sind die verschiedenen Häuser stilgerecht restauriert und teilweise abgebrochen und wiederaufgebaut worden.

Trotz der Abgeschiedenheit der Liegenschaft ist die Mühle ein belebter Ort. «Die Wohnung im Hauptgebäude ist vermietet und die Werkstatt dient einem Möbeldesigner», erklärt Romeo Böni als Präsident des Vereins. «Die Räume in den angrenzenden Nebenhäusern werden von einem Klangtherapeuten und einer Modedesignerin genutzt. Ein weiterer Gebäudeteil dient der Vorderländer Pfadfinderabteilung Altenstein als Basislager.»

Im Rahmen der kürzlich durchgeführten Hauptversammlung des Mühlevereins wurde über die geplante Neuerstellung eines Wasserrades auf der Bachseite informiert, das u. a. der Energieproduktion dienen wird. Vorgesehen ist zudem der Nachbau einer Kornmühle. Sämtliche statutarischen Geschäfte konnten in zustimmendem Sinne erledigt werden. Dem Vorstand gehören Präsident Romeo Böni, Kassier Silvio Pizio, Aktuarin Dorothea Stacher, Markus Heil und Heinz Keller sowie als Gemeindevertreter Eugen Schläpfer (Wolfhalden) und Martin Engler (Heiden) an. Als Revisoren wirken Hans Bischof und Andres Stehli.

Kommenden Sonntag, 7. Juli, 17 Uhr, führt Andres Stehli durch die Räume der sehenswerten Alten Mühle (Eintritt frei, Kollekte für den Verein). Dabei ist u. a. Spannendes über die schillernde Persönlichkeit des Erbauers Hans Heinrich Zürcher zu erfahren, der es faustdick hinter den Ohren hatte.

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