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ST.MARGRETHEN: Der Ribelmais breitet sich aus

Rheintaler Ribelmais hat in zwanzig Jahren Kultstatus erlangt. Selbst die Regierung ist von der Erfolgsgeschichte beeindruckt. Für einen Ribeltermin kam eigens der Volkswirtschaftsminister nach St. Margrethen.
Gert Bruderer
Der St. Galler Regierungsrat Bruno Damann, der dem Volkswirtschaftsdepartement vorsteht, beherrscht das Hülschen, wie er bewies. (Bilder: Gert Bruderer)

Der St. Galler Regierungsrat Bruno Damann, der dem Volkswirtschaftsdepartement vorsteht, beherrscht das Hülschen, wie er bewies. (Bilder: Gert Bruderer)

Gert Bruderer

An diesem Dorf kommt kein Maiskorn vorbei. Vom Feld gelangt der Mais in die Silos der Lütolf AG, von hier wird er zur Mühle nach Rheineck gebracht und von dort zu den Abnehmern – zu Sonnenbräu, die ein Maisbier herstellt, oder zur Migros.

Ribelmais in allen 112 Filialen

Der Grossverteiler trägt sicher einiges zum Erfolg bei. Unter dem Label «Aus der Region. Für die Region» führt die Migros Ostschweiz den Ribelmais in allen 112 Filialen von Schaffhausen bis ins Bündnerland. Wo wird am meisten abgesetzt? Das verriet Stefan Soller, Leiter SGE Kolonial/Tiefkühl. Der Rheinpark liege «nur» auf Platz zwei, Spitzenreiter sei die Migros Widnau, wo pro Jahr über 2300 Ribelmais-Packungen benötigt werden. Knapp 2000 sind es in St. Margrethen.

Dem Tessin auf den Fersen

Dass hier am Samstag für den Ribelmais geworben wurde, selbstverständlich auch mit einer Degustation, geschah bloss nebenbei. Der eigentliche Grund für die Veranstaltung im Rheinpark war das Feiern. Den Verein Rheintaler Ribelmais gibt es seit zwanzig Jahren, und in dieser Zeit ist der Bedarf des einstigen Nischenprodukts enorm gestiegen. Vier Hektaren betrug anfangs die Anbaufläche. Letztes Jahr waren es gut 50, in diesem Jahr sind es schon 65. Auf weiteren 65 Hektaren wird zudem Polentamais angepflanzt. Die Kartoffel muss sich zwar nicht fürchten, doch der Ribelmais ist auf bestem Weg, ihr Konkurrenz zu machen. Angesichts der Bedeutungslosigkeit, die dem Ribelmais vor der Vereinsgründung zu bescheinigen war, sind die 65 Hektaren Anbaufläche zwischen Zizers und Thal doch erstaunlich.

Im gleichen Gebiet werden Kartoffeln auf ungefähr 200 Hektaren angepflanzt, also riesengross ist der Vorsprung des ewigen Grundnahrungsmittels nicht mehr. Selbst dem Tessin, der Polenta-Hochburg, ist das Rheintal auf den Fersen. Hans Oppliger, der Geschäftsführer des Vereins Rheintaler Ribelmais, geht davon aus, dass unsere Region im Begriff sei, mit dem Tessin gleichzuziehen oder es zu überholen. Oppliger organisiert den Anbau und sucht laufend Bauern, die Ribelmais pflanzen, Rolf Künzler ist für die Qualitätssicherung und das Marketing zuständig.

Mais züchterisch «fit halten»

Eine besondere Aufgabe sei es, die Sorte «züchterisch fit zu halten», sagt Künzler. Immer neue Pilzkrankheiten aus dem Süden seien eine Gefahr, die es zu bannen gilt. «Erhaltungszüchtung» wird genannt, was der Verein Ribelmais leistet, indem er stets über gutes Saatgut verfügt.

Der St. Galler Regierungsrat Bruno Damann, der dem Verein am Samstag die Ehre erwies, sagte: Schon vor zwanzig Jahren hätten die Gründer des Vereins vorausgesehen, dass die Konsumenten «eines Tages den anonymen Nahrungsmitteln weniger trauen würden und sich Speisen wünschten, deren Herkunft sie kennen und denen sie vertrauen können.» Die «Renaissance der Regionalität» habe sich abgezeichnet, zudem sei dem Verein eine gesetzliche Regelung zum Schutz besonderer Produkte entgegengekommen. Der Rheintaler Ribelmais AOP sei vom Bund als zweites Produkt der Schweiz ins nationale Register der geschützten Ursprungsbezeichnungen eingetragen worden. Bruno Damann freut auch, dass der Erfolg des Ribelmaises zur Wiederbelebung alter Bräuche wie dem Hülschet geführt hat.

Weitere Anlässe in diesem Jahr

Dem Anlass in St. Margrethen lässt der Verein Rheintaler Ribelmais weitere folgen. Als nächstes feiert er seinen runden Geburtstag im Juni auf dem Speisemais-Erlebnisfeld in Lüchingen, ehe er an der Olma mit der Sonderschau Speisemais vertreten ist. Die Erfolgsgeschichte soll noch lange fortgeschrieben werden.

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