Steuern trotz Überschuss erhöht

REBSTEIN. Die evangelischen Kirchbürger stimmten in Rebstein allen vorliegenden Anträgen diskussionslos zu. Sie interessierten sich vor allem für die Begründung der Steuerfusserhöhung und das weitere Vorgehen bezüglich Fusion mit Marbach.

Max Pflüger
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77 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger interessierten sich gestern im Kirchgemeindehaus für die Steuerpolitik und die Zukunft der evangelischen Gemeinde Rebstein. (Bild: Max Pflüger)

77 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger interessierten sich gestern im Kirchgemeindehaus für die Steuerpolitik und die Zukunft der evangelischen Gemeinde Rebstein. (Bild: Max Pflüger)

Die Kirchenvorsteherschaft der evangelischen Kirchgemeinde Rebstein legte ihren Stimmbürgern am Sonntagmorgen nach dem Gottesdienst im Kirchgemeindehaus die Rechnung 2012 sowie das Budget und den Steuerplan 2013 vor. Alle Anträge wurden diskussionslos und einstimmig gutgeheissen.

Das Jahr 2012 schloss trotz leicht unter dem Budget liegenden Steuereinnahmen mit einem Überschuss von rund 5500 Franken ab. Begründet ist dies vor allem in der Verschiebung der vom Kanton verlangten Neuorganisation des Archivs. Terminliche Probleme bei der damit beauftragten Firma waren dafür ausschlaggebend. Die Neuorganisation ist nun auf 2013 neu budgetiert.

Zwei Prozent höherer Steuerfuss

Auch das Budget 2013 sieht wiederum einen Einnahmenüberschuss vor, und zwar in der Höhe von 21 600 Franken. Trotzdem beantragt die Kirchenvorsteherschaft eine Erhöhung des Steuerfusses von bisher 26 Prozent auf 28 Prozent.

Diese Erhöhung – trotz Einnahmenüberschüssen – bedurfte einer Erklärung. Der Präsident der Kirchenvorsteherschaft, Hans Hohl, erläuterte den Schritt.

Die Kantonalkirche bezahlt im Steuerausgleich A den armen Kirchgemeinden die wesentlichsten Anteile an die gesamten Ausgaben. Im Steuerausgleich B sind nur die Bauinvestitionen anrechenbar. Rebstein ist bisher im Steuerausgleich B.

Neu zahlt die Kantonalkirche jedoch nur Ausgleichsleistungen bei einem Steuerfuss ab 28 Prozentpunkten. Wenn Rebstein also den Steuerfuss auf 26% belässt, fällt die Kirchgemeinde ganz aus dem Ausgleich heraus.

Sie verzichtet dann auf rund 12 000 Franken Steuereinnahmen und zusätzlich auf rund 28 000 Franken kantonale Ausgleichszahlungen. Im Budget fehlen so über 40 000 Franken.

Die Argumentation der Vorsteherschaft überzeugte. Ohne weitere Fragen wurde der Erhöhung des Steuerfusses einstimmig zugestimmt.

Fusionsverhandlungen

Ebenfalls eine Folge eines Beschlusses der Synode der evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St. Gallen vom vergangenen 3. Dezember sind die Abklärungen einer Fusion der Kirchgemeinden von Rebstein und Marbach: Künftig sollen Gemeinden mit weniger als 1000 Mitgliedern keine Ausgleichszahlungen mehr erhalten. Marbach ist davon betroffen und würde dadurch rund 200 000 Franken weniger erhalten. Marbach könnte keinen Pfarrer mehr anstellen .

Marbach ist darum gezwungen, auf den 1. Januar 2016 zu fusionieren. Der Kanton empfahl, die Fusion mit Altstätten zu suchen. Die Kirchenvorsteherschaft Rebstein sähe dagegen sinnvoller, die bestehenden Synergien zwischen Rebstein und Marbach zu vertiefen und bot Marbach ihrerseits die Fusion an.

In ersten Kontakten zeigte sich die Kirchenvorsteherschaft Marbach darüber erfreut. In gemeinsamen Sitzungen sollen nun im Laufe des Jahres, begleitet von externen Experten, die Details einer Fusion erarbeitet werden. Vorgesehen ist, den Bürgern die Ergebnisse der Vorverhandlungen im kommenden Jahr zur Abstimmung vorzulegen.

Abstimmung 2014

An der Kirchbürgerversammlung von gestern war eine Abstimmung nicht notwendig, die Aufnahme von Fusionsverhandlungen liegt in der Kompetenz der Vorsteherschaft. Erst die Fusion selbst erfordert die Zustimmung der Stimmbürger.

Die Kosten für die externen Experten werden sich auf rund 60 000 Franken belaufen. Diese Kosten werden jedoch vollumfänglich von der Kantonalkirche übernommen.

Folgen für Rebstein

Hans Hohl verschwieg jedoch nicht, dass längerfristig die Fusion die Rebsteiner Bürger Geld kosten wird. Sie werde eine weitere Steuererhöhung von zwei Prozentpunkten auf 28% verursachen, denn die fusionierte Kirchgemeinde Rebstein-Marbach werde in den Steuerausgleich A zurückfallen.

Hans Hohl schloss die Ausführungen zur beabsichtigten Fusion mit der Aufforderung an alle Kirchbürgerinnen und Kirchbürger, aktiv am Ausarbeitungsprozess teilzunehmen: «Wir brauchen Arbeitsgruppen, die die Details der Fusionsverträge ausarbeiten. Und wir sind für alle Inputs und Gedankenanstösse dankbar.»

Alkoholfreie Cocktails

Im Anschluss an die Bürgerversammlung waren die Teilnehmer auf einen Drink an der «Blue Cocktailbar» im Flur des Kirchgemeindehauses eingeladen. Schülerinnen und Schüler des 1. und 2. Oberstufenjahres hatten die alkoholfreien Drinks an einem Präventionskurs kennen und mixen gelernt.

Fruchtig, süss, würzig und erfrischend kamen sie daher, die Drinks mit den klingenden Namen wie «Dancing Queen», «Movie Star» und «Copacabana».

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