Starttermin für US-Zinserhöhungen könnte sich weiter verzögern

Noch bis vor wenigen Wochen schien die Sache klar: Die US-Notenbank wird Mitte September die Leitzinsen erhöhen. Eine solche Erhöhung ist allerdings nicht mehr länger in Stein gemeisselt.

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Noch bis vor wenigen Wochen schien die Sache klar: Die US-Notenbank wird Mitte September die Leitzinsen erhöhen. Eine solche Erhöhung ist allerdings nicht mehr länger in Stein gemeisselt. Stagnierende Konsumentenpreise und die Angst vor einer harten Landung der Wirtschaft in China könnten die Verantwortlichen nämlich abwarten lassen. Der starke Dollar hat dank seiner Wechselwirkung zum Ölpreis auch eine positive Seite für die US-Wirtschaft, wirkt er sich doch dämpfend auf die Teuerungsentwicklung aus. Im Juli hatten die Konsumentenpreise in den USA laut jüngsten Erhebungen um gerade mal 0,2 Prozent zugenommen. Damit bewegen sich diese weit unter dem von der US-Notenbank angestrebten Zielwert von 2 Prozent.

Noch unklar ist hingegen, ob und wie die allgegenwärtige Angst vor einer harten Landung der chinesischen Wirtschaft den Entscheid beeinflussen könnte. In den letzten Monaten zogen amerikanische Anlegerinnen und Anleger im grossen Stil Kapital aus Asien ab, was zu Ungleichgewichten führte. Sollten sich die Vertreter der US-Notenbank Mitte September gegen eine Leitzinserhöhung entscheiden, wäre das positiv für die Aktien- und Anleihenkurse. Gleichzeitig müsste von einem schwächeren Dollar ausgegangen werden. Der Entscheid der Verantwortlichen wäre allerdings bloss aufgeschoben.

Vorschau für kommende Woche

Nächste Woche legen mit Allreal, Gategroup, Helvetia und u-blox ausschliesslich kleinere Firmen ihre Ergebnisse vor. Konjunkturseitig runden der Einkaufsmanager-Index sowie der Landesindex der Konsumentenpreise für August die Woche ab. Neben dem Arbeitsmarktbericht liegt das Hauptaugenmerk in den USA ebenfalls auf dem Einkaufsmanager-Index für August. (pd)