Starker Franken bremst Übernahme- Aktivitäten in der Schweiz

Wie dem am Montag veröffentlichten Bericht des Beratungsunternehmens Deloitte zu entnehmen ist, ist es im ersten Semester 2015 zu weniger Firmenübernahmen und -zusammenschlüssen gekommen. Gegenüber der ersten Hälfte letzten Jahres hat die Anzahl Firmentransaktionen um 32 Prozent nachgelassen.

Merken
Drucken
Teilen

Wie dem am Montag veröffentlichten Bericht des Beratungsunternehmens Deloitte zu entnehmen ist, ist es im ersten Semester 2015 zu weniger Firmenübernahmen und -zusammenschlüssen gekommen. Gegenüber der ersten Hälfte letzten Jahres hat die Anzahl Firmentransaktionen um 32 Prozent nachgelassen. Am Transaktionsvolumen gemessen resultierte gegenüber dem Rekord von 2014 sogar ein Rückgang um 77 Prozent. Damals kam es zu mehreren Grossübernahmen mit einem Transaktionsvolumen von mehr als einer Milliarde Franken. Allerdings deckt sich die in den ersten sechs Monaten beobachtete Übernahme- und Fusionstätigkeit mit dem Durchschnitt der vergangenen drei Jahre.

Bei nicht weniger als 85 Prozent der im Inland oder von ausländischer Käuferschaft getätigten Firmentransaktionen waren gemäss Deloitte kleine und mittelgrosse Unternehmen (KMU) beteiligt.

Im ersten Halbjahr seien Schweizer KMU insgesamt an 90 Transaktionen beteiligt gewesen, so die Autoren des Berichts. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Minus von 13 Prozent.

Nach der Aufgabe des Mindestkurses gegenüber dem Euro durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) sind Übernahmen in der Schweiz für ausländische Käufer quasi über Nacht teurer geworden. Damit bietet der starke Franken hiesigen Unternehmen einen natürlichen Schutz gegen unerwünschte Übernahmen aus dem Ausland. Gleichzeitig sind Übernahmen im Ausland aus Schweizer Sicht günstiger geworden. Deloitte schreibt denn auch von einem verstärkten Anreiz, ausländische Unternehmen zu erwerben – was sich mit einem Plus von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr bei diesen Aktivitäten bemerkbar mache. Die grundsoliden Bilanzen vieler Schweizer Firmen tragen das ihre dazu bei.

Nach der starken Kursentwicklung der letzten Jahre ist die Schweizer Börse dringend auf frische Impulse angewiesen.

Im vergangenen Jahr sorgten Übernahme-Phantasien für ebensolche. Nach der Aufgabe des Euro-Mindestkurses durch die SNB ist davon jedoch nicht mehr viel zu spüren. (pd)