Starker Dollar – eine Stütze für den Schweizer Aktienmarkt

Die an der Schweizer Börse gehandelten Unternehmen erzielen einen Grossteil ihres Jahresumsatzes und -gewinns im Ausland. In Europa weist deshalb nur der niederländische Aktienmarkt eine noch grössere Abhängigkeit vom Dollar auf.

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Die an der Schweizer Börse gehandelten Unternehmen erzielen einen Grossteil ihres Jahresumsatzes und -gewinns im Ausland. In Europa weist deshalb nur der niederländische Aktienmarkt eine noch grössere Abhängigkeit vom Dollar auf. Der mittlerweile über einem Franken liegende Greenback dürfte den hiesigen Aktien deshalb eine willkommene Unterstützung bieten. Davon profitieren allerdings bei weitem nicht alle Unternehmen im selben Ausmass.

Nach dem überraschenden Sieg des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump ist der amerikanische Dollar das Thema der Stunde. Gerade in angelsächsischen Kreisen wird der wirtschaftspolitische Kurs des Republikaners mit jenem von Ronald Reagan in den 1980er-Jahren verglichen. In den ersten vier Jahren der Amtszeit des damaligen Präsidenten stieg der handelsgewichtete Dollarkurs um mehr als 40 Prozent.

Dieser Vergleich verleiht der amerikanischen Währung schon seit Tagen gegenüber den gängigsten Währungen Auftrieb. Auch zum Franken kletterte der Dollar vorübergehend auf 1.02 Franken und damit in unmittelbare Griffnähe zu den bisherigen Jahreshöchstständen bei 1.023 Franken. Damit errechnet sich alleine seit Anfang Monat ein Plus von knapp drei Prozent. Das hilft auch dem Schweizer Aktienmarkt, erzielen doch die meisten der börsenkotierten Unternehmen aus der Schweiz einen Grossteil ihres Jahresumsatzes und -gewinns im Ausland. Mit einem in Dollar anfallenden Umsatzanteil von durchschnittlich 27 Prozent gehört der hiesige Aktienmarkt zu den Gewinnern einer starken US-Währung. Nur der niederländische Aktienmarkt weist dank seines Schwergewichts Royal Dutch Shell einen höheren Dollaranteil auf.

Doch längst nicht alle Firmen aus der Schweiz profitieren im selben Ausmass von der jüngsten Dollarstärke. Oerlikon, Autoneum, Dufry, Lonza und die Swatch Group weisen den höchsten in Dollar anfallenden Umsatzbeitrag auf. Überdurchschnittlich stark profitieren aber vor allem Unternehmen, bei denen gleichzeitig ein Grossteil der Kosten in Europa anfällt. Ein günstiges Verhältnis zwischen Umsätzen und Kosten weisen beispielsweise Adecco, Autoneum, Clariant oder Lindt & Sprüngli auf.

Wir bleiben taktisch bei einer leichten Untergewichtung von Aktien, auch von solchen aus der Schweiz. Neben dem starken Dollar dürfte dem hiesigen Aktienmarkt auch die attraktive Dividendenrendite eine Unterstützung verleihen.