Starke musikalische Visitenkarte

Die Lehrkräfte der Musikschule Unterrheintal gaben ein mitreissendes Konzert. Geboten wurde ein ungewöhnlich hoch stehendes Programm. Schulleiter Karl Schwendener konnte erfahrene Künstlerpersönlichkeiten einsetzen.

Theodor Looser
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Grooviger Abschluss: Toby Spirig (Percussion), Peter Giger (Gesang) und Saki Hatzigeorgiou (E-Gitarre). (Bild: Theodor Looser)

Grooviger Abschluss: Toby Spirig (Percussion), Peter Giger (Gesang) und Saki Hatzigeorgiou (E-Gitarre). (Bild: Theodor Looser)

Berneck. Jedes Jahr bei Frühlingsbeginn veranstaltet die Musikschule Unterrheintal ihr traditionelles Lehrerkonzert. Am vergangenen Sonntagabend war allerdings eher gruseliger Spätwinter, als die 14 Lehrkräfte in der evangelischen Kirche ihr grosses Können zeigten.

Rosenkranz und Fandango

Karl Schwendener begrüsste das zahlreiche, aus jung und älter gemischt bestehende Publikum und versprach ein abwechslungsreiches Programm, dessen einzelne Punkte er selber ansagte und kommentierte.

Er war es auch, der mit der Violine, begleitet von Hae Won Pfeifer am Spinett, das erste Stück spielte.

Die zehnte Sonate, die «Kreuzigungs-Sonate» aus dem Zyklus der 16 Rosenkranz-Sonaten von Heinrich Ignaz Franz Biber, der im 17. Jahrhundert einer der besten Geiger überhaupt war, erwies sich als dankbares, obwohl sehr schwieriges Stück. Die herausragende Interpretation wurde mit viel Applaus bedacht.

Die vier Gitarristen Alexander Palm, Michael Jörger, Ruth Jana Weiss und Matthias Kaufmann spielten zwei sehr gegensätzliche Werke. Zuerst ein dreisätziges Konzert von Antonio Vivaldi, darauf von Santiago de Murcia «Fandango», einen spanischen Tanz. Kompositionskunst und Rhythmik ergaben Kontraste, deren präzise Funken gleich übersprangen.

Melodisch virtuos gespielt

Von Robert Schumann, dessen 200. Geburtstag dieses Jahr gefeiert wird, bot Clemens Ströbele mit dem Waldhorn, begleitet von seiner Schwester Elisabeth Ströbele am Klavier, eine stilvoll gespielte Komposition. Das Waldhorn entstand aus dem Jagdhorn und wurde zu Schumanns Zeiten mit eingebauten Ventilen weiterentwickelt. Dieser setzte es bei diversen Stücken solistisch ein.

Eine virtuose Glanzleistung bot Maria Hodasz mit einer Solo-Sonate für Violine von Eugène Ysaye. Das eher moderne, hochvirtuose, 1923 komponierte Stück gehört zu den grossen Solowerken für Violine aus der klassischen Konzertliteratur. Ebenfalls höchste Virtuosität entfaltete Erich Tiefenthaler mit der Querflöte, begleitet von Andreas Falkenroth am Klavier.

Die luzid gespielte Suite von Benjamin Godard, einem französischen Komponisten der «Belle Epoque», stammte aus der Zeit der grossen Virtuosen.

Groovender Abschluss

Zum Abschluss traten Peter Giger (Gesang), Saki Hatzigeorgiou (E-Gitarre) und Toby Spirig (Percussion) mit Stücken der drei Songwriter Jason Mraz, Sting und Ray Charles auf.

Der stark groovende Klang des kleinen Ensembles bot einen reizvollen Kontrast zum anhin streng klassischen Programm.

Schulleiter Karl Schwendener bot zum Schlussapplaus alle Beteiligten nach vorne und verabschiedete sich unter tosendem Applaus vom Publikum.

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