Stadt lässt Umfahrung planen

Der Stadtrat mag nicht zuwarten, bis der Kanton von sich aus ein Projekt für die Ostumfahrung erarbeitet. Um Zeit zu gewinnen, hat er die Planung jetzt selbst ausgeschrieben.

Max Tinner
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Von diesem Kreisel soll künftig auch ein Strang nach Lüchingen führen – wie die Entlastungsstrasse Süd ebenfalls unter der Bahnlinie hindurch. (Archivbild: Max Tinner)

Von diesem Kreisel soll künftig auch ein Strang nach Lüchingen führen – wie die Entlastungsstrasse Süd ebenfalls unter der Bahnlinie hindurch. (Archivbild: Max Tinner)

ALTSTÄTTEN. Der Kanton misst der Altstätter Ostumfahrung nicht mehr die Bedeutung zu wie noch vor ein paar Jahren. Im aktuellen 16. Strassenbauprogramm ist sie zwar noch drin; aber nur noch in zweiter Priorität. Dies, weil sie nach einer Zweckmässigkeitsbeurteilung nur noch als bedingt wirksam erachtet wird. Ganz anders sehen es die Auto- oder Lastwagenfahrer, die genervt in einer von Minute zu Minute länger werdenden Schlange vor der beim Bahnhof geschlossenen Bahnschranke stehen – erst recht seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2013, welcher neue S-Bahn-Linien brachte.

Bestenfalls in zehn Jahren

Weil der Kanton die Ostumfahrung lediglich noch in zweiter Priorität führt, würde sie wohl in absehbarer Zeit nur zur Planung freigegeben, wenn ein anderes, höher kategorisiertes Projekt ins Stocken geriete und zurückgestellt werden müsste. Es gibt allerdings auch noch andernorts Strassenprojekte, die gleich eingestuft sind wie die Altstätter Ostumfahrung. Dass der Kanton die Planung der Ostumfahrung noch während des aktuellen Strassenbauprogramms an die Hand nimmt, ist also wenig wahrscheinlich. Damit kommt die Planung frühestens ins 17. Strassenbauprogramm für die Jahre 2019 bis 2023, und gebaut wird sie bestenfalls im Verlauf der Jahre 2024 bis 2028.

Der Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Gesellschaft (AWG) der Altstätter CVP dauert das zu lange. Sie hat vor einem Monat eine Unterschriftensammlung für eine Petition lanciert, mit der sie die Kantonsregierung und den Stadtrat bittet, das Projekt voranzutreiben («Rheintaler» und «Volkszeitung» vom 18. März). Zumindest was den Stadtrat betrifft, rennt die AWG offene Türen ein. Dieser möchte ebenfalls keine zehn Jahre oder noch länger auf die Ostumfahrung warten.

Beim nächsten Programm parat

Der Stadtrat nimmt darum nun die Planung selbst in die Hand. Im Amtsblatt vom 30. März schrieb er sie den Ingenieurunternehmen zur Bewerbung aus. «Wir möchten die Unterlagen parat haben, wenn der Kantonsrat das 17. Strassenbauprogramm berät», sagt Stadtpräsident Ruedi Mattle. So hofft man zu vermeiden, dass die Altstätter Ostumfahrung noch um ein weiteres Strassenbauprogramm zurückgestellt wird. Mattle verweist auf den angedachten Halbstundentakt für den Rheintal Express (Rex), womit die Barrieren beim Bahnhof noch öfter geschlossen wären.

Zeigen, dass es günstiger ist

Und noch eine weitere Absicht verfolgt der Stadtrat mit der Vorleistung für den Kanton: «Wir denken mit der Planung zeigen zu können, dass die Ostumfahrung nicht so teuer wird, wie der Kanton meint», sagt Ruedi Mattle. In den Unterlagen zum 16. Strassenbauprogramm wird für die Ostumfahrung mit Baukosten in Höhe von 57 Mio. Franken (Preisbasis 2012) gerechnet. Die Südumfahrung kostete samt der Unterführung 10,1 Mio. Franken, ist allerdings auch kürzer, als die Ostumfahrung würde.

Allenfalls etappiert bauen

Sollte dem Kanton der Bau der ganzen Strasse auf einmal selbst dann noch zu teuer sein, wäre für Mattle auch eine Etappierung denkbar: «Wenn wir nur schon die Unterführung unter der Bahnlinie hindurch und den Anschluss an die Kesselbach- und Industriestrasse bauen könnten, würde das schon viel bringen.» Die Verbindung zur Rorschacherstrasse könnte dann in einer zweiten Etappe gebaut werden.

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