Stadt braucht mehr Industrieland

Der Stadt Altstätten geht das Bauland für Industrie und Gewerbe aus. Am Dienstag haben Stadtpräsident Ruedi Mattle und Theo Frei, Leiter Liegenschaftendienst, Altstätter Gwerbler über das Projekt «Widen Ost» informiert.

Kurt Latzer
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«Wir brauchen heute Land, nicht erst in fünf Jahren»: Die Mitglieder des Gewerbe- und Industrievereins Altstätten haben sich nach der Projektvorstellung «Widen Ost» über das Thema Bauland fürs Gewerbe unterhalten. (Bild: Kurt Latzer)

«Wir brauchen heute Land, nicht erst in fünf Jahren»: Die Mitglieder des Gewerbe- und Industrievereins Altstätten haben sich nach der Projektvorstellung «Widen Ost» über das Thema Bauland fürs Gewerbe unterhalten. (Bild: Kurt Latzer)

ALTSTÄTTEN. Fällt das Moratorium für das Einzonen von Bauland, will der Stadtrat mit dem Projekt «Widen Ost» parat sein. Ruedi Mattle geht davon aus, dass das in etwa zwei- bis zweieinhalb Jahren der Fall ist.

Eingeladen hat der Stadtpräsident die Mitglieder des Gewerbe- und Industrievereins Altstätten (Giva) nicht nur, um die Pläne des Stadtrates vorzustellen. Er möchte von den Gwerblern wissen, wie gross deren Bedarf nach Bauland ist. Denn nur wenn der Bedarf nachgewiesen ist, kann man ans Einzonen denken. «Wir wollen möglichst konkrete Anfragen aus dem Gewerbe- und Industriebereich sammeln und damit beim Kanton den Bedarf nachweisen», sagte Mattle den über 20 Giva-Mitgliedern.

Bauland im Gebiet Widen

Auf dem Entwurf des Überbauungsplanes ist ein Stück Land eingezeichnet, das vom Neubau Rhyboot bis zum Kreisel an der Kriessnerstrasse und vom Kreisel Richtung der Firma Thür Recycling reicht. Auf dem Stück Land – Widen Ost – wie es auf dem Plan heisst, soll sich Gewerbe und Industrie ansiedeln können. Ein Teil dieser Fläche ist bereits im Besitz der Stadt Altstätten, ein weiterer Teil gehört der Rhode Stadt und Vorstadt. «Dafür haben wir einen Vorvertrag aufgesetzt und wird im nächsten Frühling bei der Rhode wie auch der Bürgerversammlung vorgelegt, sagt Mattle.

Mit dem Kauf des Bodens habe die Stadt einen gewissen Einfluss darauf, was im «Widen Ost» gebaut wird. Im Herbst 2016 möchte der Stadtrat bei den Bürgern die Projektierung einholen. Danach soll die Erschliessung beschlossen und der Teilzonenplan erarbeitet werden. Sollten alle weiteren Verfahren positiv verlaufen, könnten nach der Meinung des Stadtpräsidenten 2020 bis 2021 die ersten Gewerbebauten entstehen. Die Erschliessung des Gebietes wäre für 2018/2019 vorgesehen. Die neue Strasse reicht von der Kriessnerstrasse zum Südring.

Entwicklung braucht mehr Platz

Über die momentane Situation auf dem Altstätter Industrieland-Sektor informierte Theo Frei, Leiter Liegenschaftsdienst Altstätten. In Altstätten gibt es rund 8,5 Hektaren unüberbautes Industrieland. Ein Teil davon sei bereits in Überbauung oder werde in den nächsten Monaten verbaut. Dann ist ein Teil der bestehenden Fläche für Erweiterungen bestehender Firmen reserviert.

Ohne Zweckbestimmung gibt es in Altstätten noch 3,5 Hektaren Gewerbe- und Industrieland. Bei den meisten handle es sich allerdings um Kleinparzellen von 14 bis 37 Aren. Dazu gebe es eine mit gut 50 und eine mit gut 60 Aren. «Leider muss man sagen, dass alle nicht erhältlich sind oder der Preis so hoch ist, dass sie der Eigentümer vom Markt genommen hat», sagte Theo Frei. In den vergangenen 15 Jahren seien in Altstätten etwa 14 Hektaren Arbeitszonen überbaut worden.

Die Stadt brauche etwa eine Hektare Land pro Jahr, für ihre Entwicklung meint Frei. Mit der Realisierung von «Widen Ost» stünden der Industrie und dem Gewerbe 5,3 Hektaren überbaubare Fläche zur Verfügung.

«Wir brauchen heute Land»

Nach seinen Ausführungen zum Bodenbedarf und dem Geplanten hat Theo Frei den Entwurf eines möglichen Überbauungsplans vorgestellt. Darauf ist nicht nur die Anordnung von Gewerbe- oder Industriebauten zu sehen, sondern auch die geplante Erschliessungsstrasse mit Baum-Alleen und Hecken als Abtrennung vom Einfamilienhaus-Quartier.

Dass das Bedürfnis nach Bauland besteht, zeigte sich in der anschliessenden Fragerunde. Einzelnen sind die fünf bis sechs Jahre, bis im «Widen Ost» gebaut werden kann, zu lange. «Wir brauchen heute Land, nicht erst in fünf Jahren», sagte eine Gwerblerin. Auch die Tatsache, dass jüngst erschlossenes Bauland im Gebiet Schachen schnell verkauft war, ist ein Zeichen für den Platzbedarf in Altstätten.