Stadionverbote wieder einhalten

Die Sonderfälle in der Diners Club Arena in Rapperswil-Jona haben ein Ende. Es soll laut den Verantwortlichen keine Ausnahmen mehr für Eishockeyfans mit Stadionverbot geben.

Willi Meissner
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Für Fans mit Stadionverbot schliesst sich die Türe zur Diners Club Arena in Rapperswil-Jona. Ausnahmen wird es keine mehr geben. (Bild: Die Südostschweiz)

Für Fans mit Stadionverbot schliesst sich die Türe zur Diners Club Arena in Rapperswil-Jona. Ausnahmen wird es keine mehr geben. (Bild: Die Südostschweiz)

RAPPERSWIL-JONA. Das Fanprojekt der Rapperswil-Jona Lakers verfolgt künftig wieder eine Linie ohne Sonderfälle. Gewalttätige oder randalierende Fans erhalten ein Stadionverbot für zwei Jahre – ohne Ausnahme. Solche Ausschreitungen hatte es etwa bei den Play-out-Heimspielen gegen den HC Ambri-Piotta gegeben. Acht Fans durften den Spielen trotz Stadionverbot beiwohnen. Als Dankeschön für die «gute Zusammenarbeit» während der Saison, erklärte Fanprojekt-Leiterin Katharina Ganz der «Südostschweiz am Sonntag». Der Bericht über die Ausnahmeregelungen hat sich auch im elektronischen Postfach von Stadtrat Roland Manhart bemerkbar gemacht. Er leitet das städtische Sicherheitsressort. «Die Reaktionen aus der Bevölkerung zeigen mir, dass keine Ausnahmen von Stadionverboten gewünscht werden.»

Ohne Ausnahme

Am Mittwoch haben sich die Stadt, die Lakers-Clubleitung sowie die Kantons- und Stadtpolizei zu einem Gespräch getroffen. «Alle Beteiligten haben sich darauf geeinigt, dass Stadionverbote ohne Ausnahme gelten sollen», sagt Manhart. Er stehe jedoch noch hinter dem Entscheid der Lakers, welche einige Fans aus Sicherheitsgründen im Spiel gegen Lugano trotz Stadionverbots eingelassen hatten. Wegen der zu geringen Polizeipräsenz vor dem Stadion habe sich die Situation so besser kontrollieren lassen.

Nach der Diskussion um die temporäre Stadionverbot-Aufhebung wolle man nun wieder konsequent die Marschrichtung beibehalten, so Manhart.

Im Klartext: Wer mit einem Stadionverbot belegt ist, kommt nicht in die Diners Club Arena in Rapperswil-Jona. Lakers-Verwaltungsratspräsident Lucas Schluep wollte sich nicht zu den Gesprächen äussern.

«Situation hat sich verbessert»

Laut Manhart herrscht darüber ein Konsens. «Wir sind der Meinung, dass die konsequente Haltung die richtige ist», sagt er. Man habe das Anti-Gewalt-Projekt so angefangen und wolle daran festhalten. Bis zu den Ausschreitungen beim Heimspiel gegen Lugano habe der Erfolg der konsequenten Linie Recht gegeben. «Die Situation hat sich im Vergleich zu früher erheblich beruhigt», sagt Manhart. Eskalationen wie beim Spiel gegen Lugano liessen sich aber nicht immer hundertprozentig ausschliessen. Lugano-Fans hatten das Clublokal Lido der Lakers-Fans angegriffen. «Wir werden unser Möglichstes tun, um zusammen mit Polizei und Lakers-Clubleitung weiterhin vor jedem Spiel eine realistische Risikoeinschätzung zu treffen.»

Eine solche Einschätzung kann laut Kantonspolizei auch einmal danebengehen. «Bei der Bewertung des Risikos bleibt immer Spielraum für einen Irrtum», sagt Christian Rudin von der Kantonspolizei. Beim Spiel gegen Lugano habe nichts auf Gewaltpotenzial unter den Fans hingedeutet, alle Zeichen sagten ein Null-Risiko-Spiel voraus. Die konsequente Durchsetzung der Stadionverbote befürwortet Rudin jedoch klar.

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