Staaderinnen drehen auf in zweiter Hälfte

FUSSBALL. Es war ja nicht so, dass die Gäste aus Staad vor der Halbzeitpause schlecht waren. Doch fehlte den Rheintalerinnen zunächst noch der absolute Wille. Die Aufsteigerinnen aus dem Berner Oberland kamen am Anfang des Spiels besser mit dem Kunstrasen klar.

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FUSSBALL. Es war ja nicht so, dass die Gäste aus Staad vor der Halbzeitpause schlecht waren. Doch fehlte den Rheintalerinnen zunächst noch der absolute Wille. Die Aufsteigerinnen aus dem Berner Oberland kamen am Anfang des Spiels besser mit dem Kunstrasen klar.

Nach etwa zwanzig Minuten war die Staader Torhüterin Daniela Hutter ein erstes Mal geschlagen, das Geschoss prallte jedoch an das Gehäuse. Dies war so etwas wie der Weckruf für die Staaderinnen. Rafaela Bisquolm und Claudia Stilz enteilten bald darauf nacheinander der gegnerischen Defensive, ihre Zuspiele zur Mitte fanden aber keine Abnehmerinnen. Also wurde es aus der Distanz versucht. Dabei scheiterte Staad aber an der Schlussfrau (in der 29. Minute versuchte sich Sandra Aloi, eine Minute später Justyna Trzaskowski). Oder sie zielten knapp zu hoch (Bisquolm in der 34. Minute). Eher entgegen dem Spielverlauf lag der Ball Sekunden vor dem Seitenwechsel doch noch im Netz von Daniela Hutter. Das Team von Trainer Andreas Schmid ging also unnötig mit einem Rückstand in die Kabine.

Das Trainerteam schien dort die richtigen Worte gefunden zu haben. Nach Wiederanpfiff war Staad endgültig am Drücker. Bisquolm lancierte herrlich Stilz, die gekonnt in die untere Ecke traf. Wenig später war es wieder Stilz, die die frisch eingewechselte Fränzi Sallmann lancierte. Sie verzog allerdings knapp.

Nach einem Einwurfball von Capitaine Tamara Lareida zog Bisquolm auf die Schlussfrau los, sah ihren Abschluss jedoch pariert. Jetzt war die Partie auf Messers Schneide: Gerade noch konnte Hutter einen Flankenball parieren, da schnappte sich Stilz das Spielgerät und bediente Sallmann. Diese liess sich nicht zweimal bitten und versenkte den Ball zwischen den Beinen der Torfrau zur 2:1-Führung.

Thun begann in der Folge alles auf eine Karte zu setzen; Staad versuchte sich mit Kontern. Nach 77 Minuten durfte sich Hutter erneut auszeichnen, wenig später wurde sie erneut bezwungen. – Doch zum zweiten Mal in dieser Partie rettete die Querlatte für die Ostschweizerinnen. Fünf Minuten vor dem Ende fiel die Entscheidung zugunsten der Gäste: Lena Bruderer trat einen Freistoss nahe der Mittellinie, Stilz überlobte mit ihrem Kopfball die Thuner Keeperin und durfte sich als Doppeltorschützin feiern lassen. In der Nachspielzeit scheiterte Laura Geering an der Torfrau. Neuzugang Justyna Trzaskowski meinte nach der Partie: «Das Team hat heute gut funktioniert. Meine eigene Leistung war fürs erste Spiel in Ordnung.»

Mit diesem Sieg haben die Seemädchen fünf Punkte Vorsprung auf den ominösen Strich; bei einer Partie weniger als die Thunerinnen auf Rang neun. Am kommenden Samstag führt die Reise ans Rheinknie zum FC Basel. (chw)

FRAUEN NATIONALLIGA A Thun Berner Oberland – Staad 1:3 (1:0). Stadion Lachen, Thun – 75 Zuschauer – Schiedsrichter: Peter Imholz. Tore: 44. Thun 1:0, 51. Claudia Stilz 1:1, 66. Franziska Sallmann 1:2, 85. Claudia Stilz 1:3. FC Staad: Daniela Hutter; Tamara Lareida, Lena Bruderer, Carole Schmid (19. Janine Schindler), Laura Miladinovic; Justyna Trzaskowski; Nina Schepis, Claudia Stilz; Laura Geering; Sandra Aloi (46. Franziska Sallmann), Rafaela Bisquolm (79. Sabrina Horvat). Bemerkungen: Staad ohne Jana Brunner (nicht eingesetzt), Karin Raymann (krank), Sarina Loher (verletzt), Sonja Baldauf, Caroline Hardegger und Nadja Berweger (alle ohne Aufgebot). Pflichtspiel-Début von Justyna Trzaskowski.