ST. MARGRETHEN: Vorstandsmitglieder verabschiedet

Am Samstag lud Ralph Pötzsch, Präsident des Museumsvereins Heldsberg, zur Generalversammlung ins Schulhaus Wiesenau ein. Im nächsten Jahr begeht der Verein das 25-Jahr-Jubiläum.

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Verabschiedung von drei verdienten Vorstandsmitgliedern (von links): Markus Keel (Besucherbetreuung, Führerausbildung), Ehrenpräsident Alois Stähli (Gründungsmitglied und erster Präsident des Museums- vereins), Jörg Dürr (Kassier). (Bild: pd)

Verabschiedung von drei verdienten Vorstandsmitgliedern (von links): Markus Keel (Besucherbetreuung, Führerausbildung), Ehrenpräsident Alois Stähli (Gründungsmitglied und erster Präsident des Museums- vereins), Jörg Dürr (Kassier). (Bild: pd)

Das Festungsmuseum wurde 2016 von 7838 Personen besucht. Durchwegs werden die Erwartungen der Besucher erfüllt, die den Rundgang durch die geheimnisvolle Anlage absolvieren, tief im Heldsberg, erbaut von 1939 bis 1941 als Sicherung der Landesgrenze. Somit gebührte dem freiwilligen Führer- und Unterhaltsteam ein Dankeschön seitens der Gemeinde.

Im Jahresbericht des Präsidenten erfuhr man, dass der ­Museumsverein 495 Mitglieder zählt, was leicht rückläufig ist. Ein ehrendes Memento gebührte den fünf verstorbenen Mitgliedern, darunter Benito Boari, Gründungsmitglied 1993 sowie Verfasser der Heldsberggeschichte. Noch sieht die Besucherzahl mit 7838 im Jahr 2016 sehr erfreulich aus gegenüber weiteren Festungsmuseen, die teils massive Besuchereinbrüche zu verzeichnen haben. Anstrengungen des Heldsbergteams wie die Monatsöffnungen im Winter schätzen die Besucher, ebenso stets neue Sonderausstellungen. Die Museumsbetreiber, das sind rund 50 Freiwillige, unterhalten und pflegen die Anlagen und führen kompetent die Besuchergruppen, wie Einträge im Gästebuch von <%LINK auto="true" href="http://www.festung.ch" text="www.festung.ch" class="more"%> bestätigen.

Eintritte und Mitgliederbeiträge

Im Jubiläumsjahr 2018 zum 25-jährigen Bestehen werden diverse Schwerpunktthemen geplant, verteilt auf das ganze Jahr. Die Jahresrechnung 2016 präsentierte Kassier Jörg Dürr. Der Gesamtverlust beträgt 57590 Franken. Grosse Einnahmeposten sind unter anderem die Eintritte mit 86095 Franken oder die Mitgliederbeiträge mit 25257 Franken. Das vorgelegte Budget für 2017 ist vorsichtig erstellt. Rechnung und Budget wurden einstimmig genehmigt. Der Mitgliederbeitrag für 2018 beträgt wie bis anhin 35 Franken für Einzelpersonen, für Ehepaare 50 Franken. Aus dem Vorstand traten drei Mitglieder zurück. Für Jörg Dürr wählte die Versammlung als neuen Kassier Hansruedi Koller, für Markus Keel Urs Hermann, bisher Aktuar. Der Sitz des Ehrenpräsidenten Alois Stähli bleibt vorerst vakant. Der übrige Vorstand wurde in globo bestätigt. Vize-Präsident Markus Koster liess Ralph Pötzsch, Präsident seit 2013, durch die Versammlung mit Applaus für weitere zwei Jahre bestätigen. Die drei Mitglieder der Kontrollstelle wurden ebenso für eine weitere Amtsdauer gewählt.

Der einstige Kommandoposten der Grenzbrigade 8, zu dessen Verband auch die Festung Heldsberg gehörte, wurde an den Bezirk Haslen-Schlatt als neuen Eigentümer zur Nutzung übergeben. Die unterirdische Anlage aus der Zeit des Kalten Krieges umfasst 30 Büros, Schlaf- und Essräume, eine Notstromanlage und mehr. Die Betriebskosten betragen jährlich 10000 Franken. Das Festungsmuseum soll vom Bezirk für vorerst zehn Jahre die Anlage zur Nutzung übernehmen, sofern die Bezirksversammlung zustimmen wird. Die GV stimmte der allfälligen Übernahme mit wenigen Enthaltungen zu. Nun durfte der Präsident drei Mitglieder aus dem Vorstand verabschieden. Markus Keel, seit 2011 im Vorstand tätig, veranlasste die Besucherbetreuung an den Samstagen, was sehr geschätzt wird. Er erstellte ein hilfreiches Führerhandbuch und betreute ebenso die Werbung. Jörg Dürr wurde 2011 in den Vorstand gewählt. Er führte das aufwendige Rechnungswesen, erstellte Statistiken zum Museumsbetrieb und amtete als Kassenwart an Sonderveranstaltungen. In launigen Worten berichtete er aus der vielfältigen Arbeit eines Buch­halters. Alois Stähli, Gründungsmitglied und während 14 Jahren erster Präsident, trat mit 92 Jahren aus dem Vorstand zurück. Ehrenpräsident Alois Stähli war an vorderster Front am erfolgreichen Aufbau des Museums ab 1993 mit dabei.

Kauf ab Stange oder Lizenzbau?

Nach der Pause referierte Michael Olsansky zum Thema «Von der Stahlhelmaffäre zum Gripengrounding: Ein Blick auf 100 Jahre schweizerische Rüstungsgeschäfte». Ab 1875 war der Bereich Militärwesen Bundessache. Somit machten anfänglich die Militärausgaben rund 60 Prozent des Bundesbudgets aus. Die Beschaffung etwa von Kanonen ­oblag nun dem Bund. Die Beschaffung des ersten Stahlhelms brauchte über zwei Jahre und er konnte erst Ende des 1. Weltkrieges an die Truppe abgegeben werden. Streitpunkt bei allen grossen Rüstungsbeschaffungen ist bis heute die Frage: günstigerer Kauf ab Stange im Ausland oder Lizenzbau in der Schweiz durch die eigene Industrie? Anschliessend waren die Teilnehmer zum «Spatz» in die Heldsbergstube eingeladen. (pd)