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ST. MARGRETHEN: Sexgewerbe zieht wieder ins «Rio»

Das Rotlichtmilieu könnte bald Zuwachs bekommen. Die Besitzer der Liegenschaft Rheinstrasse 30 haben die Bewilligung für das Errichten und Betreiben eines Etablissements erhalten.
Kurt Latzer
Noch ist das «Dancing Rio» an der St. Margrether Rheinstrasse verwaist. Die Bewilligung für Bauarbeiten und das Einrichten eines Etablissements liegen aber vor. (Bild: Kurt Latzer)

Noch ist das «Dancing Rio» an der St. Margrether Rheinstrasse verwaist. Die Bewilligung für Bauarbeiten und das Einrichten eines Etablissements liegen aber vor. (Bild: Kurt Latzer)

Kurt Latzer

Die Grenznähe scheint für das Sexgewerbe interessant zu sein. Sollten der Massagesalon im Ruderbach 10 die Baubewilligung erhalten und die Betreiber des Etablissements an der Rheinstrasse 30 die Betriebsbewilligung bekommen, zählte das Rotlichtmilieu in St. Margrethen nicht wie früher drei, sondern vier Betriebe. In der Gemeinde Au existieren laut einschlägiger Werbeplattformen des Sexgewerbes vier Betriebe, in Altstätten und Rebstein je einer, in Rheineck zwei, in Rüthi einer und in Staad zwei.

Besitzer telefonisch nicht erreichbar

Das «Dancing Rio» in St. Margrethen ist seit einem Jahr geschlossen. Bereits Jahre zuvor existierte im «Club Rio» eine Kontaktbar. Besitzer der Liegenschaft sind gemäss Grundbuchamt Spasoje und Jela Bajunovic. Unter «Baubewilligungen» stand im Mitteilungsblatt «Direkt» unter deren Namen: «Einrichten und betreiben Etablissement». Betreiben die Eigentümer den Laden selbst? «Die genannten Personen sind nur Eigentümer und betreiben das Etablissement nicht selbst», sagt Reto Friedauer, Gemein­depräsident von St. Margrethen. Wer der Mieter respektive der Betreiber des Lokals ist, wollte der Gemeindepräsident wegen eines hängigen Bewilligungsverfahrens nicht sagen. Hat es in der Nachbarschaft gegen das Baugesuch Widerstand gegeben? Reto Friedauer: «Der Umbau der Liegenschaft, die bereits seit Jahren in gleicher Weise genutzt wird, lag im April 2017 öffentlich auf. Einsprachen von Anwohnern sind nicht erhoben worden.» Wird alles bewilligt, auch der Massagesalon in Ruderbach, gibt es in St. Margrethen wie erwähnt vier Bordelle oder ähnliche Betriebe. Kann die Gemeinde weiteres Sexgewerbe verhindern, wenn die Betreiber alle Vorschriften erfüllen? «Die Möglichkeiten sind aufgrund der jüngeren Rechtsprechung im Kanton St. Gallen tatsächlich eingeschränkt, nament­- lich in der Wohn-/Gewerbezone», sagt der St. Margrether Gemeindepräsident. Allerdings gebe es ortsplanerische Instrumente für spezifische Gebiete wie Ortszentren, um einschlägige Nutzungseinschränkungen zu erlassen. «Die sind jedoch nicht flächendeckend anwendbar. Bei einer Anhäufung von Erotikbetrieben ist aber zu überprüfen, ob das zulässige Mass ideeller Immissionen überschritten wird», sagt Reto Friedauer.

Erotikgewerbe im Städtli ohne Chance

Das Erotikgewerbe war Ende Januar auch im Oberrheintal ein Thema. Altstättens Stadtrat will ein Rotlichtviertel im Städtli verhindern. In der Altstadt und Vorstadt sollen keine Kontaktbars, Bordelle oder erotische Massagebetriebe mehr eröffnen dürfen. Die Stadtverwaltung prüfe in Zukunft jedes Gesuch, sobald es sich um ein erotisches Angebot handelt. Auslöser für das Sexgewerbe-Verbot in der Kernzone war ein entsprechendes Baugesuch, das im Dezember und Januar in Altstätten aufgelegen hatte. Der Gesuchsteller hat seinen Antrag bereits zurückgezogen.

Sie wollten einst das «Rössli» führen

Spasoje und Jela Bajunovic waren bisher telefonisch nicht zu erreichen, stets ertönte das Besetztzeichen. Vor Jahren führten die beiden ein Lokal im Vorderland, das Papillon in Heiden. Vor elf Jahren wollten Spasoje und Jela Bajunovic das neue «Rössli» in Eichenwies übernehmen. Im Dezember 2003 war das alte Gasthaus abgebrannt. Die Pläne zerschlugen sich, das neue «Rössli» wurde nie eröffnet.

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