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ST. MARGRETHEN: Raiffeisen schreibt einen Rekordgewinn

Die Rheintaler Raiffeisenbanken stellten am Mittwoch den Jahresabschluss 2017 vor. Viele Werte sind gut, einige sogar hervorragend: Die Tendenz zeigt stark aufwärts. Einen Rekord verzeichnet die Bank beim Bruttogewinn.
Remo Zollinger
Beim Jahresabschluss in St. Margrethen (von links): Referent Alexander Koch (Leiter Immobilien- und Makro-Research Raiffeisen Schweiz) sowie die Vorsitzenden der Bankleitung der Rheintaler Raiffeisenbanken: Anton Moser (Mittelrheintal), Patrick Windler (Marbach-Rebstein), Norbert Lüchinger (Oberes Rheintal), Albert Quauka (Diepoldsau), Oswald Wetli (Unteres Rheintal) und Reto Zellweger (Berneck-Au). (Bild: Remo Zollinger)

Beim Jahresabschluss in St. Margrethen (von links): Referent Alexander Koch (Leiter Immobilien- und Makro-Research Raiffeisen Schweiz) sowie die Vorsitzenden der Bankleitung der Rheintaler Raiffeisenbanken: Anton Moser (Mittelrheintal), Patrick Windler (Marbach-Rebstein), Norbert Lüchinger (Oberes Rheintal), Albert Quauka (Diepoldsau), Oswald Wetli (Unteres Rheintal) und Reto Zellweger (Berneck-Au). (Bild: Remo Zollinger)

Remo Zollinger

Den Rheintaler Raiffeisenbanken geht es gut. Mit diesem simplen Satz lässt sich die Präsentation der Jahreszahlen 2017 zusammenfassen. Die Raiffeisen profitiert wie der gesamte Finanzsektor von der Stabilisierung der Wirtschaft und dem abgewerteten Franken. Der Eurokurs hat sich bei 1,18 Franken eingependelt und sich zuletzt nicht mehr merklich bewegt. Das hat die Exportwirtschaft angekurbelt – drei Jahre nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses sprechen nur noch wenige vom Frankenschock.

Die Rheintaler Bankvorsitzenden sind zufrieden, optimistisch. Während der Pressekonferenz fallen häufig Ausdrücke wie «äusserst erfolgreich», «fantastisch» oder «neue Höchstmarke». Sie sind ein Zeugnis da­- von, wie sich die wirtschaftliche Grosswetterlage in der letzten Zeit gebessert hat – und davon, wie gut die Rheintaler Raiffeisenbanken 2017 ihrer Ansicht nach gearbeitet haben.

Das Ruder beim Gewinn rumgerissen

«Wir freuen uns, auf ein äusserst erfolgreiches 2017 zurückblicken zu können», sagte Oswald Wetli, Vorsitzender der Bankleitung der Raiffeisen Mittelrheintal. «Fantastisch» ist laut Albert Quauka (Diepoldsau), dass die Wertberichtigungen im Kreditportefeuille sich von 2,8 auf 1,4 Millionen Franken halbiert haben (sonst gibt es in diesem Bereich keine nennenswerte Veränderung).

Die neue Höchstmarke präsentierte Anton Moser (Mittelrheintal) bei der Erfolgsrechnung: Der Bruttogewinn liegt bei 22,16 Mio. Franken und damit über dem bisherigen Rekordwert von 2015. Hier erwirtschafteten die Rheintaler Raiffeisenbanken einen Zuwachs von 3,91 Prozent. Damit ist es ihnen gelungen, den Negativtrend aus dem Vorjahr aufzufangen und wieder eine positive Zahl zu präsentieren.

Die Raiffeisenbanken sind erfolgreich unterwegs

2017 sind die Raiffeisenbanken in allen Bereichen gewachsen. Im Hypothekargeschäft beträgt der Zuwachs 181,5 Mio. oder 5,5 Prozent. Das ist das höchste Wachstum der letzten sechs Jahre. Norbert Lüchinger (Oberes Rheintal) begründete dieses mit der an­haltenden Tiefzinsphase, die zu mehr Nachfrage nach Immobilienfinanzierungen führt. Und: «Die Kunden schätzen unser dichtes Filialnetz, wir sind oft die erste Anlaufstelle, wenn es um Kreditberatungen geht.»

Mit +6,6 Prozent (167,8 Mio.) hat die Raiffeisen auch bei den Kundengeldern stärker zugelegt als in den Jahren zuvor. Lüchinger wertet dies als Vertrauensbeweis alter und neuer Kunden. Um fast zehn Prozent ist der Wert beim verwalteten Kundenvermögen gestiegen: 2017 sei ein ausgezeichnetes Börsenjahr gewesen, was sich positiv auf das Verhalten der Anlagekunden ausgewirkt habe, sagte Lüchinger. Zuletzt zeigte er die verstärkte Eigenkapitalbasis: Sie wuchs um 7,5 Prozent auf 302,2 Mio. Franken.

Das Zinsgeschäft steht weiterhin unter Druck

Abstriche muss die Raiffeisen im Zinsgeschäft machen, wie Anton Moser sagte. In einem durch Druck und Verdrängungskampf geprägten Markt sei aber ein gutes Ergebnis gelungen. Der Zuwachs ist kleiner als in den Jahren zuvor, beträgt aber immer noch 1,95 Prozent. Einen Sprung habe die Raiffeisen im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft gemacht: Der Zuwachs um 22,84 Prozent (1,15 Mio.) ist ein Ausschlag nach oben. Im Handelsgeschäft gelang es der Raiffeisen, das Minus des Vorjahrs in ein Plus (4,5 Prozent) umzuwandeln.

Moser sagte: «Wenn Wachstum da ist, wachsen auch die Kosten.» Die Raiffeisen hat 2017 mitunter viel in die Digitalisierung investiert, weshalb die Sach- und Personalkosten um 1,8 Mio. oder 6,5 Prozent gestiegen sind. «Wir sind sicher, das wird sich in Zukunft auszahlen», sagte Moser.

Patrick Windler, neu bei der Raiffeisenbank Marbach-Rebstein, zeigte, wo der Weg auf dem Smartphone mit der Piazza App und der Music App für die jungen Kunden hinführt. Zudem strebt die Bank die Marktdurchdringung mit Twint, dem «digitalen Portemonnaie», an. Das Mitgliederangebot 2018 steht im Zeichen der Schweizer Traditionsmarken: Mit Sonnenbräu aus Rebstein und Just aus Walzenhausen machen auch zwei Unternehmen aus der Region mit.

«Stürmisch ist nur das Wetter»

St. Margrethen Bevor die Bankleiter von eitel Sonnenschein erzählten, hatte der mit dem öffentlichen Verkehr angereiste Gastreferent Alexander Koch mit den Wetterkapriolen zu kämpfen. Stürmisch sei aber nur das Wetter: «Das Wirtschaftsumfeld ist alles andere als das», sagte der Leiter Immobilien- und Makro-Research von Raiffeisen Schweiz.

Er zeichnete ein positives Bild von der Weltwirtschaft: Die USA «legt nach der Steuerreform trotz Trump zu, in der Eurozone läuft es wie geschmiert». China sei zwar nicht immer ganz transparent, aber auch in konstantem Wachstum. Und die Schwellenländer würden vom steigenden Rohstoffpreis profitieren.

Der Schweiz komme primär die Abwertung des Frankens entgegen. Der Tourismus profitiert davon, andere Branchen leiden aber weiter, besonders der Detailhandel. Der Einkaufstourismus werde sich aber nicht bald verändern, so Koch: Erst bei einem Wechselkurs von 1,40 würden sich mehr Schweizer überlegen, nicht mehr im Ausland einzukaufen. Und eine solche Entwicklung des Euros sei nicht in Sicht. Eine Überproduktion sieht Koch bei den Mietwohnungen, bei der Anzahl Baugesuchen sei aber keine Trendwende in Sicht. Weil die Bankzinsen in nächster Zeit kaum steigen, bleibt die Nachfrage nach der Immobilienfinanzierung hoch. (rez)

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Abschlusszahlen per 31. Dezember 2017

Bilanzsumme Ausleihungen Kundengelder Mitglieder Datum der GV

Berneck-Au 314 802 462 271 254 261 230 750 337 3 520 Samstag, 17. März

Diepoldsau-Schmitter 474 773 487 384 771 741 299 480 134 3 651 Freitag, 13. April

Marbach-Rebstein 616 565 180 546 794 506 359 270 022 4 278 Freitag, 2. März

Mittelrheintal 1 004 170 571 854 812 276 630 285 435 8 700 Samstag, 28. April

Oberes Rheintal 1 103 092 167 969 368 271 779 665 223 9 886 Samstag, 21. April

Unteres Rheintal 560 358 180 459 829 428 409 017 604 4 971 Freitag, 13. April

Total 4 073 762 047 3 486 830 483 2 708 468 755 35 006

Vorjahresvergleich 3 822 639 160 3 305 343 732 2 541 634 594 34 364

Veränderung in % 6,57 5,49 6,56 1.87

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