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ST. MARGRETHEN: Naturschützer sind erbost: Vögel müssen Lärmschutz weichen

Weil zwischen Oberstufenzentrum und Zoll eine neue Lärmschutzwand gebaut wird, musste gerodet werden. Viele Vögel und andere Tiere haben ihren Lebensraum verloren, die Naturschützer sind erbost.
Kurt Latzer
Anwohner und Naturschützer bemängeln den Kahlschlag beim Lärmschutz in St. Margrethen. Sie hätten dort gerne wenigstens ein paar Linden und Eichen behalten. Kritisiert wird auch die Kommunikation des Bundesamtes für Strassen (Astra). (Bild: Kurt Latzer)

Anwohner und Naturschützer bemängeln den Kahlschlag beim Lärmschutz in St. Margrethen. Sie hätten dort gerne wenigstens ein paar Linden und Eichen behalten. Kritisiert wird auch die Kommunikation des Bundesamtes für Strassen (Astra). (Bild: Kurt Latzer)

Kurt Latzer

Elisabeth Müller wohnt an der Dammstrasse, liebt Tiere und die Natur. Den Wanderweg entlang der Autobahn, vorbei am Fussballplatz, nützt sie regelmässig für Spaziergänge mit ihrem Hund. «Es macht mich traurig, wenn ich bei unserem Haus die Vögel umherirren sehe, die bisher in den Bäumen entlang des Lärmschutzes genistet haben», sagt die Naturliebhaberin.

Am Mittwochabend hat sie die Hauptversammlung des Naturschutzvereins Am Alten Rhein besucht. Auch dort war das Abholzen entlang der Autobahn ein Thema.

Viel reden aber nichts sagen

Seine Erfahrungen mit dem Bundesamt für Strassen hat Josef Zoller, Vorstandsmitglied des Naturschutzvereines Am Alten Rhein, gemacht. Es waren keine guten, wie er in einem Gespräch im Vorfeld der Hauptversammlung verriet. «Eine Lärmschutzwand war dicht mit gefährdetem Hirschzungenfarn bewachsen», sagte Zoller.

Um einen Teil der Pflanzen retten zu können, habe er beim Astra gebeten, ihm den Baubeginn am Lärmschutz frühzeitig anzukündigen. Das habe man ihm damals auch zugesichert. «Was ist geschehen? Als ich das nächste Mal beim Lärmschutz unterwegs war, waren alle Pflanzen weg», sagt Josef Zoller.«Beim Astra redet man viel, sagt aber nichts», sagt Elisabeth Müller.

Ihr leuchtet ein, dass man beim Lärmschutz etwas machen muss. «Hätten die Leute des Astra vor Ort mit uns geredet, könnten heute vielleicht wenigstens noch einige Bäume stehen», sagt die Naturfreundin.

Ohne Vorankündigung alle Bäume und Sträucher abzuholzen, hält die St. Margretherin nicht für die feine Art.

Sie und andere Mitglieder des Naturschutzvereins Am Alten Rhein hoffen nun, dass das Bundesamt für Strassen nach dem Ende der Bauarbeiten den ökologischen Ausgleich wirklich schafft.

Astra will alle gerodeten Bäume wieder aufforsten

Anwohner und Naturschützer hätten sich gewünscht, wenigstens einzelne Bäume zu erhalten, wie etwa Linden und Eichen. War der komplette Kahlschlag nötig?

Stefan Hauser, Beauftragter Information und Kommunikation beim Bundesamt für Strassen (Astra): «Wir können uns nur über die Rodungen respektive Fällarbeiten äussern, die in der Verantwortung des Astra aus- geführt wurden. Die Arbeiten erfolgen und erfolgten aus unterschiedlichen Gründen. Bei den Lärmschutzwänden (LSW) Schulhaus/Altäcker mussten alle Bäume gefällt werden, weil sie so nahe an den LSW standen. Bei der LSW Nebengraben – nach der Raststätte St. Margrethen Süd – war aus baulichen Gründen nur eine Teilrodung nötig. Massgebend für die restlichen Rodungen waren Sicherheitskriterien. Diese Rodungen wurden vom Förster angeordnet. Es gibt übrigens auch Bewohner, die froh sind, wenn die Bäume weg sind.»

Einige Anwohner fühlen sich übergangen, beklagen sich über eine schlechte Kommunikation. Hat das Astra mit den Anwohnern nicht gesprochen und sie über das Warum, Wie und Wann informiert?

Hauser: «Diesen Vorwurf können wir seitens des Astra nicht nachvollziehen. Alle Direktbetroffenen wurden durch die Bauleitung im persönlichen Gespräch informiert und zudem durch die Oberbauleitung schriftlich ins Bild gesetzt. Zudem lag das Lärmschutzprojekt öffentlich auf. Jedermann konnte sich ein Bild der geplanten Massnahmen machen.»

Welche Ausgleichsmassnahmen sind nach Fertigstellung des Lärmschutzes in St. Margrethen geplant?

Hauser: «Alle gerodeten Flächen werden wieder aufgeforstet.»

Wie sieht der ökologische Ausgleich in Rheineck aus, wenn der Lärmschutz entlang des Städtlis steht?

Hauser: «Ein ökologischer Ausgleich ist für den Neubau der LSW im Bereich Bahnhof nicht nötig. Jedoch wird aufgrund gestalterischer Anforderungen im Bereich der Stadt Rheineck zwischen LSW und SBB ein Bepflanzungskonzept umgesetzt. Dieses wird ebenfalls von Rheineck getragen und wurde ausdrücklich begrüsst. Die Möglichkeiten sind jedoch aus Sicherheitsgründen der Bahn eingeschränkt.»

Kurt Latzer

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