ST. MARGRETHEN: Mit dem Abbruch eine «Szene» verhindern

Nichts als Scherereien hat der Gemeinderat mit nächtlichen Besuchern rund um die Liegenschaften beim Mineralbad-Kreisel, die dem Projekt «Neustart» weichen sollen.

Kurt Latzer
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Der ehemalige «Freihof» (Kafi Bar) und das Nachbargebäude sollen bis zu den Sommerferien abgebrochen sein. (Bilder: Kurt Latzer)

Der ehemalige «Freihof» (Kafi Bar) und das Nachbargebäude sollen bis zu den Sommerferien abgebrochen sein. (Bilder: Kurt Latzer)

Kurt Latzer

Mit den geplanten Neubauten bekommt St. Margrethen eine «neue Mitte», wie Reto Fried­auer, Gemeindepräsident von St. Margrethen, am Dienstag im Rahmen des Informationsabends zum «Kopfbau Mineralheilbad Ost» sagte. Um diesen Neubau und das Projekt «Neustart» vis-à-vis des Mineralheilbades realisieren zu können, müssen einige alte Häuser weichen.

Zahlreiche Beschwerden wegen Ruhestörung

Der ehemalige «Freihof» und das Haus nebenan will man noch vor den Sommerferien abbrechen. Grund dafür ist allerdings nicht ein kurz bevorstehender Baustart, sondern «eine Art Szene», die sich rund um die Liegenschaften zu bilden drohe: «Leute, die man dort nicht unbedingt haben will», sagte der Gemeindepräsident. Immer wieder habe Lärm zu Reklamationen geführt, durch den Gemeinderat getroffene Massnahmen hätten ihre Wirkung verfehlt. «Damit Ruhe einkehrt, haben wir beschlossen, die Häuser mit den dunklen Ecken und Schlupfwinkeln so rasch als möglich ­abzubrechen», sagte Reto Fried­auer. Funktioniert alles wie geplant, soll es den Gebäuden vor den Sommerferien an den Kragen gehen. Beim Projekt «Neustart», das mittlerweile über fünf Jahre alt ist, leitet der St. Margrether Gemeinderat weitere Schritte ein. Nicht ganz ohne Zwang. Denn wenn der Rat den nötigen Teilzonenplan und den Gestaltungsplan nicht bis am 31. August aufgelegt hat, gerät man mit dem neuen kantonalen Baugesetz in Konflikt, das am 1. Oktober in Kraft tritt. Sind die Pläne genehmigt, folgt das Baugesuch für das Gebäude, in das Coop einziehen will.

Und ab wann wird mit den Bauarbeiten von «Neustart» begonnen? «Einen genaueren Terminplan haben wir noch nicht, das hängt von den Bewilligungen ab», sagt Felix Tobler, Gemeinderatsschreiber von St. Margrethen.

Pläne bis 31. August auflegen

Präziser ist der Terminplan des Projektes «Kopfbau Mineralheilbad Ost». Gemeindepräsident Friedauer nannte kommenden November als möglichen Baubeginn. Dies allerdings nur, wenn es keine Einsprachen gebe. Bei beiden Vorhaben gibt es Parallelen: Beide sind in unmittelbarer Nähe des Mineralbad-Kreisels, für beide müssen Häuser abgebrochen werden.

Funktioniert alles nach den Wünschen des Gemeinderates und der Investoren, könnte das sogenannte Vorburger-Haus noch dieses Jahr abgebrochen und mit dem «Kopfbau» begonnen werden.